|
Analysen - Ausland
|
04.02.2009
Ahold kaufen
National-Bank AG
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Essen (aktiencheck.de AG) - Andrea Lötte, Analystin der National-Bank AG stuft die Aktie von Ahold (ISIN NL0000331817/ WKN 851287) mit dem Rating "kaufen" ein.
Ahold habe in Q4 ein Erlösplus von 12,9% (auf 6,6 Mrd. EUR) verbuchen können, womit die Konsensschätzungen leicht übertroffen worden seien. Bereinigt um erstmals wieder positive Wechselkurseffekte habe sich eine Steigerung von 5,9% ergeben. Nach Aussagen der Niederländer habe sich die Nachfrage im Quartal nicht abgeschwächt. Im Gegensatz zu zahlreichen Wettbewerbern habe Ahold ein vergleichsweise starkes Dezember-Geschäft verzeichnen können.
Bei der Veröffentlichung der Q4-Umsatzdaten habe sich Ahold nicht negativ zur Entwicklung des operativen Ergebnisses geäußert, so dass das Margenziel von 4,8 - 5,3% auf Gesamtjahresebene weiterhin Gültigkeit besitzen dürfte. In den ersten drei Quartalen 2008 habe der Konzern eine EBIT-Marge innerhalb der Zielbandbreite von 4,9% erwirtschaftet.
Ahold zeichne sich durch eine solide Bilanz- und Finanzsituation aus. Angesichts des stetigen, hohen Cashflows aus dem Heimatgeschäft sowie der jüngsten Erlöse aus dem Verkauf von Schuitma würden Refinanzierungsprobleme unwahrscheinlich erscheinen. Dank der bereits implementierten Restrukturierungen (seit 2003 in den Niederlanden, seit 2006 in den USA) gehe das Unternehmen vergleichsweise gut gerüstet in die Phase der wirtschaftlichen Abschwächung. Dabei dürfte sich der niedrige Anteil des konjunktursensibleren Non-Food-Geschäfts vorteilhaft auswirken.
Auch die Ausweitung des Angebots an günstigeren Eigenmarken in den letzten Quartalen und die damit einhergehende Verbesserung der Preiswahrnehmung sollten den Niederländern in die Hände spielen. Trotz der dominanten Position auf dem Heimatmarkt (Marktanteil ca. 30%) würden nach Erachten der Analysten die geringe Marktdurchdringung in einigen Regionen sowie die Pläne, in Innenstädten vermehrt auf so genannte Convenience-Stores mit einer Verkaufsfläche von bis zu 600 qm zu setzen, noch Raum für Wachstum bieten. Angesichts der strukturellen Vorteile von Albert Heijn (Kostenstruktur, Marketing-Kraft, beste Standorte) sei eine Schwächung der Position zunächst wohl nicht zu befürchten.
Die zuletzt in den USA trotz der dortigen Wirtschaftsabschwächung erzielten Erlössteigerungen würden darauf hoffen lassen, dass das "Value Improvement Program", das den Ketten in Übersee zuletzt Marktanteilsgewinne beschert habe, weitere Früchte tragen werde. Vorteilhaft für Ahold dürfte sich die jüngste Aufwertung des USD gegenüber dem EUR auswirken, da der Konzern in EUR bilanziere. Weiterhin schwierig dürfte sich indes die Situation in Osteuropa gestalten. Der Erlös- und Ergebnisanteil der Region sei allerdings gering.
Die jüngsten Erlösdaten würden unterstreichen, dass der niederländische Lebensmittelhändler bislang kaum von der wirtschaftlichen Abschwächung betroffen sei. Dies komme auch in den jüngsten Heraufsetzungen der Konsensschätzungen in punkto Gewinn zum Ausdruck. Angesichts der Aufwärtsrevision der Gewinnerwartungen, der niedrigen Risikokennziffern, der erwarteten Umsatzsteigerungen sowie der insgesamt soliden Bilanzrelationen rangiere die Ahold-Aktie im Rahmen des Scoring-Modells der Analysten auf der Attraktivitäts-Skala weit oben.
Im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenten sei die Ahold-Aktie auf Basis der Konsensschätzungen für 2009 im Hinblick auf KGV, EV/Umsatz- und EV/EBITDA-Multiplikatoren etwa im Branchendurchschnitt bewertet. Die dominante Position auf dem Heimatmarkt, die bereits implementierten Restrukturierungen, die verbesserte Preiswahrnehmung, die historische niedrige Bewertung sowie das deutlich bessere Abschneiden im Rahmen des Scoring-Modells der Analysten würden nach ihrem Erachten jedoch einen gewissen Aufschlag rechtfertigen.
Ahold erscheine dank der Restrukturierungen insgesamt besser als das Gros der Konkurrenten für die aktuelle wirtschaftliche Abschwächung gerüstet zu sein. Das gewählte Kursziel von 11,00 EUR impliziere ein von den Analysten als fair erachtetes KGV von 14 auf Basis der Konsensschätzungen für 2009. Längerfristig könnte die Aktie angesichts des geringen Marktanteils in Europa und den USA erneut in das Zentrum von Übernahmespekulationen rücken.
Die Analysten der National-Bank AG stufen die Aktie von Ahold mit dem Rating "kaufen" ein und sehen das Kursziel bei 11,00 EUR. Ein Stoppkurs sollte bei 7,50 EUR platziert werden. (Analyse vom 04.02.2009) (04.02.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|