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Analysen - Nebenwerte
26.01.2009
Borussia Dortmund halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Sebastian Hein, stuft die Aktie von Borussia Dortmund (ISIN DE0005493092/ WKN 549309) unverändert mit "halten" ein.

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 sowie im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres leichte Gewinne erwirtschaften können, so dass das Fundament für nachhaltiges Wachstum gelegt worden sei. Während für das operative Geschäft keine Fremdmittel mehr benötigt würden, bleibe das Stadion noch langfristig belastet. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise habe man sich mit den zuletzt bekannt gegebenen Vertragsverlängerungen attraktive Konditionen gesichert.

Die Sponsoring-Verträge mit Evonik und dem SIGNAL IDUNA PARK seien bis 2011 bzw. 2016 verlängert worden, wobei der Evonik-Vertrag nunmehr in stärkerem Maße leistungsbezogen ausgestaltet sei. Darüber hinaus habe die Beendigung des Vertrages mit gool.de und die Ausdehnung der Vermarktungskooperation mit Sportfive bis 2020 wichtige Meilensteine dargestellt.

Die frei gewordenen Mittel hätten der Ablöse des Morgan Stanley-Darlehens über 79,2 Mio. EUR gedient. In den letzten zwei Jahren seien insgesamt Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 122,4 Mio. EUR abgebaut worden. Durch die Entschuldung und die Freigabe von Sicherheiten habe man deutlich vergrößerte Handlungsspielräume für Investitionen erzeugen können.

Im Dezember letzten Jahres habe die DFL den Abschluss eines neuen TV-Vertrags bekannt geben können. Nachdem das Angebot des Kirch-Unternehmens Sirius durch das Bundeskartellamt unterbunden worden sei, seien die Medienrechte an Premiere, ARD, ZDF, DSF und die Deutsche Telekom vergeben worden. Während Sirius 500 Mio. EUR p.a. (3 Mrd. EUR für 6 Spielzeiten) geboten habe, habe die DFL nun eine durchschnittliche Erhöhung von 405 Mio. EUR auf 412 Mio. EUR pro Jahr erzielt.

Somit hätten die deutschen Vereine weiterhin einen erheblichen Wettbewerbsnachteil im europäischen Vergleich, insbesondere zur englischen Premier League (ca. 3 Mrd. EUR aus in- und ausländischen Rechten für die letzten 3 Spielzeiten). Bei der nationalen Verteilung der TV-Gelder würden die Analysten für Borussia Dortmund mit einem Erlös von 20,3 Mio. EUR in 2008/2009 rechnen. Wesentliche Treiber für die zukünftigen Cash-Flows der Gesellschaft würden neben einer möglichen Verbesserung bzw. Verschlechterung in der Verteilungsrangliste, die den TV-Geldern zugrunde liege, vor allem der Erfolg im DFB-Pokal sowie die Qualifizierung für einen internationalen Wettbewerb sein.

Das Management habe seine kommunizierten Vorhaben erfüllen können. Sportlich gesehen weise die Mannschaft eine verbesserte Konstanz gegenüber der vergangenen Saison auf. Allerdings herrsche in der Bundesliga momentan ein hoher Konkurrenzkampf, so dass die Qualifikation für das internationale Geschäft schwer kalkulierbar sei.

Die Analysten hätten ihre Gewinnschätzungen nach dem Nichterreichen der UEFA-Cup Gruppenphase angepasst. Ihre Berechnungen hätten sie defensiv ausgerichtet und somit das zukünftige Nichterreichen des internationalen Wettbewerbs zugrunde gelegt. Deshalb würden sich Upside-Chancen für die Gewinnreihen bei einem erfolgreicheren sportlichen Abschneiden ergeben. Die Analysten würden auch ohne das internationale Geschäft für die kommenden drei Geschäftsjahre von einer "schwarzen Null" ausgehen. Gleichzeitig sei anzumerken, dass die Gewinnreihen der für Fußballvereine typischen Unsicherheit unterliegen würden.

Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2007/2008 und des ersten Quartals 2008/09 hätten im Einzelnen wie folgt ausgesehen: Der Umsatz von Borussia Dortmund auf KGaA-Ebene sei im vergangenen Jahr auf 99,9 Mio. EUR gesteigert worden (Vj.: 90,9 Mio. EUR). Das EBIT sei im Jahresvergleich, wesentlich bedingt durch Einmaleffekte im Zusammenhang mit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, auf GmbH-Ebene um 60% auf 6,3 Mio. EUR gesunken. Unter dem Strich habe sich 2007/08 ein Jahresüberschuss von 1,1 Mio. EUR (Vj.: 10,3 Mio. EUR) ergeben.

Im ersten Quartal sei der Umsatz auf Konzernebene um 31,7% (von 25,3 Mio. EUR auf 33,2 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen. Das operative Ergebnis sei im Quartalsvergleich auf Konzernebene von -0,7 Mio. EUR auf 1,9 Mio. EUR verbessert worden. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 sei ein positives Ergebnis von 0,5 Mio. EUR auf Konzernebene generiert worden (Vj.: -3,6 Mio. EUR).

Nach Anpassung ihres DCF-Modells erhalten die Analysten vom Bankhaus Lampe ein Kursziel von 1,10 EUR (vorher: 1,70 EUR), so dass sie ihr "halten"-Anlageurteil für die Borussia Dortmund-Aktie bestätigen. (Analyse vom 26.01.2009) (26.01.2009/ac/a/nw)



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