|
Analysen - Ausland
|
07.03.2002
Vivendi Marketperformer
LB Baden-Württemberg
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Stephan Droxner, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die Vivendi Universal-Aktie (WKN 501451) mit Marketperformer.
Vivendi Universal sei ein breit diversifiziertes Medien- und Telekommunikationsunternehmen. Die beiden Hauptmärkte seien Frankreich und die USA.
Vivendi habe in einem für die Medienbranche schwierigen Jahr 2001 seine Zielvorgaben bei Umsatz und EBITDA mit Steigerungsraten von knapp 10% bzw. 34% fast einhalten können. Allerdings sei das vierte Quartal mit einem EBITDA von 1,3 Mrd. Euro und einer Marge von 16,1% etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Dagegen habe der Konzern beim operativen Free Cashflow dank guter Fortschritte bei der Hebung von Synergien und der Rationalisierung von Investitionen seine Vorgaben und die Erwartungen mit 2,0 Mrd. Euro deutlich übertreffen können.
Die in Aussicht gestellte Dividendenzahlung von 1,1 Mrd. Euro (1 Euro je Aktie) erscheine vor diesem Hintergrund machbar und angemessen. Um die künftige Bilanz und GuV nach französischer Rechnungslegung besser in Einklang mit den ab 2002 bevorzugt zu berichtenden US-GAAP-Zahlen zu bringen, habe Vivendi per Ende 2001 ordentliche und außerordentliche Goodwillabschreibungen in Höhe von 15,7 Mrd. Euro vorgenommen, die neben zahlreichen anderen Sondereinflüssen zu einem ausgewiesenen Verlust von 13,6 Mrd. Euro geführt hätten.
Das Jahr 2002 stehe nach Managementaussagen völlig im Zeichen der Integration der jüngsten Akquisitionen (USA Networks, Stream) sowie der Hebung von Umsatzsynergien aus den vielfältigen Medien- und Telekomengagements. In beiderlei Hinsicht habe der Konzern gutes Potenzial und ein Management, das diesen Aufgaben bis zu einem gewissen Grad gewachsen sei.
Trotzdem erscheine das angestrebte Paket aus zweistelligem organischen Wachstum, Schuldenabbau, striktem Cashmanagement und Investitionszurückhaltung unter den gegenwärtigen Marktbedingungen in der Medienbranche beinahe der Quadratur des Kreises gleichzukommen.
Vivendi leide unter der Skepsis des Marktes. Diese reiche von Zweifeln an der künftig vornehmlich auf organisches Wachstum ausgerichteten Strategie über ein gewisses Unverständnis der Zusammensetzung und Kontrolle des Unternehmensportfolios bis zur schweren Nachvollziehbarkeit der "wahren" operativen Unternehmensentwicklung angesichts von Akquisitionen und Rechnungslegungsumstellungen. Der Markt ziehe sich deshalb auf die Devise zurück "Show me the money", wozu Vivendi zumindest in den nächsten Quartalen noch nicht in der Lage sein dürfte.
Deswegen bleiben die Analysten der LBBW trotz der günstigen Bewertung bei ihrer Marketperformer-Einstufung für Vivendi.
|