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Analysen - DAX 100
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19.01.2009
IVG Immobilien kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Frank Neumann, Analyst vom Bankhaus Lampe, empfiehlt die IVG Immobilien-Aktie (ISIN DE0006205701/ WKN 620570) unverändert zu kaufen.
Nach dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden stünden in der aktuellen Marktsituation drei Baustellen im Vordergrund: Kostenreduzierung, Sicherung der Finanzierung und Senkung der Schulden.
Bezüglich der Kostenreduzierung sei bisher noch wenig kommuniziert worden. Hier erwarte man in den nächsten Monaten detailierte Pläne. Die letzten beiden Eckpfeiler würden ineinander greifen. Im laufenden Geschäftsjahr sei die IVG gezwungen, 1,2 Mrd. Euro zu refinanzieren. Das Management gehe davon aus, dass hier bis zu 200 Mio. Euro nicht verlängert würden.
Dies werde sich durch verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen refinanzieren lassen. Zu diesen Maßnahmen zähle die Reduzierung der Development-Pipeline von zuletzt 2,5 Mrd. Euro auf 1,5 Mrd. Euro. Bis ins Jahr 2010 solle diese dann nur noch 1,0 Mrd. Euro betragen. Die Schwerpunkte würden dann in Hamburg, München, Brüssel und Paris zu finden sein. Um dieses Ziel zu erreichen, würden die nicht weitergeführten Projekte veräußert. Im Schnitt solle der Verkauf zu Buchwert erfolgen, so dass es zu nur geringen Belastungen für den Konzern komme. Der Verkauf von Einzelobjekten sei aber auch unter dem Buchwert möglich. Mit der Umsetzung der Strategie sei in den nächsten Monaten News-flow zu erwarten.
Zudem könnten sich die Analysten vorstellen, dass es zu weiteren Abschreibungen des Immobilienportfolios in Höhe von 80 Mio. Euro komme. Damit würde das Immobilienvolumen mit knapp 400 Mio. Euro weniger bewertet als Ende 2007. Zu großen Teilen werde dies durch Gewinne aus dem Kavernendeal aufgefangen. Für 2009 gehe man von weiteren 500 Mio. Euro möglichen Abschreibungen aus. Damit würde nach Schätzungen der Analysten das Eigenkapital je Aktie Ende 2009 14,03 Euro (mit Hybridanleihe) bzw. 10,60 Euro betragen und damit weit über dem aktuellen Aktienkurs liegen.
Bezüglich der Dividendenpolitik gebe es noch keine Aussage. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Dividendehöhe festgelegt werde, wenn die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorlägen, und mit einer Auszahlung von 0,20 Euro rechnen. Auch eine Verbesserung der Kapitalmarktkommunikation sowie der Visibilität des Gesamtkonzerns sei in Aussicht gestellt worden. Dies dürfte sich dann bereits im nächsten Geschäftsbericht widerspiegeln und sich positiv auf den Aktienkurs auswirken.
Über die operative Entwicklung im Jahr 2009 und darüber hinaus habe das Unternehmen bisher noch keine Aussagen getroffen. Strategisch sei der Fahrplan bereits vorgegeben. Das Management wolle sich stärker auf die Kernkompetenzen der Gesellschaft, das Asset Management, stützen. Um gute Aufträge zu erhalten, sei die Investition in Immobilien vor allem als Co-Investment (Beteiligung mit einem Anteil von ca. 100/0) möglich. Abgerundet werde dieses Geschäftsmodell durch den Bereich Development.
Das Unternehmen habe aktuell einen hohen Schulden berg. Zudem würden, die Büroimmobilien im Portfolio im nächsten Jahr unter Abwertungsdruck geraten. Dennoch spreche der geringe Aktienkurs, der unter den Analysenschätzungen des Eigenkapitals Ende 2009 liege, für das Unternehmen. Zudem gehe man davon aus, dass das Unternehmen in den folgenden Jahren zu alter Stärke zurückfinden werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die IVG Immobilien-Aktie weiterhin mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel werde unverändert bei 8,50 Euro gesehen. (Analyse vom 19.01.2009) (19.01.2009/ac/a/d)
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