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Analysen - Nebenwerte
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04.03.2002
Schuler halten
LB Baden-Württemberg
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www.optionsscheinecheck.de
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Harald Rehmet, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die Schuler-Aktie (WKN 721063) mit "halten".
Schuler sei Technologie- und Weltmarktführer auf dem Gebiet der Umformtechnik. Bestandteile des Systemangebots seien die neuen Geschäftsbereiche Mechanical Forming Systems (Anteil am Konzernumsatz/EBIT (57/104%), Hydraulic Forming Systems (25/32%) und Advanced Technologies (18/-36%). Das Göppinger Unternehmen beschäftige über 4.400 Mitarbeiter und habe zuletzt ca. 54% des Umsatzes im Ausland erzielt.
Der Auftragseingang sei mit 572 Mio. Euro um 32% hinter dem Vorjahresniveau zurück geblieben, dennoch sei der Konzernumsatz um 8% auf 749 Mio. Euro gestiegen. Im Gegensatz dazu sei der Jahresüberschuss stärker als erwartet gefallen, trotz außerordentlicher Erträge von 3,2 Mio. Euro, um 79% auf 4,2 Mio. Euro. Die Ursachen dafür seien die unzureichende Kapazitätsauslastung im Bereich Mechanical Press Systems (MPS) sowie außerplanmäßige Belastungen bei Hydraulic Press Systems und Hydroforming. Die Dividende bleibe dennoch unverändert bei 0,50 Euro je Vorzugsaktie.
Der Vorstand habe ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm eingeleitet, um die Prozessabläufe zu optimieren, Kosten zu senken und die Kapazitäten flexibler der Nachfrage anzupassen. Neben der Reduzierung der Belegschaft um 300 Mitarbeiter innerhalb von zwei Jahren würden auch die Geschäftsbereiche neu strukturiert. Schuler Automation sei mit MPS zu Mechanical Forming Systems zusammengeführt worden, um Synergien bei der Abwicklung von Großprojekten zu nutzen. Hydroforming, Laser und die Karosserietechnik seien im neuen Bereich Advanced Technologies gebündelt worden.
Trotz einer rechnerischen Reichweite des Auftragsbestands von 10 Monaten (615 Mio. Euro per 30.09.) dürfte der schwache Auftragseingang des Vorjahres im laufenden Geschäftsjahr zu einem rückläufigen Umsatz führen. Obwohl sich die Projektlage verbessert habe und damit ein steigender Auftragseingang für 01/02 zu erwarten sei, werde sich dies aufgrund der langen Durchlaufzeiten erst in 02/03 positiv bemerkbar machen. Man revidiere die Gewinnschätzungen für 01/02 von 0,54 auf 0,11 Euro je Aktie und für 02/03 von 1,07 auf 0,74 Euro. Sollte der Verkauf der Beteiligung an Müller-Weingarten erwartungsgemäß bis 30.09. realisiert werden, rechne man mit einem außerordentlichen Ertrag von ca. 26 Mio. Euro und einer zumindest unveränderten Dividende.
Mit der Kündigung der Teilnahme am SMAX sei zumindest formal mit einer Einschränkung der Publizität zu rechnen, da die Gesellschaft unterjährig nur noch einen Halbjahresbericht veröffentlichen werde.
Im Hinblick auf die hohe Dividendenrendite empfehlen die Analysten der LBBW dem mittel- bis längerfristig orientierten Anleger die Schuler-Aktie zu halten.
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