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Analysen - Ausland
22.12.2008
LVMH auf Research-Select-Liste bestätigt
Hauck & Aufhäuser

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Sven Madsen, bestätigt die Aktie von LVMH (ISIN FR0000121014/ WKN 853292) auf der H&A Research-Aktien-Select-Liste.

Nach besser als erwarteten Halbjahreszahlen habe LVMH für das 3. Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 6% berichtet und damit die Markterwartung erfüllt. Gegenüber dem 1. Halbjahr habe sich damit die Wachstumsrate halbiert. Die deutlich abschwächende Weltkonjunktur habe sich damit bereits im 3. Quartal erheblich auf das Wachstum ausgewirkt. Während das US-Wachstum mit +8% (1. Halbjahr +9%) erstaunlich hoch geblieben sei, habe sich das Wachstumstempo in Asien ex Japan und Europa merklich verlangsamt. So habe der organische Umsatzanstieg in der Region Asien ex Japan im 3. Quartal rd. 15% betragen, während im 1. Halbjahr der Zuwachs noch bei 24% gelegen habe.

In Europa sei die Wachstumsrate von 10% auf 6% gefallen. Grund hierfür sei laut Managementangaben der nachlassende Reiseverkehr nach Europa. Der seit längerem schwächelnde japanische Luxusgütermarkt habe auch im 3. Quartal (-10%) enttäuscht. Grund hierfür seien nach Ansicht der Analysten die bereits erreichte Marktdurchdringung und die schwache japanische Konjunktur. Wie schwierig der japanische Markt für Luxusgüterkonzerne geworden sei zeige auch die Ankündigung des Unternehmens, dass man den Plan einen weiteren Mega-Store in Japan zu eröffnen verworfen habe.

Bezogen auf die Divisionen seien für das 3. Quartal folgende Entwicklungen erwähnenswert: Mode: Die erfolgreiche Entwicklung der Kernmarke Louis Vuitton sei vom Unternehmen erneut hervorgehoben worden. Im 3. Quartal habe zwar das schwache Japangeschäft ein weltweit prozentual zweistelliges organisches Umsatzwachstum verhindert, außerhalb Japans seien die Zuwachsraten laut LVMH jedoch weiterhin zweistellig. Dabei habe die wichtigste Marke im September und Anfang Oktober eine Umsatzbelebung verzeichnet. In China habe die Marke im Oktober einen Rekordmonat (+31%) verzeichnet. Im Uhrengeschäft sei es im 3. Quartal zu einer spürbaren Umsatzverlangsamung gekommen. Organisch sei der Umsatz um rd. 4% gefallen. Grund hierfür sei das schwache Geschäft in den USA und die Absatzschwäche im unteren Luxusuhrensegment.

Auf der Finanzierungsseite gebe es laut Management keinerlei Probleme, da LVMH über ungenutzte Kreditlinien von 4,2 Mrd. Euro verfüge. Trotz der deutlich eingetrübten Konjunkturaussichten habe das Management mit Vorlage der Umsatzzahlen für das 3. Quartal die bisherige Prognose bekräftigt und erwarte weiterhin eine spürbare Verbesserung der Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der negativen Konjunkturaussichten und der Annahme, dass die Luxusgüterkonzerne hiervon stärker betroffen seien, als bisher von den Analysten erwartet, haben man die Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2008 und 2009 zum Teil deutlich gesenkt. Für 2008 rechne man nur noch mit einem Gewinnwachstum von rd. 5% (bisher: 9%) und für 2009 prognostiziere man bei einem Umsatzrückgang von 5% einen EPS-Rückgang von 11%; bisher habe man einen Gewinnzuwachs von 9% erwartet. Sowohl mit der Umsatzerwartung, als auch mit der Ergebniserwartung für 2009 würden die Analysten deutlich unter der Markterwartung liegen. So rechne der Konsens für 2009 mit einem Umsatzwachstum von rd. 2% und einem Gewinnrückgang von lediglich 3%.

LVMH besitze sowohl auf Basis der Gewinnschätzung der Analysten, als auch auf Basis der Konsensschätzung einen deutlichen KGV (2009e)-Bewertungsabschlag gegenüber der Vergleichsgruppe. Da die Bewertung der Vergleichsgruppe durch das extrem hohe Bewertungsniveau von Hermès stark nach oben verzerrt werde und mit PPR, Burberry und Swatch zahlreiche Unternehmen enthalten seien, deren Luxusgeschäft einen geringeren Anteil am Gesamtertrag ausmache, stelle man bei der Kurszielermittlung auf historische Bewertungsniveaus ab.

Zwischen 1987 und 2007 habe laut SocGen das durchschnittliche KGV für LVMH bei 20,3 gelegen. Berücksichtige man nur das niedrigste KGV eines jeden Jahres in diesem Zeitraum, so ergebe sich ein Durchschnitts-KGV von 15,9. Bei einem Vergleich mit der Vergangenheit müsse sicherlich erwähnt werden, dass die derzeitigen Geschäftsaussichten sehr schlecht seien. Gleichzeitig gebe es allerdings auch zahlreiche Faktoren, die sich gegenüber der Vergangenheit kontinuierlich verbessert hätten (zunehmende geographische Diversifikation, verbesserte Kapitalausstattung, eine erheblich diszipliniertere Akquisitionspolitik und die zuletzt gesehene deutliche Erholung des Yen und des USD gegenüber dem Euro). Für das Kursziel würden die Analysten das oben dargestellte Durchschnitts-KGV von 15,9 heranziehen und hierauf aufgrund unserer pessimistischen Konjunkturerwartung einen Abschlag von 10% vornehmen. Multipliziere man das hieraus resultierende KGV von 14,3 mit dem für 2009 erwarteten Gewinn je Aktie von 3,95 Euro errechne sich ein Kursziel von 56,50 Euro.

Seit Jahresbeginn 2008 sei die Aktie um 43% gegenüber einem Rückgang von 42% bzw. 46% im DJ Stoxx Personal & Household Care [Konsumbranche] bzw. DJ Stoxx 600 (Stand: Schlusskurse vom 19.12.2008) gefallen. Seit der Erstempfehlung der Analysten vom 25.3.2008 habe die LVMH-Aktie um 32% nachgegeben. Damit habe sich der Wert wie der Konsumsektor (-32%) und besser als der europäische Gesamtmarkt (-36%) entwickelt. Gründe für die gegenüber dem Gesamtmarkt etwas bessere Kursentwicklung seien nach Ansicht der Analysten die solide Bilanz, das exzellente Markenportfolio und die breite regionale Diversifikation.

Die größten Risiken sehe man in einer länger anhaltenden und deutlichen Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums (insbesondere in den Emerging Markets) und in einer wieder zunehmenden Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar. Ein Ausbruch der Vogelgrippe in einem Ausmaß, welches zu einem spürbaren Rückgang der Reisetätigkeit der Asiaten führen würde, würde nach Ansicht der Analysten ebenfalls die Ergebnisentwicklung merklich belasten. Gleiches gelte für Terroranschläge.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die LVMH-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 56,50 Euro (bisher: 82,50 Euro). (Analyse vom 22.12.2008) (22.12.2008/ac/a/a)


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