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Analysen - DAX 100
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16.12.2008
Demag Cranes kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Demag Cranes (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Die Demag Cranes AG habe gestern die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 veröffentlicht und diese im Rahmen einer Analystenkonferenz in Düsseldorf näher kommentiert. Erwartungsgemäß habe die Gesellschaft ihre bereits im Geschäftsjahr 2007/08 nach oben angepasste Guidance übertroffen. Diese habe einen Umsatz von 1,2 Mrd. EUR sowie eine bereinigte EBIT-Marge von 11% vorgesehen. Am Ende habe Demag Cranes einen Umsatz von 1,23 Mrd. EUR sowie eine Marge von 11,2% erreicht.
Es habe keine quantitative Guidance gegeben, da der Vorstand genauere Prognosen in diesem konjunkturellen Umfeld für unseriös erachte. Im Segment Industriekrane, das als das zyklischste der drei Segmente angesehen werden könne, würden die Analysten allerdings einen Absatzrückgang erwarten, der in Verbindung mit wettbewerbsbedingtem Preisdruck zu niedrigeren Margen führen werde. In Q4 habe die Marge lediglich bei 6,9% gelegen, nachdem sie in den ersten neun Monaten bei 8,9% gelegen habe. Im Konzern habe es einmalige Sonderaufwendungen gegeben, die insbesondere diesem Segment zuzurechnen seien. Dabei handle es sich um Aufwendungen für die Neuregelung der Altersteilzeit sowie für eine Vereinbarung zur Ablösung des Sanierungstarifvertrages.
Der Auftragseingang sei in Q4 mit einem Zuwachs von +16% allerdings noch sehr gut gewesen. Da das Segment eng mit der Investition in neue Fabrikhallen, also der spätzyklischen Bauindustrie, verbunden sei, müsse hier auch mit einer schwächeren Entwicklung in den nächsten Quartalen gerechnet werden. Im Segment Hafentechnologie gebe es aktuell einige Auftragsverschiebungen für größere Projekte. Die Hafenbetreiber seien mit Neuinvestitionen sehr zögerlich, schließlich sinke auch bei ihnen die Auslastung. Die Auftragseingänge seien hier in Q4 mit -2% leicht rückläufig gewesen. Allerdings sei das Vorjahresquartal aufgrund eines großen Auftrags für den Hafen Antwerpen sehr stark ausgefallen.
Das Segment Service sollte sich in dem wirtschaftlichen Abschwung als relativ stabil erweisen. Hier würden auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle spielen, die eine regelmäßige Wartung vorschreiben würden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe dieser Bereich ca. 50% zum Konzern-EBIT beigetragen. Insgesamt würden die Analysten nun einen Konzernumsatz erwarten, der um 6,3% auf 1,15 Mrd. EUR zurückgehen werde. Die EBIT-Marge sähen sie bei 9,4% nach 11,1%.
Die Gesellschaft habe in den vergangenen Jahren die Verschuldung stark reduziert und das Eigenkapital deutlich erhöht, so dass Demag Cranes mit einem Gearing von derzeit 6,8% (ohne Pensionsverpflichtungen) deutlich besser gerüstet sei als in den letzten Jahren. Zum Ende des Geschäftsjahres 2003/04 habe das Gearing bei 440% gelegen.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr könnten die Anleger mit einer Dividende von 1,40 EUR rechnen, was beim derzeitigen Kurs einer Rendite von fast 9% entspreche. Allerdings habe die Gesellschaft bereits jetzt signalisiert, dass zur Finanzierung von externem und internem Wachstum eventuell nicht mit einer weiteren Dividendenstabilität zu rechnen sei.
Trotz ihrer deutlichen Anpassung der Gewinnreihen infolge der massiv verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit ihrer letzten Studie bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre "kaufen"-Empfehlung für die Aktie von Demag Cranes, reduzieren allerdings ihr Kursziel 42 EUR auf 20 EUR. (Analyse vom 16.12.2008) (16.12.2008/ac/a/d)
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