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Analysen - Ausland
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12.12.2008
Vienna Insurance Group kaufen
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, stuft die Vienna Insurance Group-Aktie (ISIN AT0000908504/ WKN A0ET17) nach wie vor mit "kaufen" ein.
In ihrem aktuellen Sektorreport zu Versicherungen hätten die Analysten einen Blick auf die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Branche geworfen. Man könne zwar sagen, dass die Auswirkungen der Krise sehr deutlich seien, es sei aber in ihren Augen nicht gerechtfertigt, den ganzen Sektor als gefährdet anzusehen. Vor allem das dritte Quartal habe einige Unternehmen erstmals (seit langer Zeit) wieder in die Verlustzone gebracht.
Deutlicher habe man jedoch die negativen Auswirkungen an der Entwicklung des Eigenkapitals sehen können, das auch die Verluste der "Available for Sale" Portfolios widerspiegle. Für die im EURO STOXX Insurance vertretenen Versicherungsunternehmen habe der Verlust nach zwei Quartalen bereits über EUR 37 Mrd. betragen. Nach den massiven Kursverlusten betrage das durchschnittliche für 2008 geschätzte KGV nur noch 6,9x, das Verhältnis Preis/Buchwert liege aktuell bei 0,76x.
Tatsächlich hätten bereits die ersten Unternehmen staatliche finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen müssen, generell könne man aber sagen, dass so genannte Kompositversicherer, also Versicherungen, die sowohl in den Sparten Leben als auch im Bereich Schaden/Unfall tätig seien, durch ihre Diversifizierung ihres Geschäfts weniger in Mitleidenschaft gezogen worden seien.
Diese Unternehmen, die auch die Peer Group zu ihren in Wien notierten Unternehmen darstellen würden, würden konsequenter Weise auch zu höheren Multiples gehandelt. Bei diesen Unternehmen betrage das durchschnittliche Kurs/Buchwert-Verhältnis rund 1,15x. Das einzige Versicherungsunternehmen im EURO STOXX, das nach drei Quartalen ein organisches Wachstum im Eigenkapital habe zeigen können, sei die Vienna Insurance Group, für die die Analysten weiterhin viel Potenzial sehen würden.
In ihren Augen stelle auch das Osteuropageschäft für Versicherungen kein wirkliches Risiko dar, da es sich zum einen vorwiegend um wenig zyklisches Nicht-Leben Geschäft handle und zum anderen vom Aufholpotenzial, das sich alleine schon aus der geringen Versicherungsdurchdringung ergebe, auch in den konjunkturschwächeren nächsten Jahren wachsen sollte.
Die Vienna Insurance Group notiere aktuell bei einem Preis/Buchwert Verhältnis für 2008 von 0,7x und einem KGV von 6,6x, also deutlich unter dem Durchschnitt der Peer Group. Auch die anderen Kennzahlen wie beispielsweise Preis/Prämienvolumen würden andeuten, dass die Aktien momentan als günstig angesehen werden könne.
Konsequenterweise bleibt die Vienna Insurance Group-Aktie daher für die Analysten der Erste Bank eine eindeutige Kaufempfehlung mit einem 12-Monats-Kursziel von EUR 44. (Analyse vom 12.12.2008) (12.12.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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