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Analysen - DAX 100
11.12.2008
Celesio kaufen
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, bewertet die Celesio-Aktie (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) mit "kaufen".

Über die Liberalisierung des deutschen Apothekenmarktes würden die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg im Frühjahr 2009 endgültig entscheiden; bereits am Dienstag, den 16. Dezember 2008, werde es einen klaren Hinweis auf den Ausgang des Verfahrens geben. Dann werde der Generalanwalt in seinem Schlussantrag eine Empfehlung zur Rechtmäßigkeit des deutschen und des italienische Fremdbesitzverbots formulieren, der die Richter in drei von vier Fällen folgen würden.

Bislang schließe das Fremdbesitzverbot Kapitalgesellschaften als Betreiber von Apotheken aus. Im bisherigen Verfahren zum deutschen Fremdbesitzverbot hätten DocMorris, das Saarland und die EU-Kommission mit einem Verstoß gegen Gemeinschaftsrecht argumentiert. Die von der Bundesregierung getragene Gegenseite sehe in der nationalen Wettbewerbsbeschränkung die Verhältnismäßigkeit gewahrt.

Für die Celesio-Aktie sei die konkrete Aussicht auf eine Wettbewerbsliberalisierung auf den großen europäischen Apothekenmärkten das positive Argument schlechthin. Celesios wirtschaftliche Perspektive sei mit dem Betreiben von Apotheken verbunden, wie es gegenwärtig in Großbritannien, Norwegen und einem halben Dutzend EU-Staaten praktiziert werde.

Perspektivisch seien die Ergebnisbeiträge des Großhandels nachrangig. Das Großhandelsgeschäft diene als strategisches Instrument für den aktuellen oder den künftigen Marktauftritt eigener Apotheken. Gegenüber dem Wettbewerb habe Celesio auf einem liberalisierten deutschen Apothekenmarkt - dank GEHE und DocMorris - die mit Abstand beste Ausgangsposition.

Mit Verkündung eines Urteils zugunsten Celesios werde sich die Wahrnehmung Celesios durch den Kapitalmarkt schlagartig wandeln. Die Öffnung des Marktes habe viel höhere Bedeutung für die Aktie als der Ergebnisrückgang des laufenden Jahres, der Wandel der Medikamentenlogistik und Unwägbarkeiten politischer Preis- und Rabattvorschriften zusammengenommen.

Als sich Celesio im Frühjahr 2007 in Vorbereitung auf die Wettbewerbsliberalisierung die Marke DocMorris gesichert habe, habe die Perspektive deutlich anders ausgesehen als heute: aus Sicht von Celesio habe sie sich seitdem dramatisch verbessert!

Habe Celesio vor anderthalb Jahren für den Fall der Liberalisierung mit einem Kampf um die besten Apotheken gerechnet, also mit einem Verkäufermarkt, so hätten die hohe Verschuldung von Alliance Boots (netto 8,75 Mrd. GBP zum 31.03.08, statt rund 1 Mrd. GBP im Frühjahr 2007) und die gesunkene Finanzkraft von Phoenix (Teil der Merckle-Gruppe) die beiden einzigen ernsthaften Wettbewerber Celesios praktisch gelähmt. Das Ziel, innerhalb von 5 Jahren 500 eigene Apotheken zu führen, könne DocMorris im Rahmen eines Käufermarktes realisieren.

Celesio unterliege nur minimal konjunkturellen Risiken, sei dafür umso stärker politischen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Die Analysten würden davon ausgehen, dass Celesio den 2008 unterbrochenen Ergebnistrend 2009 wieder aufnehmen werde. Hinsichtlich der auf betriebswirtschaftlichen Entscheidungen beruhenden Marktveränderungen würden sie zu dem Schluss kommen, dass die gegenwärtige Vertriebsumstellung wichtiger Pharmahersteller einem Marktführer wie Celesio in erster Linie Wettbewerbsvorteile biete.

An eine jahrzehntelang positive Ergebnisentwicklung werde Celesio 2009 anknüpfen. Hierin allein würden die Analysten Kurse oberhalb von 30 gerechtfertigt sehen. Die Liberalisierung der Apothekenmärkte aber werde eine grundlegende Neubewertung der Aktie auslösen, mit der dann auch wieder Kurse um 50 konkret begründet sein würden.

Das Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch für die Celesio-Aktie lautet "kaufen". Das Kursziel werde bei 51,00 EUR gesehen. (Analyse vom 11.12.2008) (11.12.2008/ac/a/d)


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