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Analysen - Ausland
12.02.2002
BT Group neutral
Stadtsparkasse Köln

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Die Aktie der BT Group PLC (WKN 794796) wird sich nach Ansicht der Analysten von der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.

Nach der Trennung vom Mobilfunkanbieter BT Cellnet, der mittlerweile als eigen-ständiges Unternehmen unter dem Namen MMO2 firmiere und börsennotiert sei, konzentriere sich das Restgeschäft der neuen BT Group auf die Bereiche BT Retail, BT Wholesale, BT Ignite und BT Openworld. Seit dem Demerger der Mobilfunk-Aktivitäten firmiere die ehemalige British Telecom als BT Group.

Im Frühjahr 2001 sei die umfangreiche Restrukturierung des ehemaligen British Telecom-Konzerns eingeleitet worden, die den Rückzug aus dem Mobilfunkgeschäft und die Fokussierung auf den Geschäftsbereich Festnetz beinhalte.

Die Abspaltung der Mobilfunkaktivitäten sei in erster Linie vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung von British Telecom geschehen. Die unter BT Group firmierende Festnetzgesellschaft schreibe zwar aktuell Gewinne, verfüge aber kaum über Wachstumschancen.

BT halte trotz der frühzeitigen Liberalisierung im britischen Telekommarkt einen Marktanteil im Festnetz von mehr als zwei Dritteln. BT Group wolle sich möglichst von allen seinen nicht-britischen Beteiligungen trennen.

BT Group erwarte bis zum Jahr 2004/05 ein jährliches Wachstum von 3%, wobei Wachstumsimpulse beispielsweise von globalen Telefonkonferenzen ausgehen sollen. Zudem sollen gemeinsam mit der verselbstständigten Mobilfunkgesellschaft MMO2 neue mobile Lösungen angeboten werden. Auch über den Vertrieb von IT -Dienstleistungen an kleinere und mittlere Unternehmen solle Umsatz generiert werden.

Der Personalabbau werde forciert. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt 13.000 Stellen gestrichen werden. Dabei werde der Stellenabbau insbesondere bei der Sparte BT Retail erfolgen.

Das operative Ergebnis habe im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs leicht über den Erwartungen, das EBITDA habe 1,51 Mrd. GBP erreicht, der Cashflow sei deutlich verbessert worden. Die Vergleichbarkeit der Zahlen sei aufgrund der umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen begrenzt. Es zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung des Konzerns ab. Der Umsatz der Gruppe sei im dritten Quartal um 6,6% auf 4,66 Mrd. GBP gestiegen.

Per 31.12.2001 habe die Nettoverschuldung der BT Group 13,6 Mrd. GBP betragen, was einem Rückgang im dritten Quartal um 2,9 Mrd. GBP entspricht. Damit sei die Schuldenlast in einem Jahr um mehr als die Hälfte abgebaut worden.

Der Bereich BT Wholesale weise gegenüber BT Retail bei praktisch identischen Umsätzen von gut 9 Mrd. GBP mit 3,02 Mrd. GBP ein in etwa dreifaches EBITDA und ein doppelt so hohes operatives Ergebnis aus. Die Nutzung der BT-Infrastruktur durch andere TK-Unternehmen erweiset sich als das mit Abstand ertragreichste Geschäft innerhalb der Gruppe, binde aber auch die meisten Investitionen. BT Ignite habe sich mit einem EBITDA von 116 Mio. GBP bei einem Umsatz von 3,26 Mrd. GBP relativ ertragsschwach.

Das Unternehmen habe eine Retailoffensive in Großbritannien für ADSL angekündigt, die mit günstigeren Anschlusspreisen verbunden sein solle. Zudem wolle BT auch Inhalte anbieten. Eine Medienpartnerschaft sei bereits mit dem Pay-TV-Kanal BSkyB geschlossen worden. Die Wettbewerbsposition von BT verbessere sich aufgrund der Probleme wichtiger Wettbewerber im Kabel- und Festnetzgeschäft.

Nach der Abspaltung der Mobilfunkaktivitäten umfasse die BT Group lediglich noch das Festnetzgeschäft, das über nur geringes Wachstumspotenzial verfüge. Als reiner Festnetzanbieter habe BT Group einen eher defensiven Charakter.

Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln stuft die BT Group-Aktie als Marketperformer ein.



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