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Analysen - DAX 100
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10.12.2008
Deutsche Lufthansa "buy"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der SEB, Oana Floares, stuft die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) mit dem Rating "buy" ein.
Dem langen Ringen um die Austrian Airlines (AUA) habe Lufthansa nun ein Ende gesetzt: Die ersten 42% werde sie nun vom österreichischen Staat für knapp 0,4 Mio. Euro übernehmen. Der erfolgsabhängige Anteil belaufe sich auf weitere 162 Mio. Euro. Die restlichen im Streubesitz befindlichen Anteile könnten nach Angaben der Analysten zusätzliche 215 Mio. Euro kosten. Hinzu würden rund 600 Mio. Euro Schulden kommen. Da die beiden Airlines bereits kooperieren würden, dürften sich die kurzfristigen Kostensynergien nach Meinung der Analysten eher im Rahmen halten; vielmehr gehe man für 2009 von einem anteiligen Verlust im mittleren zweistelligen Mio. Euro-Bereich für die Lufthansa aus. Mittelfristig sehe man jedoch zusätzliche Erlöspotenziale durch den Streckennetzausbau nach Osteuropa.
Lufthansa habe zudem die Verkehrszahlen für November bekannt gegeben. Sowohl die Passagierzahl (-2,3% gg. VJ) als auch das Frachtaufkommen (-8,9%) seien weiter zurückgegangen, was in den zuletzt gesenkten Schätzungen der Analysten bereits berücksichtigt worden sei.
Aus der derzeitigen Krise werde Lufthansa als eine der wenigen Fluggesellschaften gestärkt hervorgehen, indem sie ihre Position weiter konsequent ausbaue. Das aktuelle Kostensparprogramm (u.a. Einstellungsstopp, Kapazitätsüberprüfungen) sollte die Aufwandsseite nach Ansicht der Analysten entlasten. Bei einem Ölpreisniveau um 64 USD/Barrel würden die Lufthansa-Treibstoffkosten voraussichtlich um 20% nach unten gehen. Hinzu kämen jedoch die Kosten der Absicherung. Die Kranich-Linie habe zuletzt die Positionierung in Italien mit "Lufthansa Italia" selbst ausgebaut und sich damit wohl von einem direkten Einstieg an der neuen Alitalia distanziert. Man gehe davon aus, dass im Gegenzug Air France-KLM den Zuschlag erhalten werde.
Die Passagierbeförderung werde sich nach Meinung der Analysten der SEB der sich weltweit abkühlenden Konjunktur nicht entziehen können und dürfte im nächsten Jahr sowohl auf Seite der Privatkunden als auch bei den Geschäftsreisen einstellig abnehmen. Zunehmende Risiken sehe man für den Bereich Logistik bei einem deutlicher Dämpfer in den weltweiten Handelsaktivitäten. Ein Schwachpunkt sei auch das stark fixkostenintensive Geschäftsmodell. Die angekündigte Dividendenkürzung schätze man auf 25% gegenüber dem Vorjahresniveau von 0,70 € ohne Sonderdividende. Die Bewertung lasse wohl keine deutliche Kurserholung zu. Aufgrund der AUA-Anteilsübernahme erhöhe man das Kursziel geringfügig auf 13 Euro (von zuvor 12 Euro).
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Deutschen Lufthansa mit dem Rating "buy" ein. (Analyse vom 10.12.2008) (10.12.2008/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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