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Analysen - DAX 100
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05.12.2008
Hypo Real Estate Spielball der Spekulanten
Geldanlage-Report
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www.optionsscheinecheck.de
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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" raten bei der Aktie von Hypo Real Estate (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) auf solidere Titel im Sektor auszuweichen.
Der Rückgriff auf das Rettungspaket des Bundes rette die Hypo - sei für Aktionäre aber ein zweischneidiges Schwert. Die Analysten seien sich einig - "verkaufen".
Der Teufel stecke im Detail: Auf den ersten Blick sei die neuerliche Bürgschaft des Bundes für die stark angeschlagene Hypo Real Estate positiv zu werten. Weitere 20 Milliarden Euro stelle der Bund im Fall der Fälle zur Verfügung. In den Wochen zuvor seien der Bank von staatlicher Seite bereits 50 Milliarden Euro zugesichert worden. Das zeige wie dramatisch die Situation sei.
Es fließe zunächst aber kein Geld, es gehe nur um die Absicherung im Ernstfall. Das sei die einzige Möglichkeit, um bis zum 15. Januar fällige Schuldverschreibungen überhaupt besichern zu können. Ohne die staatliche Absicherung im Hintergrund wären neue Anleihen momentan am Markt quasi unverkäuflich. Während so kurzfristig wieder mal ein Loch in der Bilanz gestopft werden könne, würden sich die Aussichten für die Aktionäre aber trotzdem weiter verschlechtern.
Längst bekannt sei, dass wegen der Inanspruchnahme des Pakets für 2008 keine Dividende bezahlt werden dürfe. Viel problematischer: 1,5 Prozent des genutzten Garantievolumens müsse die Bank an den Sonderfonds des Bundes bezahlen. Das lese sich relativ harmlos.
Doch die Analysten seien alarmiert. Der Tenor: Auf absehbare Zeit werde die Hypo Real Estate keine Erträge für Anleger schaffen. Die Kosten für Bürgschaften und Liquiditätshilfen würden in 2009 und 2010 für Verluste sorgen und seien höher als angenommen. Manfred Jakob, der Bankenexperte bei der SEB, befürchte in seiner neuen Analyse auch ein sich weiter verschlechterndes Umfeld in der Branche: "Die Immobilienmärkte verschlechtern sich zusehends. Vermögenswerte, Mieten und Leerstandsraten stehen unter Druck. Die kompletten Auswirkungen der Trends werden sich erst künftig bemerkbar machen."
Einziger Lichtblick: Der US-Investor J.C. Flowers, der aktuell gut 24 Prozent der Hypo-Aktien halte, sichere dem Unternehmen weiter seine Unterstützung zu. Außerdem miste der neue Vorstand Axel Wieandt kräftig aus. Fast der gesamte Aufsichtsrat werde ausgetauscht. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender sei der ehemalige Deutsche Bank-Manager Michael Endres.
Auch Wieandt, der selbst erst einige Wochen bei der Hypo Real Estate sei, sei zuvor bei der Deutschen Bank gewesen. Operativ solle eine radikale Umstrukturierung die Wende bringen. Allerdings habe Wieandt bisher noch keine konkreten Angaben gemacht, wie diese aussehen solle. Der Austausch der Führungsspitze sei jedenfalls überfällig gewesen. Neben operativen Fehlern habe auch die Kommunikation mit dem Finanzmarkt stark zu wünschen übrig gelassen. Die Hypo Real Estate bleibe bis auf weiteres ein Spielball der Spekulanten. Bei einer Verschlimmerung der Krise drohe das endgültige Aus.
Anleger sollten im Sektor auf solidere Titel ausweichen, so die Experten vom "Geldanlage-Report" zu der Hypo Real Estate-Aktie. (Analyse vom 05.12.2008) (05.12.2008/ac/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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