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Analysen - Ausland
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27.02.2002
Michelin kaufen
Deutsche Bank
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Die Analysten der Deutschen Bank bleiben auf Grund der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2001 bei ihrer Empfehlung, Aktien des französischen Reifenproduzenten Michelin (WKN 850739) zu kaufen.
Zum ersten Mal seit 2001 habe Michelin, trotz des sinkenden Verkaufsvolumens und der weltweit bestehenden Überkapazitäten in der Produktion, Preiserhöhungen bekanntgegeben und dennoch keine Marktanteile verloren. Diese einzigartige Situation zeige den Analysten, dass sich in der Reifenbranche nach der Rückrufaktion von Firestone strukturelle Änderungen abspielten.
Trotz des gesunkenen Betriebsgewinns gebe es bei den Ergebnissen des Jahres 2001 verschiedene positive Faktoren für Michelin: 1) dürfe sich die Sparte PKW-Reifen trotz eines um 1% gesunkenen Volumens über eine betriebliche Marge von fast 9% freuen, nachdem diese im Jahr 2000 noch 7,6% betragen habe. 2) habe sich das Volumen bei LKW-Reifen um 7% verringert, wobei Michelin zusätzlich noch den Lagerbestand verringert habe, wodurch sich die Marge auf den historischen Tiefststand von 8,8% reduziert habe. 3) aber habe Michelin durch die Reduktion der Lagerbestände die Nettoverschuldung bei 4,9 Mrd. EUR gleich belassen können.
Zwar seien die Analysten immer noch skeptisch, was die wirtschaftlichen Aussichten für 2002 betreffe, dennoch scheine das Management von Michelin optimistisch, die Margen im laufenden Jahr steigern zu können. Die positiven Folgen der 250 Mio. EUR teuren Umstrukturierung und eine weitere Verbesserung des Produktmix sollten hierbei das um geschätzte 2% sinkende Volumen ausgleichen können. Durch die Stabilisierung der Verkaufspreise sollte es zudem möglich sein, von den sinkenden Rohmaterialpreisen zu profitieren. Dabei werde ein Großteil der erwarteten Verbesserung des betrieblichen Ergebnisses im 2. Halbjahr 2002 anfallen.
Da außerdem manche Märkte (PKW und Schwer-LKW in den USA) derzeit weit unter dem üblichen Trend lägen, könnte es sein, dass Michelin im Jahr 2003 zusätzlich von einem steigenden Verkaufsvolumen profitieren könnte, wodurch die betriebliche Marge noch einmal um 100 Basispunkte steigen und damit dem Managementziel von durchschnittlich 10% bis 2005 näher kommen könnte. Damit könnte das Jahr 2003 zu einem sehr guten Jahr werden, in dem die Vorteile aus der Restrukturierung und die gesunkenen Rohstoffpreise richtig zu tragen kämen.
Das einzige Negativrisiko liege in der Möglichkeit der Finanzierung einer größeren Akquisition in Asien durch eine Kapitalerhöhung, die sich auf den Gewinn/Aktie negativ auswirken würde. Die sonst gute Ertragsdynamik von Michelin veranlasse die Analysten der Deutschen Bank aber dazu, zum Kauf der Aktie zu raten und das Kursziel von 45 EUR auf 50 EUR zu erhöhen.
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