|
Analysen - Ausland
|
27.02.2002
Böhler-Uddeholm neutral
Raiffeisen Centrobank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank sehen die Aktie des österreichischen Stahlunternehmens Böhler-Uddeholm (WKN 894577) auch nach der Präsentation der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2001 als neutral.
Böhler-Uddeholm habe nach vorläufigen Berechnungen im Geschäftsjahr 2001 im Umsatz und Ergebnis wieder ein Rekordjahr verbuchen können. Der Umsatz sei um 1,8% auf EUR 1.509,4 Mio. gestiegen und das EBIT habe sich um 5,1% auf EUR 132,1 Mio. verbessert. Die EBIT-Marge habe sich von 8,5% auf 8,8% erhöht. Die Umsatz- und Ergebnissteigerungen resultierten hauptsächlich aus einem verbesserten Produkt-Mix und weiterhin stabilen Preisen im 4. Quartal 2001. Der gesunkene Auftragsstand weise auf Rückgänge im Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2002 hin.
Trotz stark rückläufiger Auftragseingänge im Verlauf des Jahres 2001 habe Böhler-Uddeholm im 4. Quartal 2001 das EBIT gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 13,1% auf EUR 33,7 Mio. steigern können. Durch dieses starke Schlussquartal sei es Böhler-Uddeholm gelungen, ein neuerliches Rekordjahr im Umsatz und Ergebnis für 2001 auszuweisen. Die Investitionen in Anlagen zur Produktion höherwertiger Stähle (ESU, VIM, PM) hätten maßgeblich zu einer Verlagerung zu einem höherwertigen Produkt-Mix und somit stabileren Preisen beigetragen. Das 4. Quartal 2001 habe aber auch eine Stabilisierung im Auftragseingang gezeigt, der mit EUR 201,8 Mio. um 3,3% über dem Vorquartal gelegen sei.
Aufgrund des auf EUR 289,8 Mio. gesunkenen Auftragsstandes (ca. 37% entfalle auf den Geschäftsbereich Schmiedetechnik mit langen Durchlaufzeiten) erwarten die Analysten vor allem für das erste Halbjahr 2002 Rückgänge im Umsatz und Ergebnis. Der Verband deutscher Werkzeugmaschinenfabriken erwarte für 2002 einen Produktionsrückgang um ca. 10%. Deutschland als weltweit größter Markt für Werkzeugstahl stelle für Böhler-Uddeholm den wichtigsten Einzelmarkt dar. Daher werde sich Böhler-Uddeholm dieser Branchenentwicklung nicht zur Gänze entziehen können.
Böhler-Uddeholm werde auf Basis der Gewinnschätzungen der RZB für 2002 mit einem KGV von 10,2 bzw. für 2003 von 8,0 bewertet. Auf Grundlage des EBITDA errechne sich für 2002 ein Wert von 4,8 und für 2003e von 4,3. Im Vergleich zu Carpenter, als bestvergleichbares Peer-Group Unternehmen sehen die Analysten Böhler-Uddeholm als leicht unterbewertet an. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank erhöhen ihre Gewinnschätzungen für die Folgejahre aufgrund der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2001. Aufgrund des spätzyklischen Charakters der Aktie halten sie aber ihre "neutral" Empfehlung aufrecht.
|