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Analysen - Nebenwerte
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25.11.2008
Gerresheimer kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analystin vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Gerresheimer (ISIN DE000A0LD6E6/ WKN A0LD6E) weiterhin mit "kaufen" ein.
Während des gestrigen Sales-Briefings mit dem CFO Hans-Jürgen Wiecha hätten sich wesentliche Key-Facts herauskristallisiert.
Das Umsatzwachstum dürfte in den kommenden Jahren über dem allgemeinen weltweiten Marktwachstum für pharmazeutische Verpackungen (derzeit 6,6%) liegen. Wachstumstreiber seien Wachstumsprojekte (darunter Ausbau der Produktionskapazitäten bei RTF-Spritzen, Ausbau des Pen-Geschäfts, Desiccant Closures) und mögliche Akquisitionen.
Es bestehe deutliches EBITDA-Margenverbesserungspotenzial. Im Segment Tubular Glas dürfte der Kapazitätsausbau im RTF-Spritzen-Bereich zu einer Margenverbesserung beitragen, im Segment Plastic Systems könnte der Verkauf der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Sparte Technical Plastics zu einer Margenverbesserung von 18,7% (FY/07) auf 20 bis 25% führen, im Segment Life Science Research dürfte die Verlagerung der Produktion nach China aufgrund der dort deutlich niedrigeren Lohnkosten (Lohnkostenanteil mit 70% in diesem Segment am höchsten) ebenfalls zu einem deutlichen Margensprung von 10,7% (FY/07) auf rund 16 bis 17% in den kommenden zwei Jahren führen.
Gerresheimer profitiere zunehmend davon, Anbieter einer breiten Produktpalette (in Glas und Kunststoff) zu sein: Gerresheimer sei ein "One-Stop-Shop" für die Pharmaindustrie. 90% der Umsätze seien durch längerfristige Verträge unterlegt. Die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden sei dabei begrenzt. 31% der Umsätze würden mit den Top 10 Kunden generiert.
Hohe Eintrittsbarrieren würden neuen Wettbewerbern den Markteintritt erschweren. Hierzu würden vor allem regulatorische Vorgaben gehören (sämtliche Arzneimittelverpackungen würden der Zulassungspflicht unterliegen), ein guter Track-Record hinsichtlich Qualität und Lieferfähigkeit aus Sicht der Arzneimittelhersteller, hochspezialisiertes Knowhow sowie hohe Start-up- und Fixkosten.
Derzeit bestehe kein akuter Refinanzierungsbedarf. Die Finanzierungsstruktur des Unternehmens sei langfristig angelegt und bestehe aus verschiedenen Instrumenten (Bond, revolvierende Kreditfaszilität, langfristiger Bankenkredit). Die Liquiditätsreserve liege bei 139 Mio. EUR. Die langfristige Finanzierungsstruktur solle im aktuellen Marktumfeld nicht für größere Akquisitionen aufgebrochen werden (zumal die Preise für Übernahmeziele noch sinken dürften).
Downside-Risiken könnten sich nach Erachten der Analysten aus steigendem Preisdruck, schlechteren Vertragskonditionen mit großen Arzneimittelproduzenten im Zuge von Vertragsneuverhandlungen beziehungsweise Vertragsverlängerungen, Überkapazitäten bei einigen Produktlinien sowie bei der Integration neu akquirierter Unternehmen ergeben. Upside-Risiken sehe man in möglicherweise zu konservativen Schätzungen, sowohl auf der Umsatzseite (nicht enthalten Produktinnovationen, Akquisitionen), als auch hinsichtlich der Margenentwicklung.
Das solide Wachstum dürfte in den kommenden Jahren auch weiterhin anhalten. Hierzu würden die demographische Entwicklung und der steigende Bedarf nach besserer medizinischer Versorgung sowohl in den westlichen Industriestaaten als auch in den Schwellenländern beitragen. Attraktive Wachstumschancen sollten sich darüber hinaus durch weitere Produktinnovationen, den kontinuierlichen Ausbau der Geschäftstätigkeit im Ausland sowie durch mögliche Akquisitionen ergeben. Durch die Aufnahme in den MDAX (Gerresheimer gehöre aktuell zu den favorisierten Aufstiegskandidaten) dürfte das Unternehmen noch mehr in den Fokus von Investoren rücken.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Gerresheimer-Aktie mit dem Anlageurteil "kaufen" ein. Das Kursziel von 33,00 EUR werde bestätigt. (Analyse vom 25.11.2008) (25.11.2008/ac/a/nw)
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