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Analysen - DAX 100
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20.11.2008
KUKA verkaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von KUKA (ISIN DE0006204407/ WKN 620440) von "halten" auf "verkaufen" ein.
KUKA AG habe am Mittwoch im Rahmen einer Ad-hoc-Meldung vermeldet, dass die amerikanische Tochtergesellschaft des deutschen Automobilzulieferers Getrag die Eröffnung eines Gläubigerschutzverfahrens beantragt habe. Der Grund dafür habe bei dem Getrag-Kunden Chrysler gelegen, der Investitionsvorhaben gestrichen habe. Dies falle wiederum auf die KUKA-Tochtergesellschaft LSW zurück, die mit der Getrag einen Vertrag über die Lieferung von zwei Linien für die Herstellung von Getrieben geschlossen habe. LSW habe bislang von Getrag USA keine Zahlungen für das Projekt im Wert von rund 23 Mio. Euro erhalten.
Damit würden bei KUKA fest eingeplante Umsätze in Höhe von maximal 23 Mio. Euro ausfallen. Das EBIT könnte durch den Forderungsausfall in gleicher Höhe belastet werden, da erstens die Margen des Auftrags relativ niedrig gewesen seien und zweitens Teile der Fertigungslinien wieder nach Deutschland zurückgeholt und eingelagert werden müssten. Angabegemäß suche KUKA derzeit nach anderen Interessenten beziehungsweise Verwendungsmöglichkeiten für die Anlagen. Wie hoch eventuelle Zuflüsse sein könnten, sei derzeit allerdings nicht abzuschätzen.
Mit dieser Nachricht zeige sich wieder deutlich, wie hoch die Risiken der Automobilzulieferer derzeit seien und welche Unsicherheiten damit hinsichtlich der weiteren operativen Entwicklung bestünden. KUKA erziele ungefähr die Hälfte des Umsatzes mit der Automobilindustrie. Auch verbinde KUKA eine enge geschäftliche Verbindung mit Chrysler. Über die Tochtergesellschaft KTPO fertige KUKA Autokarosserien für den Jeep Wrangler. Allerdings betone KUKA, dass KTPO sehr profitabel arbeite und der Jeep Wrangler eine der wenigen guten Modelle im Portfolio von Chrysler sei. Sollte auch Chrysler in die Insolvenz gehen, wäre ein Insolvenzverwalter aber gesetzlich gezwungen, KTPO weiterzuführen. In einem Worst-Case-Szenario könnte dies allerdings zu einem Abschreibungsbedarf in Höhe von bis zu 77 Mio. Euro führen.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen entsprechend dem maximalen Belastungspotenzial aus dem Forderungsausfall nach unten angepasst. Für 2009 belasse man die Schätzungen vorerst unverändert und gehe trotz der einmaligen Belastung im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von circa 23 Mio. Euro nicht davon aus, dass das EBIT deutlich verbessert werden könne. Angesicht der täglich neuen Hiobsbotschaften sowohl aus der Automobilindustrie als auch aus anderen Industriezweigen würden die Analysten hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung von KUKA immer skeptischer.
Aus diesem Grund stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von KUKA von "halten" auf "verkaufen" zurück. Das Kursziel werde von 15,00 Euro auf 10,00 Euro gesenkt. (Analyse vom 20.11.2008) (21.11.2008/ac/a/d)
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