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Analysen - Nebenwerte
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19.11.2008
STRATEC Biomedical zu hoch bewertet
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von STRATEC Biomedical (ISIN DE0007289001/ WKN 728900) aktuell zu hoch bewertet.
Die STRATEC Biomedical AG habe ihre Anteilseigner in diesem Jahr erheblich enttäuscht. Vorstandschef Hermann Leistner habe ursprünglich für dieses Geschäftsjahr ein sattes Wachstum bei Umsatz und Gewinn in Aussicht gestellt. Nachdem bereits im Jahr 2007 die Umsatzprognose verfehlt worden sei, treffe es in 2008 den Umsatz als auch den Gewinn. Eigentlich sollte 2008 ein tolles Jahr werden mit einem Umsatz zwischen 78 Millionen Euro und 82 Millionen Euro und einem EBT von 16,2 Millionen Euro bis 18,2 Millionen Euro. Die geplante EBT-Marge: über 20 Prozent. Die Prognose habe sehr gut geklungen. Sie werde aber meilenweit verfehlt.
Nunmehr würden die Schwaben lediglich noch mit einem Umsatz von mehr als 60 Millionen Euro und einem EBT von mehr als 11,5 Millionen Euro rechnen. Der geplante Umsatz und Gewinn vor Steuern liege sogar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Neunmonatszahlen und vor allem die Q3-Zahlen seien schlecht ausgefallen und lägen zum Teil deutlich unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Grund für das Debakel sei vor allem, dass ein Großkunde aus München deutlich weniger Systeme abnehme als einst geplant.
Ob STRATEC Biomedical die nun reduzierte Prognose erreiche, bleibe abzuwarten. Das Unternehmen sei an der börsennotierten CyBio AG beteiligt. Der Anteil liege bei über 10 Prozent. Die Aktie von CyBio habe seit dem Kauf allerdings deutlich an Wert verloren. Ob sich dies bis Jahresende ändere oder für die Beteiligung noch etwas aus dem Hut gezaubert werde, bleibe abzuwarten.
Die Experten von "TradeCentre.de" würden es jedenfalls begrüßen, wenn die Geschichte abgeschrieben wird. Insgesamt müssten inzwischen mehr als 1 Million Euro ergebniswirksam abgeschrieben werden. Selbst wenn STRATEC Biomedical durch die Abschreibung das reduzierte Gewinnziel verfehle, sei eine Abschreibung empfehlenswert. Das Jahr 2008 sei bei Anlegern ohnehin abgehakt. Unternehmen sollten das Jahr nutzen, um alles abzuschreiben, was nicht niet- und nagelfest sei.
Für das Jahr 2009 zeige sich der Vorstand der Gesellschaft sehr optimistisch. Nach eigenen Angaben würden die aktuellen Abnahmeprognosen mehrerer Kunden sowie der anstehenden Vermarktungsstarts der in finalen Stadien der Entwicklungspipeline befindlichen Systeme ab dem kommenden Jahr zu einem deutlichen Wachstum führen. Die Experten von "TradeCentre.de" sind gespannt, ob dies angesichts einer beinharten Finanz- und Wirtschaftskrise einzuhalten ist. Auch Unternehmen aus dem Gesundheitssektor würden ihr Geld nicht mehr aus dem Fenster rausschmeißen und könnten ihre Investitionen zügeln.
Jedenfalls gehe das Management nunmehr davon, dass die durchschnittlichen Wachstumsraten von mehr als 11 Prozent beim Umsatz und mehr als 18 Prozent beim EBT in den Jahren 2009 bis 2011 erreichen zu können. Eine konkrete Prognose für 2009 habe das Management bisher nicht kommuniziert. Gut wäre, wenn STRATEC Biomedical die einstige Prognose für 2008 nunmehr in 2009 erreiche. Das erscheine aber als äußerst ambitioniert.
An der Börse werde das Unternehmen mit über 150 Millionen Euro kapitalisiert. Das entspreche mehr als dem dreifachen Buchwert. Das KGV für 2008 liege bei 18. Das sei sportlich. In 2009, sofern alles glatt laufe, könnten im besten Fall 0,90 Euro bis 1,00 Euro EPS drin sein. Das KGV reduziere sich somit auf 13. Mit einer erneuten Enttäuschung hätte STRATEC Biomedical das Vertrauen komplett verspielt.
Aktuell erscheint den Experten von "TradeCentre.de" die STRATEC Biomedical-Aktie zu hoch bewertet. Bei Kursen unter 10 Euro seien Käufe diskutierbar. (Analyse vom 19.11.2008) (19.11.2008/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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