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Analysen - DAX 100
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17.11.2008
GILDEMEISTER spekulativ sehr reizvoll
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) auf aktuellem Kursniveau spekulativ sehr reizvoll.
Der Werkzeugmaschinenhersteller habe wie erwartet starke Zahlen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erzielt. Die Einnahmen hätten um 27% auf 1,363 Milliarden Euro expandiert. Das EBITDA habe sich um 46% auf über 137 Millionen Euro verbessert. Beim EBIT habe die Gesellschaft einen Gewinn von rund 115 Millionen Euro oder ein Plus von 61% erzielt. Die operative Marge von mehr als 8% sei anständig. Der Jahresüberschuss habe sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt und 57,6 Millionen Euro erreicht. Am wichtigsten: Der Auftragseingang habe weiter verbessert werden können und ein Niveau von fast 1,6 Milliarden Euro erreicht. Per 30. September habe der Auftragsbestand knapp 1 Milliarde Euro betragen.
Zudem positiv: Vorstandschef Rüdiger Kapitza habe die Prognose für dieses Jahr bestätigt. Er gehe unverändert von neuen Rekordwerten für den Konzern aus, die "jetzt aber ambitionierter und risikoreicher geworden sind". Jedoch stören die Experten von "TradeCentre.de" etwas die Molltöne des Vorstandschefs und das Jammern. Die Finanzmarktkrise habe den Konzern schon jetzt rund 100 Millionen Euro an Auftragseingang gekostet. Das Ziel in 2008 erstmals einen Auftragseingang von mehr als 2 Milliarden Euro erzielen zu können, gelte nicht mehr. Jedoch solle sich der Ordereingang nunmehr auf mehr als 1,9 Milliarden Euro belaufen.
Den Umsatz erwarte der Vertriebsprofi bei über 1,85 Milliarden Euro. Das EBIT und der Jahresüberschuss sollten um jeweils 50% wachsen. Somit würden sich in diesem Jahr ein EBIT von fast 190 Millionen Euro und ein Jahresüberschuss von mindestens 75 Millionen Euro oder mehr als 1,73 Euro je Aktie errechnen. Soweit so gut: Börsentechnisch sei das Jahr 2008 ohnehin schon Geschichte. Die Aktie sei nach Veröffentlichung der Zahlen kräftig abgestraft worden. Zudem wolle das Unternehmen die Dividendenzahlung für dieses Jahr überprüfen. Für 2007 sei eine Dividende von 35 Cent gezahlt worden. Ärgerlich, sollte diese trotz einem Rekordjahr reduziert werden.
Bilanztechnisch hingegen können die Experten von "TradeCentre.de" die Diskussion bezüglich der Dividende jedoch nachvollziehen. Der operative Cashflow in den ersten neun Monaten dieses Jahres sei schlicht eine Katastrophe: Nach einem Plus von minus 5 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum liege dieser nunmehr mit über 80 Millionen Euro im roten Bereich. Vor allem die Vorräte seien förmlich explodiert. Auf der Passivseite würden GILDEMEISTER kurzfristige Finanzverbindlichkeiten von rund 300 Millionen Euro drücken. Langfristig stünden knapp 30 Millionen Euro Schulden in der Bilanz. Der Buchwert liege per Ende September bei 370 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote von knapp 30% sei akzeptabel.
Für das nächste Jahr sei mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rückgang des Gewinns zu rechnen. Das EBIT dürfte sich nur noch auf 135 Millionen Euro bis 155 Millionen Euro und der Überschuss auf 60 Millionen Euro bis 70 Millionen Euro belaufen. 2010 könnte es gemäß Analysten weiter abwärts gehen. Vorstandschef Kapitza habe es in über zehn Jahren nicht geschafft, den Konzern so aufzustellen, dass sich die Gewinne auch in einer Krise zumindest stabil halten würden. GILDEMEISTER sei eher ein Schönwetterunternehmen. Im Boom um die Jahrtausendwende habe die Firma prächtig verdient. In der Krise 2002 und 2003 habe das Unternehmen 20 Millionen Euro respektive 3,6 Millionen Euro platt gemacht und Verluste geschrieben.
Von einem Vorstandsteam, das sich in 2007 Gehälter von 5,4 Millionen Euro gönnte, fast 40% mehr als in 2006, erwarten die Experten von "TradeCentre.de" mehr als nur knackige Gewinne in Schönwetterphasen einzufahren. In einer Boomphase könne jeder viel Geld verdienen. Vorstandschef Kapitza, der im letzten Jahr ein Salär von strammen 1,5 Millionen Euro eingestrichen habe, sollte seine edlen Manschettenknöpfe und das adrette Einstecktuch ablegen und besser die Hemdsärmel hochkrempeln. Zur Not den Blaumann überziehen und GILDEMEISTER auch fit in Krisenzeiten zu machen.
Bei der Hauptversammlung in 2008 sei der angestellte CEO noch recht zuversichtlich gewesen. 2009 sollte der Umsatz weiter steigen und auch der Gewinn weiter zulegen. Das könnten sich die Anteilseigner jetzt abschminken. Die Schönwetterphase sei vorbei. Ob das Schiff wetterfest sei, werde sich in 2009 zeigen.
Die Aktie selbst sei alles andere als teuer und mit einem Börsenwert von unter 300 Millionen Euro sogar unter dem Buchwert zu haben. Zudem sähen die Experten GILDEMEISTER als potenziellen Übernahmekandidaten. Eventuell habe Maxcor aus den USA Interesse, die sich in der Branche der Werkzeugmaschinen eingekauft habe. Der Freefloat von 100% lade jedenfalls zu einer Übernahme ein. Der Vorstand und Aufsichtsrat von GILDEMEISTER würden keine Anteile respektive allenfalls im kleinsten Umfang halten.
Nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" ist das Papier von GILDEMEISTER auf aktuellem Kursniveau spekulativ sehr reizvoll. (Analyse vom 17.11.2008) (17.11.2008/ac/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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