Logo
Analysen - TecDAX
17.11.2008
Conergy verkaufen
SES Research

www.optionsscheinecheck.de

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten von Blumenthal, bewertet die Aktie von Conergy (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) unverändert mit dem Rating "verkaufen".

Conergy habe Q3-Zahlen vorgelegt, die insgesamt die Erwartungen des Konsenses getroffen hätten. Geringere Abschreibungen seien der wesentliche Grund für den niedrigeren operativen Verlust. Das hohe negative Nettoergebnis erkläre sich aus der Abschreibung auf die an Warburg Pincus verkaufte Windproduktion in Höhe von ca. EUR 37 Mio. Conergy sei es gelungen, ein hartes Underwriting für eine Kapitalerhöhung von EUR 399 Mio. von Credit Suisse und Dresdner Kleinwort zu bekommen. Leemaster (Happel) und Athos (Strüngmann-Brüder) würden EUR 137 Mio., und CEO Ammer EUR 11 Mio. übernehmen.

Es würden 363 Mio. neue Aktien zum Preis von EUR 1,10 ausgegeben. Das Bezugsverhältnis betrage 1 zu 10, damit betrage die zukünftige Gesamtmenge an Aktien 398,1 Mio. Die Bezugsperiode laufe vom 18. November bis zum 2. Dezember.

Die Kapitalerhöhung sichere den Fortbestand des Unternehmens und werde dringend benötigt, da das Eigenkapital im 3. Quartal mit EUR -19,3 Mio. bereits negativ sei. Die Kapitalerhöhung werde in erster Linie zur Ablösung des Überbrückungskredits (EUR 240 Mio.) verwendet. Die Finanzverschuldung aus syndiziertem Kredit (EUR 250 Mio.) und Term Loan (EUR 112 Mio.) bleibe mit insgesamt EUR 362 Mio. auf hohem Niveau. Für beide Kreditlinien seien die Covenants bis Dezember 2009 ausgesetzt.

LG habe die Verhandlungen über eine 75%-ige Beteiligung an Conergys Solarfabrik in Frankfurt/Oder abgebrochen. Damit müsse sich Conergy einen neuen Partner suchen und die Solarfabrik bis auf weiteres allein betreiben. In den ersten neun Monaten seien lediglich 30 MW produziert worden, und im 4. Quartal seien weitere 20 MW eingeplant. Die Kapazitätsauslastung dürfte damit im Gesamtjahr bei ca. 35% liegen. Bisher arbeite die Fabrik noch nicht profitabel. Mit den zusätzlichen Wafernmengen von MEMC in 2009 sollte die Produktion auf 100 MW gesteigert werden.

Conergys Tochter EPURON habe in Spanien drei Solarparks mit einer Leistung von insgesamt 6 MW ans Netz gebracht und über die HSH Nordbank finanziert. Auch in Deutschland seien zwei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 9 MW fertig gestellt und an ein deutsches Emissionshaus verkauft worden.

Dieser positive Newsflow sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die neuen Einspeisevergütungen in Deutschland und Spanien solche Projekte in 2009 deutlich weniger rentabel machen würden. Die Beschränkung des Zubaus in Spanien auf 300 MW für Freiflächen sollte den Wettbewerb um Zubaukontingente enorm intensivieren und den spanischen Freiflächenmarkt deutlich schrumpfen lassen.

Die Nettoergebnisschätzung für 2008 werde deutlich gesenkt. Grund sei zum einen der negative Beitrag der Position discontinued operation, der nach der hohen Abschreibung auf die verkaufte Windproduktion deutlich höher ausfalle als erwartet. Zum anderen dürfte Conergy eine Steuerquote haben, die etwa bei Null liege und damit deutlich niedriger sei als angenommen.

Die Schätzungen für 2009 und 2010 seien erhöht worden, da Conergy bei der Restrukturierung gute Fortschritte gemacht habe. Das Unternehmen dürfte sein Überleben durch die Kapitalerhöhung vorläufig gesichert haben. Ein aktualisiertes DCF-Modell ergebe ein neues Kursziel von EUR 0,80 (alt: EUR 1,20). Werde der Wert der Bezugsrechte bei einem Aktienkurs von EUR 4,80 auf die zukünftigen Aktien umgerechnet, ergebe sich ein rechnerischer Kurs von ca. EUR 1,42 für alte und neue Aktien ((EUR 4,80 * 35 Mio. + EUR 1,10 * 363 Mio.)/398 Mio. = EUR 1,42). Die Kennzahlen würden bereits den errechneten zukünftigen Kurs berücksichtigen. Das Kursziel von EUR 0,80 signalisiere eine deutliche Überbewertung.

Für die Analysten von SES Research ist die Conergy-Aktie weiterhin ein klarer Verkauf. (Analyse vom 17.11.2008) (17.11.2008/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de