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Analysen - Ausland
14.11.2008
Telekom Austria Schätzungen in Überarbeitung
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Thomas Unger, überarbeitet seine Schätzungen und sein Kursziel für die Aktie der Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811).

Am Montag habe die Telekom Austria nach ihrer Aufsichtsratssitzung Maßnahmen innerhalb ihres Restrukturierungsprogramms bekannt gegeben, die die Freistellung und Sozialpläne für rund 1.250 Mitarbeiter (größtenteils Beamte) im Segment Festnetz im Laufe des Jahres 2009 beinhalten würden. Aufgrund geltender Bilanzrichtlinien müsse das Unternehmen für diese Restrukturierungsmaßnahmen eine Rückstellung in der Höhe des geschätzten Nettobarwerts der zukünftigen Personalkosten der freigestellten Mitarbeiter, das seien EUR 630 Mio., bilden. Die zinstragende Rückstellung werde das Ergebnis im vierten Quartal - ohne Auswirkung auf den Cashflow und das operative Geschäft - beeinflussen.

Infolge geringerer Personalkosten rechne das Unternehmen mit Einsparungen von EUR 35 Mio. im Jahr. Aufgrund der Rückstellung habe auch der Ausblick angepasst werden müssen. Demnach solle die Telekom Austria einen Rückgang im Betriebsergebnis um 85% und ein leicht negatives Nettoergebnis für das Gesamtjahr 2008 ausweisen. Die Auswirkungen des Restrukturierungsplanes würden nur das berichtete Ergebnis, nicht jedoch das operative Geschäft betreffen. Gleichzeitig habe sich das Unternehmen auf eine Dividende von mindestens EUR 0,75 für das Geschäftsjahr 2008 festgelegt.

Teile des Quartalsergebnisses für das dritte Quartal (Umsatz, EBITDA) seien bereits am Montag veröffentlicht worden, die vollständigen Quartalszahlen seien am Mittwoch gefolgt. Darin habe die Telekom Austria einen Umsatzanstieg von 4% ausgewiesen, der größtenteils auf die Konsolidierung der weißrussischen Velcom zurückzuführen sei. Ohne diesen Effekt sei der Umsatz im Mobilfunk nur leicht gestiegen, weil sich die Senkung der Roamingtarife durch die EU stark auf die Sommermonate (Tourismus) ausgewirkt habe.

Nichtsdestotrotz hätten die Mobilfunktöchter im CEE-Bereich dem globalen Wirtschaftsabschwung standgehalten und solide Wachstumsraten berichtet. Im Bereich Festnetz sei der Umsatz um 8,2% zurückgegangen, zu einem großen Teil auf schwache Internetumsätze zurückzuführen. Das EBITDA habe mit einem Anstieg von 3,6% gegenüber dem Vorjahr über den Markterwartungen gelegen. Die Abschreibungen seien geringer als erwartet ausgefallen und hätten so das Betriebsergebnis und den Nettogewinn gestützt. Letzterer sei um 6,2% im Vergleich zum Vorjahr gefallen, vor allem wegen des gestiegenen Zinsaufwands nach der Akquisition der weißrussischen Velcom.

Zusammenfassend seien sowohl die Fortschritte bei den Einsparungsmaßnahmen im Festnetz als auch die gute Performance im Mobilfunk positiv zu bewerten. Insgesamt würden die Analysten die Telekom Austria-Aktie beim derzeit stark reduzierten Kursniveau als durchaus attraktiv betrachten.

Aufgrund der neu gebildeten Rückstellung müssen die Analysten der Erste Bank ihre Schätzungen überarbeiten und stellen ihr Kursziel für die Telekom Austria-Aktie in Bearbeitung. (Analyse vom 14.11.2008) (14.11.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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