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News - Nebenwerte
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14.11.2008
Koenig & Bauer meldet Neun-Monats-Zahlen, plant Stellenabbau
aktiencheck.de
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Würzburg (aktiencheck.de AG) - Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) (ISIN DE0007193500/ WKN 719350) gab am Freitag bekannt, dass er wie die gesamte Branche massiv die negativen Auswirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Exportwirtschaft spürt. Zudem wurde ein Stellenabbau angekündigt.
Durch den Nachfrageeinbruch in wichtigen Druckmärkten und die in der aktuellen Bankenkrise deutlich eingeschränkte Kreditvergabe für Kundeninvestitionen unterschritt der Auftragseingang auf Konzernebene zum 30. September mit 1,01 Mrd. Euro den Vorjahreswert um 12,5 Prozent. Der Konzernumsatz verfehlte in den ersten neun Monaten mit 1,08 Mrd. Euro den Vorjahreswert um 11,0 Prozent.
Trotz fehlender Deckungsbeiträge, gestiegener Rohstoff- und Energiekosten, Mehraufwendungen für die stark schwankende Kapazitätsauslastung und vorgenommener Wertberichtigungen auf Forderungen wurde nach drei Quartalen noch ein Betriebsgewinn von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr: 41,5 Mio. Euro) erzielt. Bei einem leicht negativen Finanzergebnis erreichte der Gewinn vor Steuern (EBT) 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 38,0 Mio. Euro). Der Periodenüberschuss belief sich auf 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: 29,8 Mio. Euro), was einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 0,47 Euro entspricht.
Wie der Konzern weiter mitteilte, sind im vierten Quartal durch den auf 721,6 Mio. Euro (Vorjahr: 888,3 Mio. Euro) gesunkenen Auftragsbestand die Bogen- und Rollenoffsetstandorte nicht voll ausgelastet. Bereits seit Oktober begegnet KBA der unzureichenden Auslastung mit dem Abbau von Gleitzeitguthaben und Resturlaub. Für das Bogenoffsetwerk Radebeul wurde ab November Kurzarbeit beantragt, hieß es.
Für das Geschäftsjahr 2008 (31. Dezember) bekräftigt der Vorstand seine Ende September revidierte Umsatz- und Ergebnisprognose. Danach wird gegenüber 2007 (1,7 Mrd. Euro) ein Umsatzrückgang auf etwa 1,5 Mrd. Euro und ein durch hohe Sonderaufwendungen für die Konsolidierung der Bogenoffset-Standorte und Wertberichtigungen belastetes negatives Konzernergebnis im höheren zweistelligen Millionenbereich erwartet, wobei der operative Konzernverlust vor Restrukturierungskosten unter 10 Mio. Euro liegen soll.
Angesichts des Markteinbruchs und des aller Voraussicht nach noch länger deutlich unter Normalniveau liegenden Nachfragevolumens sieht das KBA-Management nach der im September 2007 in den Werken für Rollenrotationsmaschinen eingeleiteten Kapazitätsreduzierung auch im Geschäftsbereich Bogenmaschinen die Notwendigkeit, die Kapazitäten neu auszurichten. An den Standorten Radebeul bei Dresden, Mödling in Österreich und Dobruska in Tschechien sollen etwa 600 von insgesamt rund 3.600 Arbeitsplätzen abgebaut werden.
Die Aktie von Koenig & Bauer schloss gestern bei 9,13 Euro (+7,16 Prozent). (14.11.2008/ac/n/nw)
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