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Analysen - Ausland
13.11.2008
Banco Santander kaufen
Hauck & Aufhäuser

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Sebastian Reuter, rät unverändert zum Kauf der Banco Santander-Aktie (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872).

Der im dritten Quartal 2008 erwirtschaftete Nettogewinn habe mit 2.205 Mio. EUR über dem Vorjahresresultat (+4,4%) gelegen. Der Ergebnisanstieg sei insbesondere auf die erneut positive Entwicklung in Lateinamerika (748 Mio. EUR) zurückzuführen gewesen. Dank der deutlichen Ertragszuwächse (+17,4%) sei hier der Gewinn um 9,1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wegen der anhaltend robusten Kreditnachfrage (+15,3%) habe der Zinsüberschuss ein Plus von 10,4% verbucht. Gleichzeitig sei der Kostenanstieg mit 7,0% vergleichsweise moderat ausgefallen.

Zuwächse habe auch Abbey National (Ergebnis nach Steuern: +3,9% auf 317 Mio. EUR) verbucht. Die Bank habe vom erhöhten Margenniveau im Kreditgeschäft profitiert, so dass der Zinsüberschuss (+4,9% auf 623 Mio. EUR) trotz des gegenüber Vorjahr reduzierten Kreditportfolios (-8,1%) zugenommen habe. Gleichzeitig habe sich die Kostenbasis erneut (-9,5%) ermäßigt. Kontinentaleuropa habe ebenfalls einen Gewinnanstieg von 7,2% auf 1.142 Mio. EUR verbucht. Gründe hierfür hätten insbesondere in einer signifikanten Steigerung des Zinsüberschusses (+20,8%) gelegen.

Die nachlassende Nachfrage nach Kapitalmarktprodukten habe durch den gesteigerten Absatz von Versicherungsdienstleistungen kompensiert werden können, so dass auch das Provisionsergebnis höher ausgefallen sei (+6,1%).

Zwar habe Santander angesichts des schwierigen Umfelds keine langfristigen Ergebnisziele mehr bekannt gegeben (bisherige Ziele: jährliches Ergebniswachstum von 15% bis 2009). Gleichwohl sehe sich das Institut gut gerüstet, um auch künftig höhere Wachstumsraten als vergleichbare Adressen zu generieren. Anlässlich der überraschenden Kapitalerhöhung vom 10. November (Ausgabe von 799,4 Mio. neuen Aktien zu 4,50 EUR je Aktie, garantiert durch Merrill Lynch), die zur vorsorglichen Stärkung der Eigenkapitalbasis durchgeführt worden sei, hätten die Analysten ihre Ergebnisprognosen nach unten angepasst (Ergebnis je Aktie 2008/2009 alt: 1,49 EUR/1,49 EUR; neu: 1,41 EUR/1,14 EUR).

Beim Konzerngewinn würden die Analysten mit Blick auf die vergleichsweise positiven Ertragsperspektiven und das unausgenutzte Kostensenkungspotenzial trotz steigender Risikovorsorge lediglich von einem marginalen Rückgang von 2008 auf 2009 (-2%) ausgehen, zumal sich die jüngsten Zukäufe in Großbritannien ebenfalls positiv auf die Ergebnisrechnung auswirken sollten (20 Mrd. GBP Depositen von Bradford & Bingley für 612 Mio. GBP; Alliance & Leicester für 1,9 Mrd. GBP).

Im Vergleich zu ähnlich positionierten Kreditinstituten weise Santander gemessen am KGV 2009 eine Unterbewertung von rund 12% auf. Der extrem hohe Anteil der Privatkundensparte sowie die breite regionale Diversifikation der Spanier und die damit verbundene gute Prognostizierbarkeit der Gewinne würden nach Erachten der Analysten jedoch einen Bewertungsaufschlag gegenüber der Peergruppe rechtfertigen, zumal auch das prognostizierte Ergebniswachstum zwischen 2007 und 2009 stabiler ausfalle.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die Santander-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 8,80 EUR (altes Kurziel: 13,50 EUR) und empfehlen den Kauf. (Analyse vom 13.11.2008) (13.11.2008/ac/a/a)



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