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10.11.2008
Telekom Austria veröffentlicht Quartalszahlen, kündigt Restrukturierungsprogramm an
aktiencheck.de

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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Telekom Austria AG (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) hat am Montag vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Zudem wurde ein weiterer Schritt des laufenden Restrukturierungsprogramms im Segment Festnetz angekündigt.

Demnach stiegen die Umsatzerlöse um 4,0 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro. Das EBITDA verbesserte sich von 521,2 Mio. Euro auf nun 539,9 Mio. Euro. Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 16,4 Prozent auf 184,0 Mio. Euro.

Die heute bekannt gegebenen Maßnahmen beinhalten Sozialpläne und die Freistellung für rund 1.250 Mitarbeiter im Segment Festnetz im Laufe des Jahres 2009, deren Dienstverhältnis vor allem aufgrund ihres Beamtenstatus nicht aufgelöst werden kann. Geltende IFRS Regeln verlangen eine nicht cashwirksame Rückstellung in Höhe des Nettobarwertes der geschätzten zukünftigen Personalkosten bis zur Pensionierung der freigestellten Mitarbeiter in der Höhe von rund 630 Mio. Euro. Die Rückstellung wird demnach das berichtete Ergebnis im vierten Quartal 2008 beeinflussen. Die Rückstellung soll allerdings keine Auswirkung auf die operative Performance und den Cashflow der Telekom Austria haben und die zukünftigen Ergebnisse verbessern. Die geplante Rückstellung ist nicht Teil der Berechnung der Nettoverschuldung, wird aber ab dem Jahr 2009 zinstragend sein.

Die Telekom Austria will jenen Mitarbeitern, die nicht länger im Segment Festnetz beschäftigt werden können, einen Sozialplan anbieten. Im Rahmen dieses Sozialplans erwartet die Telekom Austria, dass insgesamt rund 400 Mitarbeiter - davon 250 Mitarbeiter bereits mit Ende 2009 - das Unternehmen freiwillig in den nächsten Jahren verlassen werden. Die geschätzten Gesamtkosten für diesen Sozialplan von rund 60 Mio. Euro sind Teil der oben erwähnten nicht cashwirksamen Rückstellung für freigestellte Mitarbeiter in der Höhe von 630 Mio. Euro und werden im Jahresabschluss 2008 berücksichtigt.

Aufgrund der heute angekündigten Maßnahmen wird vor allem infolge geringerer Personalkosten sowie personenbezogener operativer Aufwendungen wie Gehaltszulagen, Überstunden, Reise- und Schulungskosten eine Verbesserung des EBITDA im Jahr 2009 von rund 35 Mio. Euro, wovon 10 Mio. Euro cashwirksam sind.

Die geplante oben beschriebene Rückstellung wird das berichtete Ergebnis für das Gesamtgeschäftsjahr 2008 beeinflussen, ohne jedoch Auswirkung auf den Cashflow der Telekom Austria zu haben. Deshalb bestätigte der Vorstand die Absicht für das Geschäftsjahr 2008 nach vorheriger Zustimmung der Hauptversammlung im Jahr 2009 eine Dividende von zumindest 0,75 Euro je berechtigter Aktie auszuzahlen.

Die Telekom Austria bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr 2008 für das operative Geschäft, der bei der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse 2008 verkündet worden ist. Der Restrukturierungsplan hat zwar Auswirkung auf die berichteten Ergebnisse, nicht jedoch auf das operative Geschäft. Die Telekom Austria Group erwartet sich 2008 weiterhin einen Anstieg der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 Prozent. Das EBITDA ohne Berücksichtigung der geplanten nicht cashwirksamen Rückstellung für das Restrukturierungsprogramm wird sich aufgrund des Wachstums der internationalen Tochtergesellschaften, die den niedrigeren Beitrag des Festnetzes überkompensieren werden, voraussichtlich um etwa 3 Prozent erhöhen. Das Betriebsergebnis vor Auswirkung des Restrukturierungsprogramms wird voraussichtlich stabil bleiben.

Im Jahr 2007 führte vor allem der Erwerb der Velcom in Weißrussland zu einem Anstieg der Nettoverschuldung, was zu einem höheren Zinsaufwand und einem Rückgang des Jahresüberschusses im Jahr 2008 vor Berücksichtigung der geplanten nicht cashwirksamen Rückstellung für das Restrukturierungsprogramm um etwa 12 Prozent führen wird. Es wird weiterhin erwartet, dass der operative Cashflow der Telekom Austria Group um rund 10 Prozent steigen wird.

Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen nicht cashwirksamen Rückstellung für das Restrukturierungsprogramm und deren buchhalterischen Abbildung erwartet die Telekom Austria Group einen Rückgang des EBITDA um rund 30 Prozent und ein geringeres Betriebsergebnis von rund 85 Prozent. Die oben beschriebenen Restrukturierungsmaßnahmen werden zwar den Steueraufwand reduzieren, aber zu einem geringen Nettoverlust führen.

Die Telekom-Austria-Aktie schloss heute in Wien bei 9,70 Euro (-6,10 Prozent). (10.11.2008/ac/n/a)


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