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Analysen - Nebenwerte
10.11.2008
Plambeck Neue Energien kaufen
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten die Aktie von Plambeck Neue Energien (ISIN DE000A0JBPG2/ WKN A0JBPG) mit einem Stoppkurs bei 90 Cent zu kaufen.

Die Aktie des Spezialisten für Windparkprojekte habe es in den letzen Wochen regelrecht zerlegt. Habe das Papier noch im August bei über drei Euro notiert, sei die Aktie aktuell für 1,05 Euro zu haben. Der Börsenwert sei von knapp 100 Millionen Euro auf nur noch 43,3 Millionen Euro zusammengeschrumpft. Angesichts des Kursverlaufs liege es nahe, dass eine Katastrophenmeldung auf die satten Kursverluste folge. Doch weit gefehlt.

Vorstandschef Martin Billhardt bekräftige im Gespräch mit TradeCentre die erhöhten Ziele für das laufende Jahr. Der CEO kündige ein EBIT zwischen 20 und 25 Millionen Euro an. Netto dürften zwischen 17 und 19 Millionen Euro in der Kasse klingeln oder 40 bis 45 Cent je Aktie. Bereits im ersten Halbjahr habe das EBIT knapp 26 Millionen Euro und der Nettoüberschuss 21 Millionen Euro oder 51 Cent je Aktie betragen. Grund für die starken Ertragszahlen sei der Verkauf der Beteiligung am dänischen Rotorblatthersteller SSP Technology. Der Unternehmenswert der SSP sei auf 51 Millionen Euro taxiert worden. Der Cashzufluss für Plambeck Neue Energien AG habe bei 35 Millionen Euro gelegen. "Der Deal ist durch und das Geld bei uns eingegangen", sage Billhardt.

Rein operativ habe das Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Für das Gesamtjahr werde aus der operativen Geschäftstätigkeit kein Gewinn erzielt. Käufer von Windenergieanlagen würden ihre Projekte im kommenden Jahr erwarten, da ab dem 1.Januar 2009 die Anfangsvergütung von acht auf 9,2 Cent je Kilowattstunde steige. "Diesen Effekt spüren wir in 2008 und können dennoch unsere Prognose ausdrücklich bekräftigen", sage der CEO.

Ab dem kommenden Jahr müsste es bei den Cuxhavenern kräftig krachen. "Durch Verschiebungseffekte ins Jahr 2009 sehe ich unsere Prognose erheblich untermauert". Billhardt prognostiziere eine Gesamtleistung von 170 bis 190 Millionen Euro sowie ein EBIT zwischen 29 und 33 Millionen Euro. Netto erwarte er einen Gewinn je Aktie zwischen 60 und 69 Cent oder einen Überschuss zwischen 25 und 29 Millionen Euro. "Wir haben keinen Grund an dieser Prognose etwas zu revidieren". Sorgen, dass Finanzierungen für Windparkprojekte platzen würden, habe der CEO aktuell keine. "Wir haben erst vor zwei Wochen neue Finanzierungen für Projekte seitens der Banken erhalten. Windparkprojekte werden von regionalen Kreditinstituten durchaus finanziert. Banken stehen somit parat für neue Projekte".

Viel wichtiger für Plambeck sei allerdings, dass der australische Investor Babcock & Brown Wind Partners seine eigenen Projekte stemmen könne. Die Australier seien Plambecks wichtigster Kunde bei Windparkprojekten. "Bislang bekommen wir unser Geld und haben keine negative Meldung seitens Babcock & Brown erhalten".

Wegen des implodierten Aktienkurses müsse Billhardt entgegen der einstigen Planung im März 2009 die Wandelanleihe in bar bedienen. Es sei unwahrscheinlich, dass der Wandlungspreis von 3,75 Euro bis zu diesem Zeitpunkt erreicht werde. "Stand heute planen wir den Wandler in bar abzulösen. Durch den SSP-Verkauf haben wir damit auch kein Problem". Rund 20 Millionen Euro koste die Ablösung des Wandlers. Positiv: Es gebe keine Verwässerung der Aktie.

Ansonsten habe Plambeck kaum noch Schulden. Rund 25 Millionen Euro Bankschulden würden aus einer Immobilie und eigenen Windparkprojekten resultieren. Allerdings hätte Billhardt das Geld für den Wandler auch gerne für weiteres Wachstum verwendet. "Für 2009 hat dies keine Auswirkungen". Bisher plane das Unternehmen in den nächsten drei Jahren Windparks mit einer Kapazität im Bereich On- als auch im Offshore-Bereich auf 10.000 respektive 5.000 Megawatt auszubauen. Dies könnte ohne weitere Finanzierung ab 2010 ehrgeizig sein.

Die Aktie sei ein echtes Schnäppchen. Plambeck habe definitiv kein Problem den Wandler zurückzubezahlen. Zudem erscheine die Windbranche von Finanzierungsproblemen längst nicht so dramatisch betroffen zu sein, wie teilweise zu lesen sei. Das KGV für die Aktie für 2008 liege bei drei. Für 2009 lasse man es lieber unerwähnt. Selbst wenn Plambeck im kommenden Jahr nur 30 Cent je Aktie verdiene, also die Hälfte der Prognose, liege das KGV ebenfalls bei drei.

Ganz wild auf die Aktie scheine Peter-Thilo Hasler von der Bank VISCARDI zu sein. Er sehe ein Kursziel nach dem DCF-Modell von über sechs Euro und erachte das Unternehmen als Übernahmekandidat. Billhardt habe Übernahmegespräche nicht kommentieren wollen. "Wir wollen Werte für die Aktionäre schaffen. Daran lasse ich mich messen."

Aktuell sei noch ein größerer Verkäufer in dem Papier aktiv. Wie zu hören sei, könnte diese Verkaufsorder bald ausgelaufen sein.

Mit einem Stoppkurs bei 90 Cent empfehlen die Experten von "TradeCentre.de" die Aktie von Plambeck Neue Energien zum Kauf. (Ausgabe vom 09.11.2008) (10.11.2008/ac/a/nw)


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