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Analysen - TecDAX
10.11.2008
REpower unter der Lupe
TradeCentre.de

www.optionsscheinecheck.de

Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" nehmen die Aktie von REpower (ISIN DE0006177033/ WKN 617703) unter die Lupe.

Die indische Suzlon habe sich vermutlich beim Hamburger Windkraftanlagenhersteller verhoben. Ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag werde entgegen dem Willen der Inder nicht zustande kommen. Dieser sei jedoch für Suzlon überlebenswichtig, um die Norddeutschen vollständig zu integrieren und auch über deren Technologie zu verfügen.

Bitter für Suzlon: Ein Bankenkonsortium wolle REpower nur weiter finanzieren, wenn Suzlon diesen Vertrag nicht abschließe. Wie zu hören sei, würden die Banken REpower Systems gerne finanzieren, hätten aber offensichtlich keine Lust die hoch verschuldete Suzlon mit zu finanzieren oder dafür zu bürgen - für das Unternehmen aus Indien eine Katastrophe. Suzlon habe laut Branchenkreisen Qualitätsprobleme und habe diese durch REpower-Anlagen lösen wollen. Operativ regne es bei der Gesellschaft ganz nass rein. Die Ertragszahlen der Inder seien jüngst regelrecht eingebrochen.

An REpower halte der Konzern über 67 Prozent des Grundkapitals. In Kürze habe Suzlon den knapp 23 Prozent Anteil von Martifer übernehmen wollen, die über eine Put-Option verfügen würden. Preis: schätzungsweise 150 Euro bis 175 Euro pro Stück. Allerdings: Suzlon könnte schon dafür das Geld fehlen. Eine geplante Kapitalerhöhung sei abgesagt worden, da der Kurs der Aktie von Suzlon regelrecht implodiert sei. Weiteres Geld von Banken werde schwer zu bekommen sein, um Aktien zu kaufen. Größtes Problem in der Sache schlechthin: Suzlon solle das Paket an REpower angeblich verpfändet haben. Inhaber könnte ABN AMRO respektive Royal Bank of Scotland sein.

Der massive Kursrutsch der Aktie, von jüngst 200 Euro auf nur noch 75 Euro, sei für Suzlon eine Katastrophe. Die Banken könnten dadurch langsam unruhig werden. Suzlon habe das Paket mit schätzungsweise über 150 Euro im Schnitt in den Büchern stehen. Sofern ein möglicher Dritter Interesse an dem Paket in der Gegend des Einstiegspreises zeige, könnte die Bank vermutlich schwach werden und die Anteile verkaufen. Das wäre der Super-Gau für Suzlon. Mögliche Interessenten des Paketes, sofern es tatsächlich zur Disposition stehen sollte, könnte ein großer Energieversorger sein oder ein Player wie zum Beispiel Siemens.

Bei REpower selbst laufe das Geschäft jedenfalls wie am Schnürchen. Sorgen, dass Kunden von REpower Finanzierungsschwierigkeiten bekämen, um Windparkprojekte zu stemmen, seien nicht sonderlich relevant. Hier habe REpower einen echten Wettbewerbsvorteil. Rund 90 Prozent des Auftragsbuches würden aus Projekten mit großen Energieversorgern resultieren, die keine Finanzprobleme hätten. Der Rest entfalle lediglich auf kleine Projektierer. Selbst wenn diese ins Straucheln kämen, könnten die Anlagen an andere verkauft werden.

Probleme in diese Richtung könnten eher Player wie Vestas oder Enercon bekommen, die einen Großteil des Geschäfts mit kleineren Gesellschaften abgeschlossen hätten. RWE Innogy-Chef Fritz Vahrenholt suche beispielsweise händeringend nach Anlagen in Deutschland. Vermutlich könne ein Teil der durch die Finanzkrise gescheiterten Projekte durch andere Unternehmen aufgefangen werden.

Für das Geschäftsjahr 2008/2009 per Ende März bekräftige das Unternehmen die Prognose einen Umsatz von mindestens 1,1 Milliarden Euro einzufahren und eine EBIT-Marge von bis zu 6,5 Prozent zu erwirtschaften. Das EBIT dürfte sich auf circa 70 Millionen Euro belaufen. Die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen würden die Prognose untermauern. Im Folgejahr erwarte man Einnahmen von über 1,6 Milliarden Euro bei einem EBIT von bis zu 140 Millionen Euro. Noch in diesem Kalenderjahr erwarte man zudem die Unterschrift des umfangreichen Vertrages mit RWE Innogy, der das Auftragsbuch von REpower nochmals signifikant in die Höhe schießen lasse und die nächsten Geschäftsjahre bombenfest mache.

Der Grund für den jüngsten massiven Kursrutsch sei vor allem gewesen, dass Anleger, die auf ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit gleichzeitigem Pflichtangebot auf eine Extramarge gesetzt hätten, sich verspekuliert hätten und ihre Aktien wieder verkauft hätten. Suzlon selbst respektive die Banken dürften nicht verkauft haben.

Summa summarum stehen die Chancen aufgrund der Probleme bei Suzlon besser denn je, dass REpower in der Zukunft "deutsch" bleibt und sich Suzlon mit der Übernahme von REpower schlichtweg verhoben hat, so die Experten von "TradeCentre.de". Suzlon könne den Kopf nur noch aus der Schlinge ziehen, wenn rasch viel Geld aufgetrieben werde. (Ausgabe vom 09.11.2008) (10.11.2008/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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