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Analysen - DAX 100
07.11.2008
GILDEMEISTER halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) weiterhin mit "halten" ein.

Die von der GILDEMEISTER AG am 6. November veröffentlichten Zahlen hätten deutlich über den Schätzungen der Analysten gelegen. Der deutliche Umsatzanstieg zum Vorjahrjahresquartal resultiere vor allem aus dem SunCarrier-Geschäft. Die Sparte habe, wie von den Analysten auch in etwa erwartet worden sei, Umsätze in Höhe von 100,8 Mio. EUR (Vorjahresquartal: 4,2 Mio. EUR) beigesteuert. Gleichzeitig seien aber auch die Umsätze im Werkzeugmaschinengeschäft mit +13% sowie im Servicegeschäft (ohne SunCarrier) mit +15% wiederum deutlich gesteigert worden.

Mit diesen deutlichen Zuwächsen hätten die Analysten angesichts der derzeitigen konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht gerechnet. Entsprechend den höheren Umsätzen hätten auch EBIT bzw. Jahresüberschuss über ihren Schätzungen gelegen. Der Auftragseingang habe erwartungsgemäß unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals gelegen, indem es Sondereffekte durch die Fachmesse EMO sowie Großaufträge zum CunCarrier (63,5 Mio. EUR) gegeben habe.

Die Gesellschaft habe ihre Umsatzprognose für das laufende Geschäftjahr von über 1,8 Mrd. EUR auf nun über 1,85 Mrd. EUR erhöht, wobei die Analysten denken würden, dass hier immer noch Raum nach oben bestehe. Gleichzeitig habe die Gesellschaft allerdings ihre bisherige Guidance zum Auftragseingang für 2008 von 2 Mrd. EUR nach unten korrigiert und spreche nun von einem Auftragseingang, der über dem Wert von 2007 liegen solle (1,865 Mrd. EUR).

Auch hier würden die Analysten denken, dass diese Prognose konservativ sei. Die Gesellschaft habe zwar keine offizielle Prognose für das Geschäftsjahr 2009 genannt, doch gehe man aufgrund der ausführlichen Aussagen des Managements in der Telefonkonferenz davon aus, dass die bisherige Prognose der Analysten für 2009 zu pessimistisch gewesen sei.

Der immer noch hohe Auftragsbestand werde zügig abgearbeitet werden und gewährleiste trotzdem noch eine solide Auslastung bis Mitte 2009. CEO Dr. Kapitza, der die Gesellschaft nun durch einige Krisen begleitet habe, rechne im Werkzeugmaschinengeschäft mit Auftragsrückgängen in 2009 von 10% bis 15%, wobei der Umsatz nicht so stark rückläufig sein werde.

Das Servicegeschäft inkl. SunCarrier biete für 2009 weiteres Wachstumspotenzial sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang, sodass sich der Umsatzrückgang in Grenzen halten sollte. Zwar würden die Margen im Werkzeugmaschinengeschäft unter Druck geraten, dafür sollten sie aber im SunCarrier-Geschäft noch zulegen können sowie im Service-Geschäft unverändert bleiben.

Je nach Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft könnte das Geschäft ab 2010 aufgrund eines weniger guten Orderbuchs deutlich herausfordernder werden. Insgesamt sei die Gesellschaft durch wesentlich flexiblere Arbeitszeitmodelle sowie der Beschäftigung von Leiharbeitern deutlich variabler auf der Kostenseite als in vergangenen Krisenzeiten. Die Gesellschaft beschäftige derzeit ca. 600 Leiharbeiter, deren Weiterbeschäftigung zu Beginn des Jahres 2009 anhand der Auftragseingangssituation überprüft werde. Die Stammbeschäftigten stünden bei GILDEMEISTER nicht zur Disposition, wohl aber habe es einen Einstellungsstopp gegeben.

Um die Kostenseite zu entlasten, habe die Gesellschaft ein weiteres Kosteneinsparprogramm mit einem Potenzial von 20 Mio. EUR ins Leben gerufen. Die Investition in eine Produktion in den USA sei derzeit kein Thema mehr. Hier spiele auch der wieder erstarke US-Dollar eine Rolle, der die Wettbewerbsfähigkeit von GILDEMEISTER in dieser Region deutlich verbessere. Ebenso verhalte es sich in Asien. Die Regionen Amerika und Asien sollten vor dem Hintergrund der veränderten Wechselkurse nun verstärkt angegangen werden.

Vor dem Hintergrund der Erhöhung der Gewinnreihe für 2009 durch die Analysten, stelle sich die Bewertung der Aktie nun nochmals günstiger dar. Selbst bei einer Halbierung des Ergebnisses pro Aktie in 2010 im Vergleich zu 2009 ergäbe sich immer noch ein moderates KGV von 8. Dennoch würden die Analysten aufgrund der Stimmung an den Märkten aktuell nur ein begrenztes Potenzial für eine nachhaltige Outperformance sehen. Risiken bei einem Investment würden sich möglicherweise aus einer schwachen operativen Entwicklung in 2010 ergeben, was derzeit schon von den Märkten gespielt werde.

Negativ am Kapitalmarkt könnten zudem die Aussagen der Gesellschaft zur Dividende aufgenommen werden. Eine zur Ergebnissteigerung proportionale Erhöhung der Dividende sei nach Ansicht der Analysten demnach nicht zu erwarten.

Trotz solider Aussichten bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre "halten"-Anlageempfehlung für die Aktie von GILDEMEISTER (Analyse vom 07.11.2008) (07.11.2008/ac/a/d)



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