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Analysen - Ausland
07.11.2008
Société Générale "buy"
SEB

www.optionsscheinecheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die Aktie von Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) mit "buy" ein.

Die Société Générale habe im 3. Quartal einen starken Gewinnrückgang hinnehmen müssen. So sei der Quartalsüberschuss um 84% auf 183 Mio. EUR eingebrochen. Im 9-Monatsvergleich sei der Nettogewinn um 55% auf 1,92 Mrd. EUR gefallen. Die Sonderbelastungen in Q3 infolge des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers und Abschreibungen auf das Wertpapier-Portfolio habe die Société Générale auf 1,21 Mrd. EUR vor Steuern beziffert. Der Quartalsgewinn liege dennoch im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen, nachdem das Haus bereits Mitte Oktober auch entsprechend vorgewarnt habe.

Die Erträge seien in Q3 um 5% auf 5,11 Mrd. EUR zurückgegangen (9M: -9,3% auf 16,37 Mrd. EUR). Das operative Brutto-Ergebnis sei um 30% auf 1,41 Mrd. EUR (9M: -33% auf 4,81 Mrd. EUR) gefallen. Der ROE nach Steuern betrage 1,7% (nach 18,0%), für 9M liege er bei 8,6% (23,8%); Die Tier-1-Ratio habe Ende September bei 9,0% gelegen, die Kern-Tier-1 bei 6,8%. Die Société Générale habe hochwertiges Hybrid-Kapital (19,8%). In Q4 erfolge die Staatshilfe in Höhe von 1,7 Mrd. EUR (nachrangiges Kapital). Die Rückstellungen für Kredite seien im 9M-Vergleich auf 1,67 Mrd. EUR gestiegen (Vorjahr: 604 Mio. EUR).

Am 13.10.08 habe die Société Générale Gerüchte um signifikante Verluste bei strukturierten Wertpapieren dementiert, die einen größeren Kapitalbedarf hervorrufen würden. Am 17.09.08 habe die Société Générale Lehman-Engagements beziffert: Es seien negative Einmaleffekte von 400 Mio. EUR zu erwarten. Die Engagements bei Anleihen würden 76 Mio. EUR, bei Krediten 3 Mio. EUR betragen.

Wie schon in H1 habe die Société Générale auch in Q3 bewiesen, dass sie trotz der zuletzt verschärften Krise an den Märkten (Lehman Brothers) - in den Kernsegmenten - immer noch recht beachtliche Ergebnisse erwirtschaften könne. Der gesamte Commercial-Bereich habe erneut wichtige Ergebnisbeiträge geliefert. Zur Überraschung habe CIB auf Basis des sog. kundengetriebenen Geschäfts gut abgeschnitten: Erträge mit 1,3 Mrd. EUR nahezu auf Vorjahreshöhe. Überproportionales Wachstum habe erneut das Internationale Retailgeschäft gezeigt. Im Vergleich seien die Kennzahlen nach wie vor robust.

Dieses Mal habe das Asset Management enttäuscht. Das gute Abschneiden von CIB in Q3 dürfte angesichts der raschen Wirtschaftsabkühlung kaum von Nachhaltigkeit sein. Q4 und 2009 stünden vor einigen Herausforderungen, zumal die Finanzkrise den Abschwung verstärke. So dürfte das ganz "normale" Commercial Banking in nächster Zeit auch unter Druck geraten. Weitere Abschreibungen seien bereits angekündigt (die Analysten würden sie für Q4 auf rd. 500 Mio. EUR schätzen). 2009 könnten aufgrund der Wirtschaftsabkühlung "ganz normale" Wertberichtigungen folgen. Ein Société Générale-Spezifikum sei, dass die seit "Kerviel" immer wieder auftretenden Gerüchte zusätzlich für Kursturbulenzen sorgen und letztendlich stets einer Erläuterung bedürfen würden.

Das Universalbank-Modell der Société Générale sei zwar belastbar (und habe auch schon einiges ausgehalten), doch die Risiken aufgrund des Abschwungs seien nicht zu unterschätzen. Die Analysten hätten die Gewinnprognosen und das Kursziel entsprechend revidiert.

Die Analysten der SEB bewerten die Société Générale-Aktie mit "buy". Das Kursziel werde von 77 EUR auf 54 EUR gesenkt. (Analyse vom 07.11.2008) (07.11.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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