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Analysen - Ausland
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16.10.2008
Alcoa halten
Raiffeisen Centrobank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Johannes Mattner, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft Aktie von Alcoa (ISIN US0138171014/ WKN 850206) mit "halten" ein.
Alcoa zähle weltweit zu den größten Produzenten von Aluminium und Tonerde. Die Produkte des in allen Bereichen der Branche - vom Abbau über Verarbeitung bis hin zum Recycling - tätigen Unternehmens würden größtenteils in Flugzeugen, Automobilen, Getränkedosen und Gebäuden eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2007 sei bei einem Umsatz von EUR 30,7 Mrd. - mehr als 60% davon in Nordamerika - der höchste Gewinn in der Firmengeschichte erwirtschaftet worden.
Die Nachfrage nach Rohstoffen werde schwächer. Sowohl für die USA als auch für Europa müsse von einer längeren Phase schwachen Wachstums ausgegangen werden. Die Aluminiumindustrie sei weiterhin mit Kostensteigerungen konfrontiert.
Alcoa erwarte nunmehr für 2008 eine Steigerung der globalen Aluminiumnachfrage um sechs Prozent (zuvor acht Prozent). Für China werde eine Steigerungsrate von ca. 15% (zuvor 20%) erwartet. Im Lichte eines stark gefallenen Aluminiumpreises sowie einer erwarteten schwächeren Nachfrage werde Alcoa alle "nicht kritischen" Kapital-Projekte einfrieren. Das Investitionsbudget für 2009 sei von USD 3 Mrd. auf USD 1,3 bis 1,4 Mrd. reduziert worden.
Überraschenderweise habe sich der Gewinn im dritten Quartal 2008 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal (USD 555 Mio.) auf USD 268 Mio. bzw. USD 0,33 je Aktie mehr als halbiert. Damit habe Alcoa auch mehr als deutlich die Analystenerwartungen von USD 0,5 je Aktie verfehlt. Die Nachfrage in den Endmärkten und hier speziell in den Bereichen Automobil, Raumfahrt sowie Verpackungen sollte längere Zeit schwach bleiben. Alcoa habe bis auf weiteres sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt.
Alcoa habe für das dritte Quartal 2008 enttäuschende Zahlen vorgelegt. Der Konzern spüre vor allem den stärker als erwarteten Nachfragerückgang aus den USA und aus Europa. Da sich auch der Ausblick alles andere als erfreulich darstelle, habe Alcoa bereits angekündigt, die Produktion wie auch die Investitionen zurückzufahren, um sich den veränderten Marktkonditionen anzupassen.
Zudem würden die hohen Inputkosten (z. B. Energie, Fracht, Chemikalien) das größte Problem bleiben. Auf der anderen Seite müsse man jedoch betonen, dass die Aktie seit Jahresanfang schon rund 70% an Wert verloren habe und deutlich unter Buchwert notiere. Längerfristig sollten auch die Aluminiumpreise wieder zulegen, da bei der aktuellen Notierung ca. ein Drittel der Produzenten Geld verliere und es dementsprechend zu Produktionskürzungen kommen sollte.
Alles in allem sehen die Analysten der Raiffeisen Centrobank jedoch kein Aufwärtspotenzial für die Alcoa-Aktie und ändern ihre Einschätzung auf "halten". (Analyse vom 16.10.2008) (16.10.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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