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Analysen - DAX 100
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17.10.2008
Deutsche EuroShop kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Frank Neumann, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Deutsche EuroShop (ISIN DE0007480204/ WKN 748020) unverändert mit "kaufen".
Die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2008 seien über den Erwartungen der Analysten ausgefallen. Das Umsatzwachstum sei vor allem von den neu eröffneten Centern in Hameln und Danzig (Oktober 2007) mit 8,7 Mio. EUR getragen worden. Aber auch die übrigen Shoppingcenter hätten höhere Mieteinnahmen vermelden können, wenngleich das Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 2,0% unter dem des ersten Quartals (2,2%) gelegen habe. Dies deute auf eine abflachende Dynamik hin. Die Mieterstruktur sei weiter sehr gemischt: Die Top 10 würden für 25,4% der Umsätze sorgen.
Die Kosten (Grundstücksbetriebs- und -verwaltungskosten) seien schwächer als die Umsätze gestiegen und geringer ausgefallen, als von den Analysten erwartet, so dass sich die höheren Umsätze auch in einem höheren EBIT widergespiegelt hätten. Das Finanzergebnis sei im Rahmen der Erwartungen der Analysten ausgefallen.
Unterstützt worden sei die gute operative Entwicklung der Gesellschaft durch positive Währungseffekte, die durch das Shoppingcenter in Polen entstanden seien sowie durch eine geringere steuerliche Belastung.
Im ersten Halbjahr habe die Gesellschaft ein weiteres Shoppingcenter eröffnet, welches sich in Hameln befinde. Zudem habe die Gesellschaft die geplante Erweiterung des Centers in Dresden (18.000 m2) bekannt geben können. Die Erweiterung, die im Herbst 2010 eingeweiht werden solle, würde die zur Verfügung stehende Fläche um fast 70% erhöhen. Die Nettoanfangsrendite dieses Investments solle 5,5% betragen, der Anteil der Deutsche EuroShop AG betrage 50%.
Für die Finanzverbindlichkeiten zahle das Unternehmen 5,36%. Im Durchschnitt seien die Zinsen 7,7 Jahre festgeschrieben. Damit sollte nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe das Zinsrisiko, zumindest bei der Finanzierung des Bestandsportfolios, gering sein.
Für das Gesamtjahr habe der Konzern jüngst seine Guidance bestätigt. Den Umsatz erwarte das Management für das laufende Jahr bei 110 Mio. EUR bis 113 Mio. EUR. Für 2009 werde eine Spanne von 119 Mio. EUR bis 121 Mio. EUR angegeben. Das EBIT solle nach Gesellschaftsangaben 90 Mio. EUR bis 92 Mio. EUR bzw. 100 Mio. EUR bis 102 Mio. EUR betragen. Nach Erachten der Analysten sollten diese Werte erreichbar sein. Träger dieses Wachstums würden hauptsächlich die neu eröffneten Center in Danzig, Hameln und Passau sein, die ihre gesamte operative Stärke vor allem in 2009 entfalten würden.
In Bezug auf die Dividendenpolitik habe das Unternehmen erste Indizien kommuniziert. Das Management sei zuversichtlich, eine steuerfreie Dividende von mindestens 1,05 EUR für das Jahr 2008 auszuzahlen. Das Wachstum der Gesellschaft über das Jahr 2009 hinaus werde durch die möglichen Erweiterungsbauten (z.B. Dresden) der bereits bestehenden Shoppingcenter generiert werden können. Aber auch weitere Akquisitionen von Shoppingcentern könnten in den nächsten Monaten erfolgen und damit zur Umsatzentwicklung beitragen.
Zurzeit verfüge das Unternehmen über einen Investitionsspielraum von bis zu 200 Mio. EUR. Das Unternehmen begründe seine Zuversicht damit, dass sich im Zusammenhang mit der aktuellen Marktsituation die Anzahl von potenziellen Investoren für Shoppingcenter rückläufig entwickelt habe und sich somit auch die Preise für die Objekte wieder normalisieren würden.
Die Gesellschaft konzentriere sich auf das langfristige Wachstum und damit verbunden auf solide Wertsteigerungen, um den Aktionären eine attraktive Dividende zu sichern. In der Vergangenheit sei die Dividendenpolitik sehr aktionärsfreundlich gewesen. Nach Erachten der Analysten sollte sich dies auf absehbare Zeit fortsetzen können. Zurzeit sei die Dividende steuerfrei, was einen zusätzlichen Anreiz biete.
Zum Ende des letzten Jahres habe die Gesellschaft ins Auge gefasst, einen Strategiewechsel zu evaluieren. Als mögliche Option habe die Veränderung der Investitionsziele im Mittelpunkt gestanden. Es sollte nun nicht mehr nur in Shoppingcenter in erstklassiger Lage investiert werden können, sondern gegebenenfalls auch in Fachmärkte außerhalb der Innenstädte. Dieser mögliche Strategiewechsel sei nicht mehr im Gespräch und werde nach Erachten der Analysten auch nicht weiter verfolgt, was positiv für die klare Fokussierung der Gesellschaft spreche.
Das operative Wachstum der Gesellschaft sei bis 2009 durch die neuen Center in Danzig, Hameln und Passau gesichert. Ein weiterer Ausbau des Portfolios durch die Erweiterung des Shoppingcenters in Dresden werde ab Herbst 2010 für weiteres Wachstum sorgen.
Das Geschäftsmodell der Deutsche Euroshop AG habe sich in der aktuellen Marktlage als solide erwiesen, was auch der Kapitalmarkt gewürdigt habe und in einer stabilen Aktienkursentwicklung gemündet habe. Die Analysten sähen die Aktie aktuell als günstig bewertet an.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Anlageempfehlung "kaufen" für die Deutsche EuroShop-Aktie. Ihr Kursziel würden sie bei 25,00 EUR nach zuvor 28,00 EUR festlegen, mit dem Hintergrund der aktuellen Verwerfungen am Kapitalmarkt. (Immobilienaktien 2008/2009 vom 16.10.2008) (17.10.2008/ac/a/d)
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