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Analysen - TecDAX
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17.10.2008
Conergy verkaufen
SES Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten von Blumenthal, bewertet die Aktie von Conergy (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) unverändert mit dem Rating "verkaufen".
Der Verkauf der Windproduktion an Warburg Pincus sei gescheitert. Als Grund werde angegeben, dass die Stadt Bremen eine Übertragung von Fördermitteln in Höhe von bis zu EUR 3,5 Mio. an Warburg Pincus abgelehnt habe und der Vertrag dadurch hinfällig sei.
Damit habe die Desinvestitionsstrategie einen herben Rückschlag erlitten, und Conergy würden die liquiden Mittel aus dem Verkauf fehlen. Das Unternehmen erwäge jetzt auch eine Abwicklung des Geschäftsbereichs. Entscheidend für Conergy seien jetzt zwei Dinge: 1. Der Verkauf von 75% der Solarfabrik in Frankfurt/Oder an LG Electronics zum Jahresende erfolge wie in der Absichtserklärung geplant. 2. Die Beschaffung genügend liquider Mittel zur Weiterführung des Geschäftsbetriebs.
Letzteres stelle gegenwärtig eine große Herausforderung dar. Zwar hätten die Banken im September einer Verlängerung des Überbrückungskredits in Höhe von EUR 240 Mio. bis zum Jahresende zugestimmt. Allerdings wolle Conergy bis dahin eine Kapitalerhöhung im Umfang von EUR 450 Mio. durchführen. Inzwischen habe das Unternehmen verkündet, dass die Kapitalerhöhung auch durchgeführt werden solle, wenn mindestens EUR 250 Mio. Aktien platziert werden könnten.
Angesichts der schwachen Aktienmärkte dürfte eine erfolgreiche Durchführung der Kapitalmaßnahme bis zum Jahresende unwahrscheinlich sein. Selbst wenn es gelänge, EUR 250 Mio. zu platzieren (EUR 125 Mio. seien von Herrn Happel und den Gebrüdern Strüngmann fest zugesagt), könnte damit im Wesentlichen nur der Überbrückungskredit getilgt werden.
Hinzu komme, dass die weltweite Finanzkrise und der damit einhergehende credit crunch die Fremdkapitalfinanzierung für Conergy erheblich erschweren dürfte. Mit einer Eigenkapitalquote von 6% und einer Finanzschuld von ca. EUR 550 Mio. erscheine Conergy für die Folgen der Finanzkrise besonders anfällig.
Die Ergebnisprognosen seien gesenkt worden. Dabei seien zum einen der anstehende Verkauf von 75% der Solarfabrik antizipiert worden. Als reiner downstream player sollte Conergy zukünftig Margen erwirtschaften, die im Vergleich zum vertikal integrierten Ansatz niedriger seien. Zum anderen dürfte aufgrund des credit crunches das Großprojektgeschäft im zweiten Halbjahr geringere Margen erwirtschaften. Ein aktualisiertes DCF-Modell ergebe ein neues Kursziel von EUR 2,00 (vorher: EUR 8,50).
Die Analysten von SES Research empfehlen weiterhin die Aktie von Conergy zu verkaufen. (Analyse vom 17.10.2008) (17.10.2008/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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