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Analysen - Nebenwerte
13.10.2008
DEUTZ verkaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von DEUTZ (ISIN DE0006305006/ WKN 630500) unverändert mit "verkaufen" ein.

Nicht überraschend habe die DEUTZ AG heute Morgen die zweite Gewinnwarnung innerhalb von zwei Monaten veröffentlicht. Damit werde deutlich, dass sich die Vorzeichen nach einer langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs in Verbindung mit der aktuellen Finanzmarktkrise rasant drehen würden. Im Laufe des Jahres 2008 seien die Ziele hinsichtlich des Umsatzwachstums von anfangs 10% bis 15% über 5% auf nun lediglich 2% reduziert worden. Da das Umsatzwachstum zum Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres noch bei stattlichen 15% gelegen habe, impliziere dies einen Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr von ca. 10% gegenüber dem zweiten Quartal 2007.

Die Anzahl der abgesetzten Motoren werde mit voraussichtlich 260.000 Motoren das Vorjahresniveau von rund 286.000 nicht erreichen. Durch eine Verschiebung im Produktmix hin zu größeren Motoren werde der Umsatz trotzdem über dem des Jahres 2007 liegen. Die maßgeblichen Gründe für die deutliche Reduzierung lägen in den schwachen Absatzzahlen der Lkw-Industrie, wo DEUTZ sehr abhängig vom Großkunden Volvo sei. Trotzdem erwarte DEUTZ in dieser Motorenklasse (4-8 Liter) noch einen Absatz auf Vorjahresniveau.

Des Weiteren müssen Hersteller von mobilen Arbeitsmaschinen (u.a. auch Volvo) bzw. Kompressoren, die in der Bauwirtschaft eingesetzt würden, ebenfalls deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen (vorwiegend Motorenklasse <4 Liter). Die Absatzzahl von Motoren, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kämen, erweise sich dabei noch als stabilisierender Faktor.

Abgeschreckt durch die schlechten Konjunkturprognosen hätten einige Kunden auch zugesagte Aufträge storniert. Zudem gebe es erste Anzeichen, dass sich die Nachfrage auch aus China abkühlen werde. Aufgrund der gesenkten Absatzerwartung, damit einer ineffizienteren Auslastung der Produktion, immer noch hohen Materialkosten und verschlechterten Einkaufskonditionen aufgrund geringerer Mengen, reduziere die Gesellschaft ihre EBIT-Prognose nun deutlich und in dieser Höhe auch für die Analysten überraschend von 5% auf 2%, nachdem sie zu Beginn des laufenden Jahres noch auf 6% geschätzt worden sei. Daraus resultiere ein negatives EBIT von ca. 13 Mio. EUR in der zweiten Jahreshälfte.

Um die Profitabilität wieder zu verbessern, habe die Gesellschaft bereits Maßnahmen getroffen, die angabegemäß auch schon zu positiven Ergebnisbeiträgen in zweistelliger Millionenhöhe geführt hätten. Hierzu würden Prozessverbesserungen, Reduzierung der produktbezogenen Kosten, eine Verkaufsoffensive bei den Kompaktmotoren unter 4 Liter sowie die weitere Internationalisierung zählen.

Die starke Abhängigkeit von wenigen Großkunden, die die Gesellschaft allerdings in der Vergangenheit hätte eingehen müssen, um als unabhängiger Motorenbauer eine kritische Größe zu erreichen, sowie die extreme Zyklik im Geschäftsmodell der DEUTZ AG würden die Analysten trotz des schon deutlichen Kursverlustes in den letzten Monaten wenig optimistisch stimmen. Sie würden für 2009 weiter sinkende Umsätze und Margen erwarten. Zwei Gewinnwarnungen innerhalb von zwei Monaten hätten nach ihrem Erachten, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, zudem viel Vertrauen bei den Anlegern gekostet.

Vor diesem Hintergrund halten die Analysten vom Bankhaus Lampe an ihrem "verkaufen"-Rating für die DEUTZ-Aktie fest. Das Kursziel werde von 3,80 EUR auf 2,80 EUR gesenkt. (Analyse vom 13.10.2008) (13.10.2008/ac/a/nw)


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