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Analysen - Neuer Markt
24.01.2002
Viva Media Outperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von Viva Media (WKN 617106) mit Outperformer.

Im Zuge ihrer Internationalisierungsstrategie habe VIVA seit dem Börsengang den Markteintritt in Polen, Schweiz, Ungarn und Österreich vollzogen. Zuletzt sei ein Kooperationsvertrag mit Rete A (5% Beteiligung) in Italien, dem drittgrößten TV-Werbemarkt in Europa, geschlossen worden. Ursprünglich habe eine Option zur Beteiligungserhöhung auf 60% bestanden, die jedoch bisher nicht ausgeübt worden sei, da man sich mit Rete A nicht auf den Preis einigen habe können. Die Option sei mittlerweile ausgelaufen, die Verhandlungen liefen jedoch weiter. Die Expansion in Europa solle weiter fortgesetzt werden. VIVA sei auch im Printbereich präsent. In der BamS erscheine eine ca. 12-seitige Zeitungsbeilage von VIVA, die über Musik, Mode, Unterhaltung und Lebensstil berichte. Da es sich um einen Barter-Deal mit dem Springer Verlag handele, fielen für VIVA keine Kosten an; das Unternehmen würde aber auch nicht an den Einnahmen partizipieren. Es handele sich somit um eine reine Cross-Promotion im Gegengeschäft.

Über einen Joint Venture mit AOL Time Warner (Anteil VIVA 51%, AOL 49%) sei der defizitäre TV-Sender VIVA ZWEI gemeinsam mit den digitalen Diensten der VIVA Media AG in eine neue Gesellschaft, die VIVA Plus Fernsehen GmbH, überführt worden. Inhalte seien Nachrichten rund um das Musikgeschäft. Mit AOL stehe VIVA ein finanzstarker und erfahrener Partner zur Seite. VIVA Plus Fernsehen werde nicht mehr im VIVA-Konzern konsolidiert, sondern als Finanzinvestition in der Bilanz geführt.

Zahlen zu den ersten neun Monaten 2001 (ggü. Vorjahreszeitraum): Umsatz 44,15 Mio. EURO (+12,5%), EBITDA -7,65 Mio. EURO (+2,7 Mio. EURO), EBIT -15,05 Mio. EURO (+1,6 Mio. EURO), Konzernergebnis -10,46 Mio. EURO (-7,35 Mio. EURO). Belastet werde das Ergebnis durch VIVA ZWEI und die benötigten Aufbauinvestitionen bei internationalen Expansionen sowie Investitionen in andere Bereiche, insbesondere Internet und Radio. Auf Grund des allgemein schwachen Marktumfeldes und höherer Kosten infolge der Neustrukturierung von VIVA ZWEI (Neupositionierung von VIVA+, vollständige Abschreibung von VIVAdigital und VIVAconnect) müsse VIVA Media seine ursprünglichen Prognosen für 2001 auf 61,5 Mio. EURO Gruppenumsatz (ursprünglich 65 Mio. EURO) und ein negatives EBITDA von 10 Mio. EURO (ursprünglich +/- 0) zurücknehmen.

VIVA habe den TV-Produzenten Brainpool TV AG mit dem Ziel übernommen, zu einem der führenden Musik-TV und Young- Entertainment-Medienunternehmen aufzusteigen. Zudem plane VIVA durch die Übernahme von Brainpool eine gruppenübergreifende Vermarktung von Künstlern. Diese sei von VIVA entdeckt und gezielt gefördert worden, um später bei von Brainpool produzierten Shows und Serien zum Einsatz zu kommen. Damit könne VIVA künftig am Erfolg der bei dem Sender groß gewordenen Stars (wie z.B. Stefan Raab) länger partizipieren. Durch die Übernahme von Brainpool würde VIVA seine Abhängigkeit von Werbeeinnahmen deutlich senken.

Bislang generiere das Unternehmen 89% seiner Umsätze aus Werbung. Brainpool erziele 78% der Erlöse aus Licensing. Im neuen Konzern würden die Umsätze in der Weise diversifiziert, dass zukünftig weniger als 50% der Umsätze aus Werbung und ca. 35% aus Licensing generiert werden sollte. Für das Geschäftsjahr 2002 werde nach der Übernahme ein Umsatz von 126,5 Mio. EURO und ein Gewinn von ca. 40 Mio. EURO erwartet (inkl. 30 Mio. EURO Erlös aus dem Verkauf der VIVA Plus-Anteile an AOL Time Warner). Damit würde VIVA anderthalb Jahre früher profitabel sein als zum Börsengang prognostiziert. Der Zusammenschluss der VIVA Media AG mit der BrainpoolTV AG sei aus Sicht der Analysten strategisch sinnvoll und aussichtsreich.

Aufgrund der positiven Zukunftsaussichten und des daraus resultierenden Kurspotentials behalten die Analysten der Sparkasse Köln ihre Outperformer-Einschätzung für Viva Media bei.


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