|
Analysen - Ausland
|
09.09.2008
Enel kaufen
Hauck & Aufhäuser
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Guido Schmitt, rät zum Kauf der Enel-Aktie (ISIN IT0003128367/ WKN 928624).
Dank der erstmaligen Konsolidierung des Endesa-Ergebnisses (Enel halte 67,05% am zweitgrößten spanischen Versorger) habe Enel im ersten Halbjahr 2008 seine Stromerzeugung um 82,6% auf 116,5 Mrd. kWh und den Gasabsatz um rund 88% auf 4,5 Mrd. Kubikmeter ausweiten können; der Konzernumsatz sei um 55,5% auf 29,316 Mrd. Euro gestiegen, wobei der Umsatzanteil des Stromgeschäftes bei 88% gelegen habe. Das EBITDA-Ergebnis (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierungen) sei um 66,0% auf 7,405 Mrd. Euro gestiegen. Der Nettogewinn (fortgeführtes Geschäft, ohne Drittanteile) habe um 32,4% auf 2,625 Mrd. Euro zugelegt und damit über den durchschnittlichen Markterwartungen von 2,2 Mrd. Euro gelegen (Quelle: Bloomberg).
Per 30.06.2008 sei Enels Nettoverschuldung aufgrund von Beteiligungsverkäufen um 4,5 Mrd. Euro auf 51,3 Mrd. Euro (30.12.2007: 55,8 Mrd. Euro) zurückgegangen. Hinzu komme ein gestiegenes Eigenkapital (plus 1,3 Mrd. Euro auf 25,1 Mrd. Euro), so dass sich das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital mit 104% (31.12.2007: 134%) deutlich entspannt habe.
Der Ausblick für das zweite Halbjahr und das Gesamtjahr 2008 sei vielversprechend: Enel werde voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte Ergebnissteigerungen (Endesa-Konsolidierung sowie Effizienzsteigerungen) ausweisen, wobei die Zuwachsraten des ersten Halbjahres (EBITDA +66% und Nettogewinn +32%) aufgrund folgender Faktoren geringer ausfallen dürften: (1) Der bisher deutlich positive Gewinnsteigerungseffekt aus der Endesa-Übernahme werde sich (anders als im ersten Halbjahr) nur noch im dritten Quartal 2008 einstellen, nachdem das Endesa-Ergebnis erstmals im 4. Quartal 2007 konsolidiert worden sei. 2) In den Kernmärkten Italien und Spanien sei mit einer Konjunkturabschwächung zu rechnen. 3) Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2007 seien die Brennstoffpreise (Kohle, Gas und Öl) gestiegen und 4) Enels Steuersatz dürfte im Vergleich zum ersten Halbjahr wieder zulegen und den Anstieg des Nettoergebnisses ebenfalls negativ beeinflussen.
Das besser als erwartet ausgefallene Ergebnis in Südamerika und der deutliche Verschuldungsabbau im Konzern seien die Basis für einen Anstieg der Gewinnerwartungen der Analysten von Hauck & Aufhäuser für 2008 von bisher 0,63 Euro je Aktie auf jetzt 0,66 Euro je Aktie. Aufgrund der Konjunkturabschwächung in Italien und Spanien würden sie für 2009 nur mit einer stagnierenden Stromnachfrage rechnen; bei vermutlich unveränderten Brennstoffkosten sollten Kosteneinsparungen (Enel und Endesa) sowie der voraussichtlich weiter rückläufige Zinsaufwand (abnehmende Verschuldung bei Enel durch den voraussichtlichen Verkauf der Stromnetze in Italien) zu einem Anstieg des Nettogewinns um 3% führen.
Bei einem Kauf der Enel-Aktie stehe die überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite im Vordergrund: Bezogen auf die Dividendenerwartungen der Analysten von jeweils 0,49 Cent für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 errechne sich eine stattliche Rendite von jeweils rund 8,0%. In Relation zur aktuellen Rendite langlaufender Euro-Staatsanleihen in Höhe von 4,07% ergebe sich ein Renditeplus von gut 390 Basispunkten.
Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die Enel-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 7,37 Euro (zuvor: 8,68 Euro) und empfehlen den Kauf. (Analyse vom 09.09.2008) (09.09.2008/ac/a/a)
|