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Analysen - Ausland
01.02.2002
BBVA Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von BBVA (WKN 875773) mit "Marketperformer" ein.

Die BBVA habe ihren Gewinn in 2001 lediglich um 6% gegenüber dem Vorjahr auf 2,36 Mrd. Euro gesteigert, und damit werde das bereits von 24% auf 16% herunter genommene selbst gesteckte Jahresziel deutlich verfehlt. Belastet sei das Ergebnis von einer um 97% auf 1,9 Mrd. Euro erhöhte Risikovorsorge, Goodwill-Abschreibungen von 0,6 Mrd. Euro und einer Sondervorsorge für das Argentinien-Engagement in Höhe von 1,35 Mrd. Euro. Mit der Sondervorsorge seien die Argentinien-Risiken für die Tochter Banco Frances und den Pensionsfondsverwalter Consolidar vollständig abgedeckt. Die Entscheidung über die weitere Präsenz in Argentinien mache BBVA von einer "realistischen" Krisenpolitik der Regierung Duhalde abhängig. Wichtig sei dabei auch eine Abstimmung zwischen dem Land und dem Internationalen Währungsfonds.

Für 2002 rechne BBVA mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 10%. Die Eigenkapitalrendite solle von derzeit 18% auf 19% gesteigert und die Cost-lncome-Ratio von 50% auf 48% gesenkt werden. Die BBVA habe für ihr Argentinien-Engagement eine Risikovorsorge von 1,35 Mrd. Euro gebildet. Belastungen würden sich u.a. daraus ergeben, dass Kredite bis 100.000 US-Dollar 1:1 in Peso umgewandelt würden, während Einlagen im Verhältnis US-Dollar/1,40 Peso in Peso umgewandelt würden. Eine weitere Belastung dürfe durch die angekündigte Aussetzung der Rückzahlung von Staatsschulden entstehen. Darüber hinaus führe die wirtschaftliche Krise in Argentinien zu einer steigenden Risikovorsorge. BBVA halte 2,4 Mrd. US-Dollar an Staatsanleihen, 1 Mrd. US-Dollar an Staatskrediten und 3,6 Mrd. US-Dollar an Darlehen im Privatsektor.

BBVA habe eine neue Führungsspitze. Der 47-jährige Goirigolzarri sei zum neuen CEO erklärt worden, nachdem sein Vorgänger Uriarte kurz zuvor seinen Rücktritt erklärt habe. Zugleich sei Gonzalez (57) als Präsident der Bank die Nachfolge des ebenfalls zurückgetretenen Yabarra (65) angetreten. In den letzten Jahren habe die BBVA ihre Position in Lateinamerika durch Akquisitionen stark ausgebaut und verfüge v.a. in Mexiko und Argentinien über starke Marktpositionen. Der Anteil des Lateinamerika-Geschäftes betrage inzwischen 40% des gesamten Geschäftsvolumens der BBVA. Zuletzt habe sich die BBVA mit 30% an der mexikanischen Pensionsfondsgesellschaft Afore Bancomer beteiligt. Somit würden die zukünftigen Ertragsaussichten zunehmend von der wirtschaftlichen Situation in Lateinamerika abhängen. Das Lateinamerika-Geschäft sei von einer hohen Risikovorsorge geprägt, die Wachstumsaussichten auf den südamerikanischen Märkten seien langfristig aber gut. Ein Hauptziel für das laufende Jahr sei eine deutliche Senkung der Kosten in Lateinamerika.

Zur Verbesserung der Wettbewerbssituation in Spanien sowie in Europa dürfe die BBVA derzeit nach weiteren Partnern Ausschau halten. Die Übernahme der restlichen 40% an der spanischen Banco de Credito Local (BCL) sei Anfang November 2000 beschlossen worden. Die BBVA sei mit ihrer 10%igen Beteiligung der größte Aktionär bei Telefonica. Die Argentinien-Krise werfe einen Schatten auf die Wachstumsaussichten in Lateinamerika. Die damit einhergehende Unsicherheit dürfte die Aussichten der Aktie kurz- bis mittelfristig belasten.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten ihre Einschätzung "Marketperformer" für die BBVA-Aktie bei.



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