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Analysen - Ausland
08.02.2002
WorldCom Outperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie der WorldCom (WKN 881477) mit "Outperformer" ein.

Im Schlussquartal 2001 habe das Unternehmen angesichts des schwierigen Marktumfeldes einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Für das Gesamtjahr 2002 werde die WorldCom Group ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwarten. Marktforscher würden erwarten, dass sich das Kommunikationsverhalten von Geschäfts- und Privatkunden nach dem 11. September nachhaltig verändert habe, und somit die Nachfrage nach Diensten mit höherer Bandbreite schneller steige, als bislang erwarte. Ein Teil der Manager weiche nun - statt mit dem Flugzeug zu Konferenzen zu reisen - auf Telefonkonferenzen aus.

WorldCom betreibe eine umfassende Expansionsstrategie durch Kooperationen und Akquisitionen. So habe der Konzern seit dem Unternehmensstart vor gerade 16 Jahren bereits über 70 Akquisitionen getätigt. Das Unternehmen habe seine Fusionspläne mit dem US-Telekommunikationskonzern Sprint zurückgezogen, nachdem die US-Wettbewerbshüter ihr Veto gegen den Zusammenschluss angekündigt hätten. Die Zugeständnisse, welche die Konzerne den Kartellbehörden hätten machen müssen, hätten den Deal geschäftlich unsinnig gemacht. Da die Übernahme von Sprint gescheitert sei, würde WorldCom nach wie vor über keine Aktivitäten im Bereich Mobilfunk verfügen.

Die Hauptkonkurrenten seien AT&T, Level 3 Communications und Sprint FON. WorldCom biete ein weltumspannendes Netzwerk aus einer Hand. Das globale Netz würde sich aus mehr als 112.000 km Hochleistungsverbindungen zusammensetzen. Der Konzern habe den Wachstumsbereich Datenübertragung und Geschäftskunden von WorldCom und das derzeit schwache Telefon- und Privatkundengeschäft von MCI wie geplant voneinander getrennt. Seit Mitte Juni 2001 werde der Telekom-Bereich unter dem Namen WorldCom Inc-WorldCom MCI Group mit dem neuen Kürzel MCIT als so genannte "Tracking Stock" gelistet. WorldCom Group-Aktionäre (ehemals MCI WorldCom) würden zu jeder Aktie zusätzlich 0,04 Aktien der WordCom MCI Group erhalten. Der Long Distance-Bereich der MCI-Gruppe sei der zweitgrößte in den Vereinigten Staaten (hinter AT&T). Durch die Umstellung der US-Bilanzregeln müsse der Konzern im zweiten Quartal 2002 Goodwill-Abschreibungen von bis zu 20 Mrd. US-Dollar vornehmen.

Die Aktie des Unternehmens sei seit Ende Januar 2002 nach Marktgerüchten über mögliche Zahlungsschwierigkeiten deutlich unter Druck geraten. Hintergrund dieser Spekulationen sei die allgemeine Angst vor weiteren Firmenpleiten nach dem Enron-Debakel. Das Vertrauen der Anleger in die Bilanzierungspraktiken der Gesellschaften habe dadurch stark gelitten. Dabei habe die Vertrauenskrise vor allem Wachstumsunternehmen mit komplexen Strukturen und hoher Verschuldung belastet. Am 7. Februar sei jetzt die Geschäftsführung der WorldCom-Gruppe den Spekulationen entgegengetreten. So habe es geheißen: "WorldCom hat eine solide Basis zahlender Kunden, starke Fundamentaldaten, eine solide Bilanz und (...) fast 10 Mrd. US-Dollar liquide Mittel" sowie "eine Pleite oder ein Kreditausfall steht nicht zur Debatte". Der CEO des Unternehmens habe in Anspielung an die Gerüchte besonders hervorgehoben, dass WorldCom keine Finanzrisiken außerhalb der Bilanz habe.

Sicherlich sei ein Teil des Kursrückgangs der letzten Wochen aufgrund des anhaltend schwierigen Marktumfeldes gerechtfertigt, das aktuelle Kursniveau sei allerdings - unterstelle man, dass die Geschäftsführung die Wahrheit sage (und die Analysten können nichts Gegenteiliges erkennen) - deutlich zu niedrig. WorldCom sei im Gegensatz zu den Neulingen auf dem Markt ein etablierter Konzern, welcher sein weltweites Geschäft schon seit den 80er Jahren aufgebaut habe und mit realem Kundenstamm Milliarden umsetze. Nach dem Kursverfall in der jüngsten Zeit sei die Aktie zudem sehr günstig bewertet.

Vor diesem Hintergrund würden die Analysten der Stadtsparkasse Köln ihre Outperformer-Einschätzung für WorldCom beibehalten.



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