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Analysen - DAX 100
28.08.2008
Norddeutsche Affinerie kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, bewertet die Norddeutsche Affinerie-Aktie (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) weiterhin mit "kaufen".

Die Norddeutsche Affinerie, die Ende August das Zahlenwerk für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres (2007/08) vorlegen werde, habe zum ersten Halbjahr ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet. Die Integration des belgischen Kupferproduzenten Cumerio, die in dem Zahlenwerk erst mit einem vollen Monat konsolidiert worden sei, laufe besser als erwartet.

Der Umsatz habe mit 3,36 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert von 2,97 Mrd. EUR gelegen, jedoch seien aktuell 0,3 Mrd. EUR aus der Cumerio-Übernahme zu berücksichtigen, so dass unterm Strich ein leichtes Umsatzplus geblieben sei. Die Integration von Cumerio habe sich beim Vorsteuerergebnis mit 6 Mio. EUR bemerkbar gemacht. Hinzu kämen Bewertungs- und Einmaleffekte in Höhe von 39 Mio. EUR, so dass sich das Ergebnis vor Steuern von 82 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 161 Mio. EUR fast verdoppelt habe. Das Synergiepotenzial aufgrund der Übernahme sehe der Konzern inzwischen deutlich über den zunächst prognostizierten 15 Mio. EUR bis 20 Mio. EUR.

Für die Norddeutsche Affinerie habe eine Kupferpreisveränderung zunächst keine Auswirkung auf die Ertragskraft der Gesellschaft. Gleichwohl könnten sich aus der Kupfer- und Metallpreisentwicklung indirekte und direkte Effekte auf die Profitabilität ergeben. Bei den indirekten Effekten handle es sich insbesondere um die Auswirkungen, die der Kupferpreis auf die Höhe der Schmelzlöhne und die Verfügbarkeit von Altmetallen und Recyclingmaterial haben könne. Direkten Einfluss und damit ergebnisrelevante Auswirkungen könnten aus der Nutzung von Backwardation-Marktkonstellationen entstehen, nämlich wenn der Kassapreis höher als der Terminpreis sei. Das sei auch in diesem Jahr bis Anfang August der Fall gewesen.

Des Weiteren würden sich direkte Effekte aus den im Produktionsprozess dauerhaft gebundenen, nicht kursgesicherten Kupfer- und Metallvorräten ergeben, die entsprechend aktuell bewertet werden müssten (Bewertungseffekte). Diese Bewertungseffekte entstünden auch aus provisorischen Abrechnungen noch nicht preislich festgelegter Lieferungen.

Zum Halbjahr hätten sich die Bewertungseffekte mit 22 Mio. EUR im Ergebnis der Norddeutschen Affinerie niedergeschlagen. Hinzu gekommen sei ein einmaliger Effekt aus der Kaufpreisverteilung (Purchase Price Allocation) von 26 Mio. EUR aus der Erstkonsolidierung von Cumerio. Demgegenüber hätten bei Cumerio eine Abschreibung auf Vorräte von 3 Mio. EUR sowie der Restrukturierungsaufwand mit 6 Mio. EUR verbucht werden müssen, so dass letztlich 39 Mio. EUR in der Erfolgsrechnung verblieben seien. Diese Zahlen könnten sich im Jahresverlauf noch leicht verschieben.

Die Norddeutsche Affinerie realisiere mit der Übernahme Cumerios einen großen Schritt in der langfristigen Wachstumsstrategie. Das Unternehmen sei Europas führender Kupferproduzent und weltweit die Nummer drei. Die Integration von Cumerio werde fortgesetzt und es zeige sich, dass die Synergieeffekte deutlich über die erwarteten 15 Mio. EUR bis 20 Mio. EUR hinausgehen würden. Die Effizienz der übernommenen Anlagen dürfte sich unter der Führung der Norddeutschen deutlich steigern lassen. Reflektiere man den Kaufpreis und vergleiche diesen mit den Kosten für einen möglichen Ausbau der eigenen Aktivitäten, so rechne sich die Übernahme in jedem Fall.

Die Norddeutsche Affinerie rechne in diesem Jahr mit einem hohen Preisniveau für Kupfer basierend auf Angebotsengpässen und einer anhaltend starken Nachfrage. Dabei habe das Unternehmen stets betont, dass die volatile Entwicklung bei Preisen und Terminstrukturen (Backwardation/Contago) nicht dauerhaft die - für das Unternehmen positive - Backwardationkonstellation fortsetzen werde.

Gleichwohl rechne man auf dem Primärkupfermarkt mit anhaltend hohen Kupferpreisen und einer mittelfristig verbesserten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten. Die steigenden Preise für Altkupfer würden immer noch für auskömmliche Raffinierlöhne reichen. Insgesamt würden die Produktionsbetriebe zur Kupfererzeugung in diesem Geschäftsjahr voll ausgelastet bleiben. Dank der hohen Düngemittelnachfrage und dem damit einhergehenden Preisniveau würden sich die Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure positiv auf die Ergebnisse auswirken.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres würden die gute Geschäftslage der Norddeutschen Affinerie unterstreichen, so dass auch für die zweite Jahreshälfte trotz einer leichten Abschwächung am Konjunkturhimmel und bei weiterhin hohen Kupferpreisen mit einem sehr guten Jahresergebnis gerechnet werden könne.

Dank dem Einstieg des zweitgrößten Stahlproduzenten Deutschlands, der Salzgitter AG, dürfte das Unternehmen zukünftig weit weniger turbulenten Zeiten entgegensehen, als dies Anfang des Jahres der Fall gewesen sei. Salzgitter halte aktuell knapp 11% der Anteile an der Norddeutschen Affinerie und sei damit der größte Einzelaktionär. Die Analysten würden damit rechnen, dass der Anteil in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werde und man deutlich mehr Synergieeffekte finde, als dies von dem einen oder anderen externen Beobachter derzeit vermutet werde.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten die Norddeutsche Affinerie-Aktie unverändert zu kaufen. Das Kursziel liege nach wie vor bei 37 EUR. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2008" vom 27.08.2008) (28.08.2008/ac/a/d)



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