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Analysen - DAX 100
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28.08.2008
GILDEMEISTER halten
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) weiterhin mit "halten" ein.
Die von der GILDEMEISTER AG veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal hätten die Analysten positiv überrascht. Vor allem die Margen hätten sie auf einem niedrigeren Niveau gesehen. Auch der Auftragseingang habe positiv überraschen können. Hier seien die Analysten aufgrund der zuletzt schwachen Zahlen des VDMA zum Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenbranche zu pessimistisch.
Im zweiten Quartal habe dieser aus dem Inland um 18,9%, der aus dem Ausland um 25,8% zugenommen. Die Sparte SunCarrier habe in Q2 29,2 Mio. EUR zum Anstieg beigetragen. Dieser Anstieg sei größtenteils dem Ausland zuzurechnen. Zwar habe das Auftragswachstum nicht an das hohe Niveau aus Q1/08 heranreichen können (+42,2%), bewege sich aber doch auf einem hervorragenden Level, womit sich GILDEMEISTER in diesem Quartal dem Trend von rückläufigen Auftragseingängen in dieser Branche habe entziehen können. Dies führe man auf die weltweite Marktführerschaft sowie das dichte Vertriebsnetz zurück.
Der Umsatz sei in Q2 um 18,2% auf 459,5 Mio. EUR gestiegen. Das EBIT habe deutlich überproportional gesteigert werden können und um 50,5% zugenommen. Es habe sich auf 44,1 Mio. EUR belaufen, was einer Marge von 9,6% nach 7,5% im Vorjahresquartal entsprochen habe. Die weitere Verbesserung der Margen zeige, dass es immer noch Spielraum bei der Optimierung von internen Prozessen gebe und die gestiegenen Rohstoffkosten gut hätten kompensiert werden können.
Die Materialkostenquote sei von 52,4% in Q2/07 auf 66,6% in Q2/08 gestiegen, was auf Bestandserhöhungen im Zusammenhang mit SunCarrier-Projekten zurückzuführen gewesen sei. Hieraus erwarten die Analysten vom Bankhaus Lampe im zweiten Halbjahr 175 Mio. EUR Umsatzerlöse und einen Abbau der Bestände, so dass die Materialaufwandquote im zweiten Halbjahr deutlich sinken wird.
Aufgrund einer wie auch in Q1 deutlich niedrigeren Steuerquote (37,6% vs. 45,2%) sei der Konzernjahresüberschuss nochmals deutlich überproportional zum EBIT um 89,9% auf 22,6 Mio. EUR angestiegen.
Der Free-Cashflow nach sechs Monaten habe sich auf knapp -100 Mio. EUR belaufen. Für das laufende Geschäftsjahr sei aber die Free-Cashflow-Guidance von 40 Mio. EUR bis 50 Mio. EUR bestätigt worden.
Im Nordamerikageschäft verliere die Gesellschaft aufgrund des schwachen USD Geld. Hier seien aber Investitionen in eine erste eigene Produktion geplant, um auch in dieser Region in Zukunft profitabel zu agieren.
Die Gesellschaft habe ihre Guidance zum Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr auf über 2,0 Mrd. EUR erhöht (vorher: 1,9 Mrd. EUR). Die Umsatzprognose von 1,8 Mrd. EUR sei unverändert geblieben. Allerdings habe es hier seit dem letzten "MDAX-Guide" bereits eine Erhöhung gegeben (vorher: 1,6 Mrd. EUR).
Zum Ertrag habe GILDEMEISTER die Aussagen nach Vorlage der Q2 konkretisiert. Vorher sei ein zweistelliges prozentuales Wachstum beim EBT bzw. Jahresüberschuss prognostiziert worden, nun sei die Rede von einem Wachstum von über 50%. Hiervon seien die Analysten bereits ausgegangen. Für 2009 habe die Gesellschaft stabile Auftragseingänge und Umsätze prognostiziert. Eventuell könne in 2009 schon die Produktion in den USA anlaufen, was sich sowohl auf die Umsätze als auch auf die Margen positiv auswirken sollte.
Die Werkzeugmaschinenbranche erachten die Analysten vom Bankhaus Lampe allgemein als sehr zyklisch. Im Inlandsgeschäft seien erste Sättigungserscheinungen mit Blick auf die Modernisierung und Erweiterung der Produktionskapazitäten erkennbar. Als Stütze für diese Branche sehe man allerdings die Nachfrage aus dem Ausland. Die Nachfrage aus den Schwellenländern, insbesondere den BRIC-Staaten und Osteuropa, werde sich nach Erachten der Analysten weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen.
Durch die Akquisition der a+f GmbH vor knapp zehn Jahren sei GILDEMEISTER nun auch im Bereich der regenerativen Energien tätig, um die Abhängigkeit von dem tendenziell sehr konjunkturabhängigen Werkzeugmaschinengeschäft wenigstens teilweise zu kompensieren. Mit dem Sun Carrier Tracker-System konzentriere sich die Division CarrierSystems der a+f GmbH seit 2004 auf die industrielle Errichtung von Solarkraftwerken.
Im laufenden Geschäftsjahr erwarte man einen Umsatzbeitrag der a+f GmbH von ca. 200 Mio. EUR, was etwa 10% der gesamten Umsätze des Konzerns entspreche. 150 Mio. EUR davon würden mit dem SunCarrier erwirtschaftet. Für diesen Geschäftsbereich würden die Analysten auch zukünftig weiter steigende Umsätze erwarten, denn ihres Erachtens habe dieses Systems noch großes Potenzial, da sich der Vertrieb bisher auf wenige Regionen der Erde beschränkt habe.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe hatten ihre Gewinnreihen für 2008 und 2009 zuletzt nach oben angepasst und erwarten nun ein EPS für 2008 von 1,97 EUR (vorher: 1,80 EUR) sowie für 2009 von 2,11 EUR (1,96 EUR). Treiber für 2008 seien dabei eine bessere Marge als bisher erwartet, ein besseres Finanzergebnis sowie eine leicht bessere Steuerquote. Für 2009 seien dies nach Erachten der Analysten ebenfalls die Treiber im Ergebniszuwachs. Zu ihrem Kursziel von 17,00 EUR nach zuvor 17,85 EUR würden die Analysten gelangen, indem sie den Mittelwert ihrer beiden Bewertungsverfahren (DCF-Modell und Peer-Group-Vergleich) bilden würden.
Die Anlageempfehlung "halten" der Analysten vom Bankhaus Lampe für die GILDEMEISTER-Aktie hat somit unverändert Bestand. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2008" vom 27.08.2008) (28.08.2008/ac/a/d)
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