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Analysen - Nebenwerte
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22.08.2008
ARQUES Industries "buy"
VISCARDI AG
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www.optionsscheinecheck.de
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München (aktiencheck.de AG) - Peter-Thilo Hasler, Analyst der VISCARDI AG, stuft die Aktie von ARQUES Industries (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) weiterhin mit "buy" ein.
Die Analysten würden sich fragen, wie das zukünftige Business Modell aussehe. In der gestrigen Gewinnwarnung erscheine den Analysten der VISCARDI AG das derzeitige Business Modell durch das Management infrage gestellt zu werden. In erster Linie seien die Analysten der VISCARDI AG erstaunt darüber, dass ARQUES auf einmal "die schwierige Lage auf dem M&A Markt" als Grund für die geringere Anzahl von künftigen Übernahmen anbringe.
Die Analysten der VISCARDI AG seien immer der Auffassung gewesen, dass es genau dieser Zusammenhang sei, von dem die Wertschöpfungskette bei ARQUES während einer schwachen Wirtschaftslage profitiere. Und nun sei mehr oder weniger willkürlich festgelegt worden, dass eine mögliche Übernahme erst ab einem Umsatzvolumen von EUR 30 Mio. geprüft werden solle. Da sei es nicht wirklich verwunderlich, dass die Guidance von vormals zehn bis 15 Übernahmen für dieses Jahr auf sieben bis zehn herabgesetzt worden sei.
Die Task-Force brauche eine Aufgabe. Den Rückschluss, den man aus den künstlich reduzierten Übernahmeaktivitäten ziehen könne, erscheine den Analysten der VISCARDI AG recht bedenklich. Sie würden sich fragen, welche Aufgaben die stark incentivierte Task-Force zukünftig übernehmen solle. Diese sei in gewisser Weise der Kern des Unternehmens. Das Restrukturierungsteam bestehe primär aus Spezialisten für bestimmte Bereiche. Für die Lösung der Hauptprobleme des Sanierungsfalls werde den Task Force-Managern ein bestimmter Prozentsatz der von ihnen erreichten Kosteneinsparungen zugesprochen, sodass sich die Interessen der Manager und des Unternehmens (ARQUES) gedeckt hätten.
Indes sei ARQUES nicht das einzige Unternehmen, das sich auf die Restrukturierung von Unternehmen in Umbruchsituationen fokussiere. Scheinbar gebe es harte Konkurrenz um Mitarbeiter in Schlüsselpositionen, auch um die in der Task-Force. Wenn attraktive Bonuszahlungen nicht länger bezahlt würden oder nicht mehr so hoch wie vorher seien, könne damit gerechnet werden, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen würden. Dadurch, dass ARQUES wie z. B. auch eine Investment Bank stark von seinen Mitarbeitern abhänge, könne ein solcher Exodus die Zukunft des ARQUES-Geschäftsmodells gefährden.
Die Analysten würden sich fragen, ob ARQUES nun zur zweiten INDUS werde. Folgerichtig mit der Verschiebung des Schwerpunktes des Geschäftsmodells gehe einher, dass das derzeitige Management auf die Verbesserung der Bilanzstruktur und des Cashflow fokussiere. Die Übernahme von Turnaround-Unternehmen gehöre zweifelsohne zu den risikoreichsten Charakteristika einer Holding. Die Verbuchung von Buchwertgewinnen sei von Anfang an kontrovers öffentlich diskutiert worden.
Und nun, da das Konzept schließlich und weitgehend verstanden wurde, rudert das Unternehmen zurück und versucht, die Bilanzstruktur zu verbessern, fragen die Analysten der VISCARDI AG. Sie könnten nicht anders als annehmen, dass ARQUES mehr und mehr ein Private Equity Unternehmen à la INDUS werden solle. Die Übernahme der Siemens Tochter SHC, die ohne Zweifel ein profitables Unternehmen sei, sei ein Hinweis auf den neuen Schwerpunkt.
Die Analysten der VISCARDI AG bestätigen ihr "buy"-Rating und ihr Kursziel von EUR 18,50 für die ARQUES Industries-Aktie. (Analyse vom 22.08.2008) (22.08.2008/ac/a/nw)
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