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Analysen - Ausland
15.08.2008
Rieter "reduce"
Vontobel Research

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Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Vontobel Research, Patrick Laager, bewertet die Rieter-Aktie (ISIN CH0003671440/ WKN 869929) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" unverändert mit "reduce".

Die Lage bei Rieter habe sich innerhalb von wenigen Monaten dramatisch zugespitzt. Sowohl die Textil- als auch die Automotive-Sparte würden unter sehr negativen Markteinflüssen leiden, die sich in den Halbjahresergebnissen niedergeschlagen hätten.

Zwischenzeitlich seien Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet worden, um Rieter wieder auf Kurs zu bringen. Insgesamt würden diese Aufwendungen im Umfang von CHF 225 Mio. auslösen. Ein wesentlicher Anteil davon werde die Jahresrechnung 2008 belasten. Ziel dieser Maßnahmen sei es u.a. die Betriebsmarge vor Sonderbelastungen bereits 2009 zu verbessern. Aus Sicht der Analysten scheine dieses Unterfangen realisierbar. Dennoch seien damit die eigentlichen Probleme in der Gruppe nicht gelöst.

Ihr Prognosemodell haben die Analysten von Vontobel Research angesichts der anfallenden Sonderkosten grundlegend revidieren müssen. Sie würden davon ausgehen, dass Mehraufwendungen von CHF 140 Mio. die Jahresrechnung 2008 belasten würden und weitere CHF 85 Mio. im kommenden Jahr anfallen könnten.

In der Textilsparte müsse angesichts des signifikant tieferen Auftragseinganges im 1H/2008 mit einem sehr schwachen 2H/2008 gerechnet werden. Über das Jahr gerechnet, prognostiziere man einen Umsatzrückgang von 24% auf CHF 1.191 Mio. Auch in 2009 erwarte man einen andauernden Abschwung und rechne deshalb nochmals mit einem rückläufigen Umsatz (-6% auf CHF 1.119 Mio.). Wegen der tieferen Fixkostendeckung, höherer Input-Kosten und eines unvorteilhaften Produktmixes rechne man mit einer EBIT-Marge von nur 6,8% für 2008. Für 2009 seien die Analysten zuversichtlich, dass zumindest eine kleine Ertragsmargensteigerung auf 7,7% realisierbar sei.

Ausgehend von einem negativen Währungseffekt von 3,6% prognostiziere man auch in der Automotivsparte einen Umsatzrückgang von 7% auf CHF 2.198 Mio. in 2008. In 2009 könnte eine leichte Erholung eintreten, womit man mit einem Wachstum von 3% auf CHF 2.264 Mio. rechne. Diese Annahme hänge jedoch stark von der Weltkonjunktur und von Wechselkursschwankungen ab. Adjustiert um Sonderbelastungen würden die Analysten für 2008 eine EBIT-Marge von 3,5% gegenüber 4% im Vorjahr erwarten. Mit einer markanten Steigerung der Ertragskraft in den nachfolgenden Jahren sei nicht zu rechnen. Die Rentabilität sei über die vergangenen Jahre konstant gesunken. Die nun eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen würden aus Sicht der Analysten nicht genügen, um eine Trendumkehr einzuleiten.

Die Aktie dürfte in den kommenden Monaten einzig als spekulative Anlagealternative von gewissen Investorenschichten in Betracht gezogen werden (mit Ausnahme von den Großinvestoren, die sich kürzlich bei Rieter eingekauft hätten). Damit würden aus Sicht der Analysten die Anlagerisiken überwiegen.

In Anbetracht dessen bestätigen die Analysten von Vontobel Research ihre "reduce"-Einstufung mit einem von CHF 320 auf CHF 300 gesenkten Kursziel pro Rieter-Aktie. Als Basis dieser Kurszielanpassung diene einzig das DCF-Modell der Analysten (WACC 8,9%). (15.08.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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