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Analysen - Nebenwerte
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13.08.2008
Jungheinrich kaufen
Der Börsendienst
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www.optionsscheinecheck.de
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München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Der Börsendienst" empfehlen die Aktie von Jungheinrich (ISIN DE0006219934/ WKN 621993, VZ) zum Kauf.
Der Kurs des Gabelstaplerproduzenten Jungheinrich AG sei in den letzten Monaten regelrecht geschlachtet worden. Habe die Aktie im Herbst letzen Jahres noch auf einem Allzeithoch bei 37 Euro notiert, würden die Papiere heute nur noch 17,40 Euro kosten. Damit seien die Papiere des SDAX-Wertes auf das Niveau zurückgefallen, von dem sie Anfang 2004 eine eindrucksvolle Rally gestartet hätten. Belastend würden dabei vor allem die stark gestiegenen Rohstoffpreise wirken, die natürlich auf die Ergebnismarge drücken würden. Durch den hohen Exportanteil der Hamburger - mehr als 75% der Produkte würden ins Ausland verkauft - würden sich auch starke Wechselkursschwankungen auf das Ergebnis auswirken. Gleichzeitig hätten natürlich auch die negativen Konjunkturerwartungen auf das Sentiment gedrückt.
In den Augen der Experten seien diese Faktoren aber mittlerweile mehr als ausreichend im Kurs abgebildet. Denn der Absatz der Produkte laufe weiterhin sehr gut, der Umsatz dürfte im ersten Halbjahr wieder deutlich zugelegt haben. Besonders gefragt seien die Fahrzeuge von Jungheinrich dabei in Osteuropa und Asien. Für das Gesamtjahr habe der Vorstand seine Umsatzerwartung auf über 2,1 Mrd. Euro taxiert. Gleichzeitig erwarte man einen Auftragseingang im laufenden Jahr von über 2,2 Mrd. Euro. Die Zahlen würden zeigen, dass Jungheinrich keine Probleme auf der Erlösseite habe, die Unsicherheit hingegen mehr beim Ergebnis bestehe. Doch diese würden die Experten wie schon beschrieben ausreichend im Kurs enthalten sehen.
Vielmehr sei damit zu rechnen, dass sich die Situation mittelfristig entspannen werde: Entweder die Materialpreise würden deutlich fallen - was eine logische Folge einer sich abkühlenden Konjunktur wäre - oder aber es gelinge Jungheinrich die gestiegenen Einkaufspreise an die eigenen Kunden weiterzureichen. An der Währungsfront hingegen dürfte der US-Dollarkurs eine geringere Rolle spielen, da die USA als Absatzmarkt für Jungheinrich eine eher untergeordnete Position einnehme. Hier sei vielmehr das Britische Pfund von Bedeutung. Die Kurskorrektur der Aktie spiegele ein gewisses Weltuntergangsszenario wider und habe die Bewertung auf ein KGV Niveau für 2008 von rund 6 gedrückt, aktuell werde das Unternehmen lediglich mit einem Viertel des Umsatzes bezahlt. In den Augen der Experten zu wenig für ein ertragsstarkes und traditionsreiches deutsches Vorzeigeunternehmen.
Auch die meisten Analysten würden bei den Hamburgern eine klare Unterbewertung sehen: UniCredit vergebe ein Kursziel von 26 Euro, das Bankhaus Lampe von 25 Euro. Die Experten würden davon ausgehen, dass sich bei Jungheinrich ein antizyklisches Investieren lohne und würden ihr erstes Kursziel bei konservativen 24 Euro setzen.
Die Experten von "Der Börsendienst" empfehlen im Vorfeld der morgigen Halbjahreszahlen eine erste Teilposition in der Aktie von Jungheinrich aufzubauen und diese zu vervollständigen, sobald der Kurs wieder nach oben dreht. Den Stoppkurs setze man aus charttechnischen Erwägungen bei 15,70 Euro. (Ausgabe 16 vom 13.08.2008) (13.08.2008/ac/a/nw)
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