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Analysen - Ausland
13.08.2008
Rieter "reduce"
Vontobel Research

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Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Vontobel Research, Patrick Laager, stuft die Rieter-Aktie (ISIN CH0003671440/ WKN 869929) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" weiterhin mit dem Rating "reduce" ein.

Die Halbjahresergebnisse würden auf eine dramatische Entwicklung bei Rieter hindeuten. Innerhalb von wenigen Monaten sei das Unternehmen in eine Schieflage geraten, die nur mit hohen Aufwendungen korrigiert werden könne. Diese Situation sei sowohl auf sehr negative konjunkturelle Markteinflüsse in beiden Geschäftsbereichen als auch auf interne Umsetzungsprobleme hauptsächlich in der Automotivsparte zurückzuführen. Die Kombination von externen und internen Schwierigkeiten belaste Rieter sehr. Die Analysten würden davon ausgehen, dass das 2. Halbjahr 2008 und auch 2009, aus Anlegersicht, mit sehr hohen Unsicherheiten verbunden seien, und würden deshalb ihre "reduce"-Empfehlung bestätigen.

Positiv zu erwähnen sei einzig, dass zumindest auf Umsatzebene Rieter die Erwartungen der Analysten erfüllt habe, wenn auch diese Entwicklung zu relativieren sei. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um 6% zurückgegangen.

In der Textilsparte würden einzig die etwas höheren Umsätze von CHF 665 Mio. positiv auffallen. Sehr negativ hingegen (und deutlich schlechter als erwartet) sei der Auftragseingang von nur CHF 417 Mio. Damit habe Rieter Bestellungen in der Größenordnung von lediglich CHF 70 Mio. pro Monat erhalten. Im 2. Halbjahr 2007 seien es noch rund CHF 100 Mio. gewesen. Die Lage habe sich also zugespitzt. Die EBIT-Marge liege bei 8,3% (VontE 8,5%) im Vergleich zu 13,3% im 1. Halbjahr 2007. Gründe hierfür seien ungünstige Wechselkurse, der hohe Baumwollpreis, der tiefe Garnpreis und die hohen Inputkosten. Außerdem seien die Investitionsförderungsmaßnahmen deutlich weniger attraktiv.

In der Automotive-Sparte führe der Nachfrageeinbruch bei den Detroit Big Three zu einem Rückgang der Umsätze von 6%, was in etwa der Umsatzschätzung der Analysten entspreche. Sehr negativ sei jedoch die Ertragsentwicklung. Aufgrund von Restrukturierungskosten im Umfang von CHF 20 Mio. betrage die EBIT-Marge nur noch 1,6% (1H07A: 3,9%). Gerechnet hätten die Analysten mit 3,4%. Die Situation habe sich auch hier nochmals deutlich verschlechtert. Da nun auch europäische und japanische Hersteller den Abschwung zu spüren bekommen würden, werde sich die Lage nicht so rasch verbessern.

Rieter habe ein umfassendes Restrukturierungsprogramm eingeleitet. 15% der Belegschaft sollten abgebaut werden und die Kapazitäten würden angepasst. Diese Maßnahmen würden zu Mehraufwendungen von CHF 225 Mio. führen. Ein wesentlicher Teil werde 2008 belasten (1H08: CHF 20 Mio.). Ziel sei es, bereits in 2009 eine verbesserte operative Marge vor Sonderbelastungen zu erzielen. Die Analysten seien der Ansicht, dass dies sehr anspruchvoll sein dürfte, vor allem weil sich auch die Lage in der Textilsparte nun zuspitze.

Die Analysten von Vontobel Research bestätigen ihre "reduce"-Empfehlung für die Rieter-Aktie und überprüfen ihr Kursziel von 320 CHF. (Analyse vom 13.08.2008) (13.08.2008/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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