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Analysen - Ausland
08.02.2002
Shell T & T Marketperformer
LB Baden-Württemberg

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Ralph Herre, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bewertet die Shell T & T-Aktie (WKN 852278) mit Marketperformer.

Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell Group of Companies, an der die börsennotierten Royal Dutch zu 60% und Shell Transport & Trading zu 40% beteiligt seien, zähle zu den drei größten integrierten Ölkonzernen der Welt.

Der Ölgigant habe in 2001 aufgrund des starken Preisverfalls von Öl- und Gas im letzten Geschäftsquartal sowie der im Jahresverlauf immer schwächeren Gewinnmargen im Raffinerie- und Petrochemiegeschäft eine Gewinneinbuße hinnehmen müssen. Das adjustierte Nettoergebnis sei um 8,6% auf 12 Mrd. US-Dollar zurück gegangen und habe damit knapp unter den Erwartungen gelegen. Positiv auf die Ertragslage hätten sich die bis Jahresende mit 0,1 Mrd. US-Dollar über dem Plan von 5 Mrd. US-Dollar pro Jahr realisierten Kosteneinsparungen ausgewirkt. Im Gesamtjahr habe der Konzern angesichts der exzellenten Finanzlage Investitionen von 11,8 Mrd. US-Dollar durchführen können. Darüber hinaus seien Rückkäufe der beiden Aktiengattungen Royal Dutch sowie Shell T & T in einer Größenordnung von rund 4 Mrd. US-Dollar getätigt worden.

Durch das schwache Wachstum der Ölnachfrage sowie den deutlich zugenommen Förderkapazitäten gehe man für 2002 und 2003 von einem deutlich reduzierten durchschnittlichen Ölpreisniveau von 20 US-Dollar bzw. 21 US-Dollar (Vorjahr: 24,3 US-Dollar) je Barrel der Sorte Brent aus. Infolge dieser Prognose dürfte es dem Ölkonzern nicht gelingen, trotz des angestrebten Wachstums von 3% pro Jahr in der Öl- und Gasproduktion, an einer Ergebnisabschwächung vorbei zu kommen. Ebenfalls rückläufig dürfte sich die Sparte Raffinerie und Marketing entwickeln. Dagegen erwarte man für die Sparte Strom und Gas eine relativ stabilen Ergebnisbeitrag. Für die Sparte Chemie befürchte man, dass sich die Situation aufgrund der immer noch konjunkturell belasteten Petrochemiepreise erst ab Mitte 2002 entspannen dürfte. Während man in 2002 für das adjustierte Nettoergebnis einen Rückgang um 2 Mrd. US-Dollar auf 10 Mrd. US-Dollar erwarte, sollte im folgenden Jahr 2003 ein Gewinnanstieg auf 11,3 Mrd. US-Dollar wieder möglich sein.

Vor dem Hintergrund des erwarteten zukünftig schwächeren Öl- und Gaspreisniveaus sowie des zu geringen Produktionswachstums im lukrativen Upstream-Bereich dürfte es dem Ölkonzern nicht gelingen, einen weiteren Ergebnisrückgang in 2002 zu vermeiden. Ein Garant für die wieder verbesserte Ertragsperspektive sollte jedoch die überzeugende Unternehmensstrategie sein.

Bei einer im Branchenvergleich insgesamt fairen Bewertung und der Unterstützung durch das in 2002 fortgeführte Aktienrückkaufprogramm stufen die Experten der LBBW die Aktie von Shell T & T weiterhin als Marketperformer ein.



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