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Analysen - Ausland
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11.08.2008
Freeport McMoran halten
Heibel-Ticker
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www.optionsscheinecheck.de
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Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" raten zum Halten der Aktie von Freeport McMoran (ISIN US35671D8570/ WKN 896476).
Der Kupferpreis sei in den vergangenen vier Wochen kräftig eingebrochen. Eigentlich genau wie der Gold- und der Ölpreis. Die Rohstoffpreise hätten also konsolidiert. Unternehmen, die Gold, Öl und Kupfer fördern und verkaufen würden, seien ausverkauft worden. Doch der Ausverkauf der Aktien habe nicht proportional zu den Rohstoffpreiskorrekturen, sondern überproportional stattgefunden.
Der Kupferpreis sei beispielsweise um 15% gefallen, der Goldpreis um 11%. Der Kurs von Freeport McMoran hingegen sei um 33% eingebrochen. Nun, die Rohstoffpreise würden sich nicht eins zu eins in Umsatz und Gewinn überführen lassen, also schaue man doch einmal, wo der Preis des Kupfers gestanden habe als Freeport das letzte Mal unter 80 USD gerutscht sei: Das sei Mitte Januar gewesen. Damals habe das Kupfer weitere 6% tiefer gestanden. Die Aktien von Freeport stünden heute also schon so niedrig, als würde der Kupferpreis um weitere 6% einbrechen. Die Experten würden sich fragen, wie das komme.
Nun, in den vergangenen Tagen hätten die Experten wieder verstärkt den Eindruck gehabt, dass Quant-Fonds aktiv seien. Quant-Fonds sei der Oberbegriff für Fonds, die von Computern gemanagt würden. Fondsmanager würden vielleicht noch an den Algorithmen herumfeilen, Kauf- und Verkaufentscheidungen würden jedoch von der Software getroffen, die Orders würden automatisch generiert.
Wenn es also zu einer offensichtlichen Übertreibung wie hier bei Freeport McMoran komme, dann würden Quant-Fonds ihre in Algorithmen festgelegten Schlüsse ziehen und entsprechend handeln. Im Beispiel der Experten heiße das, der Aufwärtstrend von Freeport sei kaputt, man sollte also um jeden Preis verkaufen. Ihrer Ansicht nach werde derzeit Kapital vom Rohstoffsektor in die konjunkturabhängigeren Bereiche umgeschichtet. Am Gold sei dies besonders deutlich zu sehen, doch auch die anderen Rohstoffe seien derzeit erst einmal Nebenkriegsschauplatz. Die Musik spiele nun in den Finanz- und Biotechtiteln. Dort werde das Geld hin umgeschichtet.
Das bedeute aber noch lange nicht, dass der Bulle an den Rohstoffmärkten sterbe. China und die anderen Schwellenländer würden weiter wachsen, die Bauwut habe dort noch kein Ende gesehen. Die weltweiten Lagerbestände an Kupfer seien niedriger denn je. Die Produktionen seien weiter rückläufig. Es gebe keinen fundamentalen Grund für einen rückläufigen Kupferpreis. Lediglich die Charttechnik und die Algorithmen der Quant-Fonds würden Verkaufssignale geben.
Das sei übrigens genau das gleiche Verhalten, das die Experten im vergangenen Sommer 2007 bei den Finanztiteln gesehen hätten: Die Finanzaktien hätten Verkaufssignale generiert und seien in den kommenden Monaten ohne Gnade verkauft worden. Bei den Finanztiteln seien die sinkenden Kurse der Grund für eine anschließend drohende Insolvenz gewesen. Bei den Rohstoffunternehmen gelte dies nicht, denn das Kupfer und das Gold, das aus den Bergen geholt werde, sei real und werde von den niedrigen Aktienkursen nicht betroffen. Die Experten würden hier also eine schnelle Gegenreaktion erwarten.
Die Experten hätten somit entsprechend ihrer Empfehlung vom 01.08.2008 zunächst einen Teil zu 97 USD verkauft, direkt anschließend zu 92 USD nachgekauft und am 06.08.2008 zu ihrem Abstauberlimit von 80 USD nochmals nachgekauft. Nun hätten sie wieder eine volle Position in Freeport McMoran. Man hoffe, die Quant-Fonds hätten ihre Aufgabe erfüllt und seien mit dem Verkaufen fertig.
Die Experten von "Heibel-Ticker" bewerten die Freeport McMoran-Aktie mit dem Rating "halten". (Ausgabe 31 vom 08.08.2008) (11.08.2008/ac/a/a)
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