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Analysen - DAX 100
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07.08.2008
Deutsche Postbank "buy"
SEB
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, bewertet die Aktie der Deutschen Postbank (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) mit dem Rating "buy".
Die Deutsche Postbank sei auch in Q2/2008 von der Finanzkrise nicht verschont geblieben und habe einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Doch die Markterwartungen habe das Haus - dank des starken Kerngeschäfts - (über-)treffen können.
Unter dem Strich sei der Gewinn in Q2 um rund 21% auf 119 Mio. EUR zurückgegangen. Vor Steuern sei er um rund 27% auf 171 Mio. EUR gesunken. Die Schätzungen hätten bei 114 Mio. EUR bzw. 162 Mio. EUR gelegen. Der Zinsüberschuss sei um rund 12% auf 622 Mio. EUR geklettert (Schätzungen bei 569 Mio. EUR).
Im Provisionsgeschäft habe die Deutsche Postbank mit einem Plus von 3,2% auf 350 Mio. EUR die Vorhersagen getroffen. Die Finanzkrise und vor allem ihre Ausweitung auf andere Anlageklassen hätten mit 143 Mio. EUR zu Buche geschlagen. Die Belastungen hätten sich im Finanzanlage- und Handelsergebnis gezeigt, wobei Letzteres dennoch besser als erwartet ausgefallen sei. Die Cost/Income-Ratio im klassischen Bankgeschäft betrage 71,8% (nach 66,6%), die ROE vor Steuern liege bei 13,9% (17,5%).
Was das Neugeschäft im 1. Halbjahr anbetreffe, hätten neu eröffnete Girokonten +14,5% auf 252.000, das Neugeschäft Privatkredite +72% auf 821 Mio. EUR, gesamte Spareinlagen +4,5% auf 62,7 Mio. EUR zugelegt. Das bekannte operative Gewinnziel von 1,1 Mrd. EUR bis 1,2 Mrd. EUR für 2008 sei bekräftigt worden (H1: 654 Mio. EUR). Die Deutsche Postbank gehe "selbstbewusst" in den Konsolidierungsprozess, dessen Ausgang derzeit aber völlig offen sei.
Die Deutsche Postbank habe auch in Q2 bewiesen, dass sich ihr Geschäftsmodell als "der Retailer" bewähre und belastbar sei. Gerade in den Kernaktivitäten habe das Haus solide Daten aufgezeigt - und dies trotz moderateren Marktwachstums, intensiveren Wettbewerbs, volatiler gewordener Märkte und inverser Zinsstruktur.
Das Neugeschäft sei erneut ausgesprochen stark. Daher habe die Deutsche Postbank insgesamt ihre Marktanteile weiter ausbauen können. Die Maßnahmen des strategischen Programms "Next Step" würden erste Erfolge zeigen. Es gebe eine strikte Kostenkontrolle. Die Risikovorsorge befinde sich trotz Kreditwachstums spürbar unter Vorjahr. Die Kennzahlen (CIR, ROE) würden die Analysten als weiter solide werten.
Weitere Wertberichtigungen würden anfallen, wenn sich die Finanzkrise nochmals verstärke und auf andere ("normale") Marktsegmente übergreife. Die sich nun doch stärker als erwartet abkühlende Wirtschaft könnte zu einem niedrigeren Ergebniswachstum führen als bisher angenommen. Die Übernahmeprämie sei abgebaut, nachdem obige Risiken nun stärker zu sehen seien als bisher. Eine mögliche Übernahme werde medienseitig bei 50:50 gesehen.
Nachdem die so genannte Übernahmeprämie jetzt völlig abgebaut sei, sei die Aktie eher günstig bewertet. Trotz aller Skepsis habe die Deutsche Postbank aber auch alleine ein interessantes und erfolgreiches Geschäftsmodell (was sie bisher stets unter Bewies gestellt habe). Nur könnte das operative Geschäft in nächster Zeit stärker von der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung betroffen sein. Das neue Kursziel laute 54,00 EUR nach 67,00 EUR.
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Deutsche Postbank mit "buy" ein. (Analyse vom 07.08.2008) (07.08.2008/ac/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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