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Analysen - Ausland
04.08.2008
Lundin Mining halten
Heibel-Ticker

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Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" empfehlen die Aktie von Lundin Mining (ISIN CA5503721063/ WKN A0B7XJ) zu halten.

Es sehe so aus, als hätte CEO, Phil Wright, nun seine Hausaufgaben gemacht. Nachdem die belastenden Informationen zu dem kleinen Randprojekt in Russland bekannt geworden seien, habe er umgehend ein Update zum viel wichtigeren Kongo-Projekt ausgegeben. Und dort scheine sich das Warten nun langsam auszuzahlen. Jede Menge Zugeständnisse an die Regierung habe das Verhältnis verbessert. Die Unfallrate in der Mine sei auf international niedrigem Niveau, es würden Straßen gebaut, die Wasserversorgung der Bevölkerung werde gefördert und einige weitere Hilfen im Sinne der Weltbank/ICF würden getätigt. Somit könne an dem ursprünglichen Zeitplan der Produktionsaufnahme Ende 2009 festgehalten werden.

Und einen Tag zuvor schrieben die Experten von "Heibel-Ticker" Folgendes: schlechte Presse wegen Russland-Projekts. In einem aktuellen Artikel auf Mineweb werde Lundin Minings Engagement an der sibirischen Zink-Blei Mine Ozernoye untersucht. Lundin Mining habe dort vor zwei Jahren 49% der Ozernoye-Anteile zu 125 Mio. USD erworben, der Rest gehöre einem russischen Investor. Ursprünglich sollte die Mine im Jahr 2012 produzieren, Lundin Mining habe aber bereits zu Jahresbeginn zugegeben, dass dieser Zeitplan nicht mehr eingehalten werden könne. Russische Behörden und Umweltschutzprobleme würden zu Verzögerungen führen.

Gleichzeitig sei der Preis für Zink und Blei in den vergangenen 12 Monaten um jeweils 50% eingebrochen. Kein Wunder, dass Lundin Mining das Interesse an diesem Projekt verliere, denn im letzten Quartalsbericht seien Investitionen für alle Projekte aufgeführt gewesen, für Russland hingegen seien keine Investitionen zu finden gewesen.

Zu Jahresbeginn habe CEO, Phil Wright, bekannt gegeben, dass man prüfe, ob man sich von dieser Beteiligung trennen sollte, seither gebe es eine Nachrichtensperre seitens Lundin Mining zu diesem Thema. Das sei nicht das, was sich Investoren wünschen würden.

Doch wenn man sich die Struktur von Lundin Mining anschaue, dann werde dieses Projekt schnell relativiert: Mit einem Buchwert von 168 Mio. USD mache das russische Projekt nur 3,3% des geschätzten Unternehmenswertes Lundin Minings aus. Die mit Abstand wichtigste Mine sei die portugiesische Neves-Corvo Mine mit einem Anteil von 42% des geschätzten Wertes. Weitere 27% mache das Tenke Fungurume Kupfer-Kobalt Projekt im Kongo aus.

Zum Kongo-Projekt, das zu 57,75% Freeport McMoRan gehöre und nur zu 24,75% Lundin Mining, habe Adkerson, CEO von Freeport, letzte Woche gesagt, dass weiterhin an dem Termin für den Produktionstermin im zweiten Halbjahr 2009 festgehalten werde.

Die Experten von "Heibel-Ticker" halten solche Geschichten für wichtige, strategische Entscheidungen, aber nicht für ursächlich für die aktuelle Kursentwicklung. Diese werde vielmehr von der aktuellen Preisentwicklung von Zink bestimmt und der Zinkpreis habe sich mehr als halbiert. Gleichzeitig würden die Lagerbestände von Zink zu steigen beginnen, jedoch auf noch auf sehr niedrigem Niveau. Sollte dieser Trend anhalten, so werde der Aktienkurs von Lundin Mining weiter unter Druck bleiben. Doch das Bewertungsniveau sei so niedrig, dass die Experten nun nicht verkaufen möchten. Das KGV 09e betrage nur noch 5, Umsatz und Gewinn würden mit 30% wachsen.

Die Experten von "Heibel-Ticker" stufen die Aktie von Lundin Mining mit "halten" ein. (Ausgabe 30 vom 01.08.2008) (04.08.2008/ac/a/a)



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