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Analysen - Nebenwerte
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25.07.2008
LUDWIG BECK kaufen
GBC AG
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Augsburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der GBC AG, Sylvia Schulz und Felix Gode, empfehlen weiterhin, die Aktien von LUDWIG BECK (ISIN DE0005199905/ WKN 519990) zu kaufen.
Am Dienstag dieser Woche habe die LUDWIG BECK AG ihre Zahlen für das erste Halbjahr in 2008 veröffentlicht. Der Bruttoumsatz habe sich hiernach flächenbereinigt auf rund 43,8 Mio. Euro nach 45,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum belaufen. Dies entspreche einem leichten Rückgang von rund 2,9%. Flächenunbereinigt dagegen habe der Bruttoumsatz mit 43,8 Mio. Euro um rund 5,3% unter dem Umsatz des Vorjahreszeitraums mit 46,2 Mio. Euro gelegen. Somit habe sich die LUDWIG BECK AG nicht der allgemeinen Branchenentwicklung entziehen können. So habe die Textilbranche laut dem TW-Testclub innerhalb des ersten Halbjahres 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang von rund 4% verzeichnet.
Gründe für die rückläufige Entwicklung seien vor allem in der schlechten Konsumstimmung durch die anhaltend deutlich steigenden Lebenshaltungskosten zu sehen. So habe der Umsatzrückgang in der Textilbranche laut dem TW-Testclub allein im Juni bei -11% im Vergleich zum Juni 2007 gelegen. Aber auch die für einen Sommer eher kühle Witterung habe hierzu ihren Beitrag geleistet. Bei der LUDWIG BECK AG müsse des Weiteren der durch die Umbauvorhaben im Stammhaus im Sommer 2007 durchgeführte erfolgreiche Sommer-Räumungsverkauf sowie die in diesem Geschäftsjahr bis zum Mai erfolgten Umbaumaßnahmen im Stammhaus Berücksichtigung finden.
Der Nettorohertrag der Gesellschaft habe mit 17,6 Mio. Euro um 3,2% unter dem Vorjahreswert (VJ: 18,2 Mio. Euro) gelegen. Dennoch habe die sukzessive Verbesserung der Nettorohertragsmarge auch im 1. Halbjahr 2008 fortgesetzt werden können. So sei diese im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (46,8%) um einen Prozentpunkt auf 47,9% gestiegen. Auf Quartalsbasis zeichne sich die erfreuliche Steigerung noch deutlicher ab. So habe die Nettorohertragsmarge im 2. Quartal 2008 bei 49,4% nach 47,8% im Vorjahreszeitraum gelegen. Neben der Fokussierung auf die margenträchtigeren Produkte sei die konstant positive Entwicklung der Marge auch auf die kontinuierliche Aufwertung der Sortimente im Rahmen der Trading-Up-Strategie zurückzuführen.
Die Kostenquote der LUDWIG BECK AG habe mit 44,3% leicht über der Quote des 1. Halbjahres 2007 mit 44,1% gelegen. Absolut hätten die Aufwendungen mit 16,3 Mio. Euro um 0,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreszeitraum gelegen. LUDWIG BECK habe im 1. Halbjahr 2008 somit ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 1,3 Mio. Euro (VJ: 1,1 Mio. Euro) erzielen können. Nach Abzug des Finanzergebnisses in Höhe von -1,5 Mio. Euro (VJ: -1,7 Mio. Euro) und den Minderheitsanteilen in Höhe von 0,3 Mio. Euro ergebe sich ein Periodenfehlbetrag in Höhe von 0,4 Mio. Euro nach -0,5 Mio. Euro im Vorjahr. Dies entspreche einem Ergebnis pro Aktie von -0,11 Euro (VJ: -0,15 Euro).
Im ersten Halbjahr 2008 sei ein weiterer wichtiger Schritt in der Trading UP-Strategie der LUDWIG BECK AG erfolgt. So seien im Mai 2008 die Umbauarbeiten im fünften Stock im Stammhaus abgeschlossen worden. Hiernach habe die renommierte Musikabteilung aus dem vierten Stock in diesen verlegt werden und seit der Wiedereröffnung bereits ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielen können. Aktuell werde der vierte Stock bis Ende September renoviert. Neben den Umbauarbeiten sei das Halbjahr des Weiteren durch die lange Zeit fehlender sommerlicher Temperaturen sowie der allgemein schlechten Konsumstimmung geprägt gewesen. Der erwirtschaftete Umsatz habe leicht unter den Erwartungen der Analysten der GBC AG gelegen, wodurch sie ihre Umsatzschätzungen leicht nach unten angepasst hätten. Man erwarte nunmehr einen Umsatz für das laufende Geschäftsjahr 2008 von 87,19 Mio. Euro (bisher: 89,57 Mio. Euro).
Aufgrund des anhaltenden Erfolges des Kostenmanagements und der erfreulichen Margenentwicklung - welche sich auch im aktuellen Halbjahresergebnis widerspiegelt habe - erwarte man auch weiterhin eine zweistellige EBIT-Steigerung in Höhe von 12,0% (bisher: 12,1%). Dies entspreche einem absoluten EBIT in Höhe von 8,035 Mio. Euro (bisher: 8,043 Mio. Euro). Man rechne aufgrund der Unternehmenssteuerreform mit einer Steuerquote in Höhe von 33%. Die reale Steuerquote werde aus Sicht der Analysten - wie in den Vorjahren auch - aufgrund der existierenden Verlustvorträge deutlich moderater ausfallen, was sich wahrscheinlich entsprechend positiv im Cash Flow widerspiegeln werde. Ihre Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr 2008 stützen die Analysten der GBC AG auf die Hauptzielgruppe der LUDWIG BECK AG, die relativ konjunkturunabhängig preisintensivere Waren einkaufe. Hierdurch werde die aktuelle Eintrübung des Konsumklimas aus Sicht der Analysten keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Geschäft der LUDWIG BECK AG haben.
Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren habe man mittels des DCF-Modells und auf Basis der Prognosen einen fairen Wert pro Aktie von 14,79 Euro (zuvor: 15,97 Euro) ermittelt. Der Rückgang des Kurszieles resultiere vor allem aus der Anpassung des risikolosen Zinssatzes von 3,8% auf 4,5% und der damit erhöhten Kapitalkosten (WACC). Das Kursziel entspreche bei einem Kurs von aktuell 9,19 Euro einem Potenzial von rund 61%.
Die Analysten der GBC AG empfehlen weiterhin, die Aktien von LUDWIG BECK zu kaufen. (Analyse vom 25.07.2008) (25.07.2008/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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