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Analysen - DAX 100
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17.07.2008
IVG Immobilien Top-Investment der Woche
ExtraChancen
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www.optionsscheinecheck.de
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Hagen (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "ExtraChancen" ist die IVG Immobilien-Aktie (ISIN DE0006205701/ WKN 620570) das "Top-Investment der Woche".
Die Aktie der IVG Immobilien notiere fast 60% unter ihrem inneren Wert, der mit rund 28 Euro beziffert werde. Das sei für Vorstandschef Wolfhard Leichnitz unverständlich, auch wenn er wisse, dass es bei Immobilienwerten stets zu Übertreibungen komme - nach oben und unten: "In schwachen Börsenphasen habe man üblicherweise Abweichungen von bis zu 20%, aber keine Differenzen wie zurzeit", habe er gegenüber der "FAZ" erklärt.
Allerdings sei die Immobilienbranche auch eine der ersten, die wieder nach oben drehe, zumal es bei den gewerblichen Immobilien, die die IVG verwalte und besitze, wesentlich besser als beim Wohnraum aussehe. Leichnitz habe mit Käufen von IVG-Papieren ein Signal gesetzt. Andere Vorstandsmitglieder wie Bernd Kottman hätten Call-Optionen auf den MDAX-Titel erworben, würden angesichts der Laufzeit und des Basiswertes einen Anstieg des Kurses bis Dezember auf 16 Euro erwarten - ein Plus von fast 40%.
Das dürfte mit dem geplanten Verkauf der Lagerstätten für Öl und Erdgas zusammenhängen, der bis dahin abgeschlossen sein solle. Die Kavernen im ostfriesischen Etzel, künstlich erzeugte Hohlräume in riesigen unterirdischen Salzstöcken, würden zwar attraktive Erträge liefern; so sei im abgelaufenen Jahr der operative Gewinn mehr als vervierfacht worden (von 26,8 auf 124 Mio. Euro). Jedoch werde der Wert von "IVG Caverns" vom Kapitalmarkt nicht angemessen honoriert, klage Leichnitz, denn die Sparte werde eher der Infrastrukturbranche als dem Immobilienmarkt zugerechnet.
Deshalb wolle sich der deutsche Branchen-Primus, der ein Immobilienvermögen von gut 20 Mrd. Euro verwalte, von seinen Kavernen trennen - ob ganz, teilweise oder durch die Einbringung in einen Fonds, sei noch offen. Die Deutsche Bank habe unter der Berücksichtigung der drei Ausstiegs-Szenarien einen Bruttounternehmenswert zwischen 1,9 und 2,5 Mrd. Euro ermittelt.
Bei der WestLB erwarte man, dass hier versteckte Reserven offen gelegt würden. Analyst Wolfgang Fickus habe heute zwar sein Kursziel auf 25 Euro gesenkt, dies allerdings mit dem schlechten Kapitalmarktumfeld speziell für Finanz- und Immobilientitel begründet. Für die IVG erwarte er durch den Verkaufsprozess in den nächsten Wochen eine verbesserte Stimmung. Auch Frank Neumann vom Bankhaus Lampe (Kursziel 27 Euro) sehe durch den Verkauf "zumindest eines Teils der Kavernen" die Chance, den fairen Wert dieses Investments offen zu legen. Der Immobilienexperte habe einen Net Asset Value von 29,03 Euro ermittelt, darin sei ein Teil- bzw. Komplettverkauf des Kavernengeschäftes aber noch gar nicht enthalten.
40 Kavernen (je 20 für Öl und Erdgas) mit einer Kapazität von 21 Mio. Kubikmetern seien mittlerweile in Betrieb und vermietet worden, durchschnittlich für 30 Jahre an Unternehmen aus der Energiebranche sowie staatliche Erdölbevorratungs-Organisationen. Für weitere 26 unterirdische Lagerstätten seien bereits Mietverträge abgeschlossen worden, mehr als die Hälfte davon mit der E.ON Ruhrgas AG. Der größte deutsche Gasversorgungskonzern werde 15 Gaskavernen zwischen 2011 und 2013 in Betrieb nehmen - und halte zudem die Option auf zehn weitere. Insgesamt könne die IVG Immobilien AG die bestehenden Kapazitäten noch mehr als verdreifachen, denn sie besitze die Rechte für insgesamt 130 dieser Erdöl- und Gasspeicher.
Die bisherigen Mieter würden auch als potenzielle Käufer gehandelt, aber Investoren mit dem Anlageschwerpunkt Infrastruktur sollten ebenfalls ihre Fühler nach der Anlage in Ostfriesland, die durch ihre Nähe zu Wilhelmshaven, dem größten deutschen Umschlagplatz für Rohöl, besonders attraktiv sei, ausgestreckt haben. Als Interessenten würden RREEF, eine Tochter der Deutschen Bank, sowie die australische Bank Macquarie gelten. Bindende Angebote würden von der IVG bis Mitte August erwartet.
Dann könnte es schnell Impulse für die arg gebeutelte Aktie geben, die alleine in diesem Jahr rund die Hälfte ihres Wertes verloren habe. Denn nach dem Rekordjahr 2007 seien bereits früh deutliche Gewinneinbußen für das laufende Jahr in Aussicht angekündigt worden, außerdem werde es wohl angesichts des Kapitalmarktumfeldes in diesem Jahr keinen Börsengang des REIT mehr geben, eines steuerbegünstigten Immobilienfonds, in dem die Büroimmobilien im Wert von 3,5 Mrd. Euro zusammengefasst seien.
"Die Ausgliederung des Kavernengeschäfts dürfte helfen, die Lücke zwischen aktuellem Kurs und Nettovermögenswert der Aktie zu schließen", so Wolfgang Fickus von der WestLB. Und neben dieser Fantasie verweise Frank Neumann vom Bankhaus Lampe auch noch einmal darauf, dass das Unternehmen mit seinen Mieteinnahmen im Gewerbeimmobilien- sowie Kavernenbereich über stabile Cash-flows verfüge, außerdem werde auf längere Sicht auch wieder der REIT-Börsengang ins Blickfeld rücken.
Die IVG-Aktie habe gestern unter 11 Euro ein 52-Wochen-Tief markiert.
Auch nach der heutigen Erholung sehen die Experten von "ExtraChancen" für ihr "Top-Investment der Woche", die IVG Immobilien-Aktie, mittel- bis langfristig sehr gute Chancen auf eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Der Startschuss dafür sollte mit dem Kavernen-Verkauf erfolgen. (Analyse vom 17.07.2008) (17.07.2008/ac/a/d)
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