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Analysen - Nebenwerte
18.07.2008
Andreae-Noris Zahn halten
GBC AG

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Augsburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der GBC AG, Felix Gode und Jörg Grunwald, bestätigen ihre Halteempfehlung für die Andreae-Noris Zahn-Aktie (ISIN DE0005047005/ WKN 504700).

Am Mittwoch habe der Pharmagroßhändler Andreae-Noris Zahn AG (ANZAG) bekannt gegeben, dass 92% der Anteile an dem litauischen Pharmagroßhändler JSC Armila übernommen würden. Damit setze ANZAG ihre anorganische Wachstumsstrategie in Osteuropa fort. Zuvor sei ANZAG bereits Beteiligungen an Pharmagroßhändlern in Kroatien und Rumänien eingegangen. Die Expansion nach Osteuropa solle die Abhängigkeit vom deutschen Heimatmarkt reduzieren. Zudem müssten auf dem deutschen Markt, auf Grund von politischen Eingriffen und einer steigenden Zahl an Direktbelieferungen, seit Jahren Margen-Einbußen hingenommen werden. In Osteuropa seien die Märkte dagegen deutlich weniger gesetzlich reguliert und würden ein höheres Margenpotenzial ausweisen. Das Wachstum in den osteuropäischen Staaten sei deutlich höher, als auf dem gesättigten deutschen Markt.

So wachse auch der litauische Arzneimittelmarkt mit 13% signifikant stärker und gehöre zu den am schnellsten wachsenden Märkten in Europa. Auch in den kommenden Jahren werde ein Wachstum von rund 10% erwartet. Dabei würden verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen werde sich die Kaufkraft der litauischen Bevölkerung in den kommenden Jahren noch erhöhen. In den vergangenen Jahren habe Litauen zwar zu den am schnellsten wachsenden Staaten in Europa gezählt, jedoch liege das Pro-Kopf-Einkommen in Litauen noch rund 40% unter dem EU-Durchschnitt. Dies drücke sich auch in dem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Arzneimitteln aus, der in Litauen circa 50% unter dem EU-Durchschnitt liege. Dies sollte sich in den kommenden Jahren weiter angleichen.

Armila habe im Geschäftsjahr 2007 Umsatzerlöse in Höhe von knapp 62 Mio. EUR erwirtschaftet. Dabei sei die Margensituation deutlich besser als auf dem deutschen Markt. Der Kaufpreis werde sich auf geschätzt 20 bis 22 Mio. EUR belaufen. Strategisch passe Armila nach Ansicht der Analysten sehr gut zu ANZAG. Das Unternehmen gelte auf dem litauischen Markt als Qualitätsführer und hat mit "100metu vaistine", wie ANZAG mit "vivesco", ein Apothekenkooperationssystem ins Leben gerufen. Derzeit würden dem Netzwerk rund 70 Apotheken angehören. Diese Zahl solle sich in den kommenden Quartalen jedoch weiter erhöht werden. Dabei sei zu beachten, dass in Litauen kein Fremdbesitzverbot herrsche und daher rund 60% der Apotheken in Ketten organisiert seien. Um die Mitgliedschaft in dem Netzwerk interessanter zu machen, sei bereits ein elektronisches Bestellsystem für die Mitglieder eingeführt worden. Ein weiteres strategisches Ziel sei zudem die Etablierung von E-Pharmazie in Litauen. Mit ANZAG habe Armila einen starken Partner gewinnen können, um diese Ziele umsetzen und das Wachstum weiter forcieren zu können.

Zudem habe ANZAG in dieser Woche Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2008 vorgelegt. Das schwierige Marktumfeld habe auch im dritten Quartal nach wie vor bestanden. Vor allem steige die Zahl der Direktbelieferungen von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln weiter. Die Quote habe sich innerhalb der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2008 der ANZAG um 22,7% erhöht. Aber auch der Wettbewerb zwischen den Pharmagroßhändlern werde dadurch schärfer. Trotz der schwierigen Marktumstände habe die ANZAG die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten um 5,1% auf 2.867 Mio. EUR steigern können, während der Pharmagroßhandelsmarkt um 4,7% gewachsen sei. Der Rohertrag habe absolut gesehen ebenfalls zugelegt und sei um rund 2,5 Mio. EUR auf 166,7 Mio. EUR angewachsen. Die Rohertragsmarge sei jedoch auf Grund der oben genannten Gründe von 6,0% im Vorjahr auf 5,8% abgesunken.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien stark überproportional zu den Umsatzerlösen um 17,1% auf 82,9 Mio. EUR geklettert, was vor allem auf das gesteigerte Geschäftsvolumen bei den Auslandstöchtern, höhere Währungsaufwendungen, höhere Versandkosten auf Grund der erhöhten Energiepreise sowie Instandhaltungsaufwendungen zurückzuführen gewesen sei. Insgesamt habe das Vorsteuerergebnis mit 6,2 Mio. EUR damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes von 20,7 Mio. EUR gelegen.

Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hätten die Analysten ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2008 nach unten korrigiert. Zwar sei das dritte Quartal nun erfreulicher verlaufen als die beiden ersten, dennoch sähen sie weiteren Anpassungsbedarf bei ihren Prognosen für das Gesamtjahr. Insbesondere die außerordentlichen Aufwendungen im zweiten Quartal seien hierfür verantwortlich. Weiterhin würden sie davon ausgehen, dass ANZAG durch die Engagements in Osteuropa nachhaltige Margensteigerungen erzielen könne.

Als neues Kursziel ergibt sich 31,15 EUR (zuvor: 31,99 EUR), womit die Analysten der GBC AG ihr Rating "halten" für die Andreae-Noris Zahn-Aktie bestätigen. (Analyse vom 18.07.2008) (18.07.2008/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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