|
Analysen - Nebenwerte
|
04.02.2002
Dt. Beteiligungs AG übergewichten
Independent Research
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten von Independent Research raten, die Aktie der Dt. Beteiligungs AG (WKN 550810) überzugewichten.
In den ersten neun Monaten des zum 31. Oktober 2001 abgelaufenen Geschäftsjahres 2000/01habe die DBAG lediglich einen leichten Überschuss von 0,6 (16,8) Mio. Euro ausweisen können. Das schlechte Ergebnis sei auf laufende Aufwendungen und insbesondere auf Abschreibungen in Höhe von 9,0 Mio. Euro (Wertberichtigung Lipro) zurückzuführen, denen in den ersten neun Monaten nur vergleichsweise geringe Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen (5,2 statt 56,7 Mio. Euro im Vorjahr) gegenüber gestanden seien.
Der für den 4. Juli vorgesehene Börsengang der Lignum AG, bei der sich die DBAG vollständig von ihrem gut 20%igen Anteil habe trennen wollen, sei verschoben worden. Die daraus resultierenden Erträge (geplant: 60 bis 80 Mio. Euro) hätten ausgereicht, um ein neues Rekordergebnis zu erzielen. Das Unternehmen rechne selbst mit einem leicht positiven Ergebnis.
Im gerade begonnenen Geschäftsjahr erwarte man bei Independent Research eine deutliche Besserung der Ertragslage. Neben den zur Veräußerung anstehenden Anteilen an den bereits börsennotierten Gesellschaften Andritz und Global Power werde auch die Steuerreform zu einer starken Ergebnissteigerung beitragen. Bei nachhaltiger Besserung des Kapitalmarktumfeldes könnte zudem gegen Geschäftsjahresende der verschobene Lignum-Börsengang nachgeholt werden.
Zuletzt habe sich die DBAG auf einer Analystenkonferenz am 20. November 2001 den Investoren vorgestellt. Der Vorstand habe dort ausführlich die Unternehmensphilosophie dargestellt – vorläufige Ergebniszahlen seien nicht mitgeteilt worden. Die Unternehmensstrategie sehe vor, nur in Marktführer (Nr. 1 - 3) einer Branche zu investieren, da diese in der Regel gestärkt aus einer Konjunkturschwäche hervorgehen würden. Bei jedem Investment müssten sich mindestens 10 Mio. Euro verdienen lassen. Feindliche Übernahmen werde es nicht geben. Vielmehr solle das Management die Transaktion mit tragen und sich selbst direkt am Unternehmen beteiligen.
Die Branche spiele eine untergeordnete Rolle. Der derzeit hohe Anteil der Baubranche im Portfolio solle zugunsten anderer Branchen, z.B. Automobilzulieferer, abnehmen. Derzeit repräsentierten die 10 größten Investments 49% des Buchwertes. Alle Beteiligungen stünden zu Anschaffungskosten in den Büchern, sofern sie nicht wertberichtigt worden seien. Vier bis fünf Gesellschaften wiesen aktuell ein negatives EBIT auf. Lignum stehe weiterhin mit 21,9 Mio. Euro in den Büchern.
In der Zukunft sollten die Fondsmanagementaktivitäten ausgebaut werden. Laut letzten Angaben seien rund 325 Mio. Euro im eigenen Portfolio und 175 Mio. Euro in Fonds investiert.
Bei Independent Research halte man den starken Kursrückgang nach der Absage des Lignum-Börsenganges für übertrieben, da sich die Substanz des Beteiligungsportfolios dadurch nur unwesentlich verändert habe. Dieser Vorfall habe jedoch gezeigt, wie stark die Ergebnisentwicklung von einigen wenigen Transaktionen abhänge. Langfristig sehe man die Aussichten für die Gesellschaft positiv, da die Eigenkapitalnachfrage steigen werde.
Von daher lautet das Anlageurteil der Experten von Independent Research für die Aktie der Dt. Beteiligungs AG "übergewichten".
|