Logo
Analysen - Ausland
09.07.2008
Illumina bei Rücksetzern kaufenswert
Geldanlage-Report

www.optionsscheinecheck.de

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Report" ist die Aktie von Illumina (ISIN US4523271090/ WKN 927079) bei Rücksetzern kaufenswert.

So richtig interessant werde für die Experten der Biotech-Sektor erst mit Illumina. Das Unternehmen profitiere von den glänzenden Langfrist-Perspektiven des Sektors, ohne von einem einzelnen Produkt und dessen Zulassung durch die Arzneimittelbehörde abhängig zu sein. Zugleich sei Illumina bereits jetzt höchst profitabel und die Aktie befinde sich in einem beeindruckend stabilen Aufwärtstrend.

Man sollte sich Folgendes vorstellen: Man sei bei seinem Hausarzt zum Gesundheits-Check gewesen und bekomme eine Woche später die Ergebnisse. Der Arzt berichte darin nicht nur von bereits vorhandenen Krankheiten im Körper, sondern könne zusätzlich mitteilen, bei welcher Krankheit ein besonders hohes Risiko für den Patienten bestehe, irgendwann in der Zukunft daran zu erkranken.

Nun könnte man spontan sagen: "Das will ich lieber gar nicht wissen", aber wenn man ein zweites Mal darüber nachdenke, werde klar, dass eine solche Genanalyse die Krankheitsprophylaxe revolutionieren würde. Es könnte ein für jeden Menschen individuell abgestimmter Fitness- und Ernährungsplan entwickelt werden, um zu versuchen, eine mögliche Erkrankung bereits im Vorfeld zu verhindern.

Aus Sicht des Investors tue sich hier für ein Unternehmen, das in der Lage sei, eine Genanalyse zu entwickeln, die sich am Markt durchsetze, ein Multi-Milliarden-Markt auf.

Dieses Unternehmen gebe es bereits. Es heiße Illumina, sei vor 10 Jahren mit sieben Mitarbeitern in San Diego, Kalifornien gegründet worden und entwickle sich mehr und mehr zum Marktführer. Dem härtesten Konkurrenten Affymetrix würden nach und nach Marktanteile abgenommen und die Erwartungen der Analysten hinsichtlich Umsatz und Gewinn pulverisiert.

Dabei werde die BeadArray-Technologie bisher weniger bei Hausärzten als vielmehr zu Forschungszwecken eingesetzt. Wissenschaftler sowohl auf kommerzieller als auch auf universitärer Ebene würden mit dem Illumina-Produkt genetische Variationen studieren, die beispielsweise dafür sorgen würden, dass Menschen unterschiedliche Augen- und Haarfarben hätten.

Diese Variationen würden Forschern aber auch dabei helfen, schwere Krankheiten wie Altersdiabetes, Morbus Crohn, Morbus Parkinson oder Prostatakrebs besser zu verstehen und damit auch Medikamente zur Heilung zu entwickeln.

Ohne Produkte von Affymetrix oder Illumina sei die Erbgutanalyse quasi nicht möglich und aus irgendeinem Grund gewinne Illumina immer mehr Marktanteile. Offensichtlich sei das BedArray-Produkt einfach besser als das Micro-Array-System von Affymetrix.

Dies spiegele sich natürlich auch in den Geschäftszahlen wider. Illumina sei vom US-Magazin Forbes zur Nummer 1 in der Liste der am schnellsten wachsenden Technologie-Unternehmen gewählt worden - noch vor Google beispielsweise.

2006 habe man bei einem Umsatz von 185 Millionen US-Dollar einen operativen Gewinn von 38 Millionen US-Dollar erzielt, was zeige, wie enorm profitabel das Unternehmen sei. 2007 habe man - die Kosten für die 600 Millionen US-Dollar schwere Übernahme von Solexa herausgerechnet - operativ bereits 57 Millionen US-Dollar verdient. Die Umsätze hätten sich dabei nahezu verdoppelt.

Für 2008 würden Analysten mit 535 Millionen US-Dollar Umsatz, und 2009 bereits mit 679 Millionen US-Dollar rechnen. Ein Ende des Wachstums sei nicht in Sicht. CEO Jay Flatley rechne damit, dass sein Unternehmen noch mindestens 10 Jahre vom steigenden Bedarf nach Illumina-Produkten profitieren werde.

Diese Perspektiven gebe es am Markt natürlich nicht umsonst. Die Aktie werde aktuell mit dem 74-fachen des 2007er und dem 50-fachen des 2008er Gewinns bewertet. Das sei enorm hoch. Aber irgendwie erinnere das Unternehmen den Experten an Intuitive Surgical (US-Kürzel: ISRG), die Roboter für Krankenhaus-Operationen herstellen würden, ein ähnlich überlegenes Produkt wie Illumina hätten, ähnlich hoch bewertet gewesen seien und die auch jahrelang als zu teuer bezeichnet worden seien - aber eben auch Quartal für Quartal die Prognosen geschlagen hätten. Die Aktie sei trotzdem von Hoch zu Hoch gestiegen.

Urheberrechtsstreitigkeiten seien in der Pharma-/Biotech-Branche stark verbreitet und so überrasche es nicht, dass eine Gefahr für den Erfolg von Illumina ausgerechnet durch eine Klage des direkten Konkurrenten Affymetrix drohe. Im März hätten die Kalifornier bereits 16 Millionen US-Dollar wegen Patentrechtsverletzungen an Affymetrix bezahlen müssen. Ein Gericht habe entsprechend entschieden.

Auch wenn aktuell keine neuen negativen Urteile drohen würden, ergebe sich daraus natürlich eine latente Gefahr für das Unternehmen und die Aktie.

Für einen Kauf der Aktie spreche aus Sicht der Experten aber die geradezu sensationelle relative Stärke in den letzten Wochen. Der Aufwärtstrend scheine fest zementiert. Wie stark auch immer der Gesamtmarkt korrigiere: Illumina steige davon vollkommen unbeeindruckt von Hoch zu Hoch. In den letzten 52 Wochen habe sich das Papier glatt verdoppelt - eine reife Leistung bei diesem Markt.

Illumina entwickle sich mehr und mehr zur Google der Genanalyse und gewinne dank überragender und patentierter Technik ständig Marktanteile hinzu. Der Markt selbst dürfte noch eine Dekade lang überdurchschnittlich wachsen, sodass die Perspektiven für Illumina auch insgesamt glänzend seien. Experten würden früher oder später mit der Marktdurchdringung von Genanalysen auch in Arztpraxen rechnen. Damit würde sich der Massenmarkt für Illumina öffnen. Risiken würden in der hohen fundamentalen Bewertung des Papiers sowie in Patentstreitigkeiten mit Illumina liegen. Letztere scheinen jedoch momentan nicht akut zu sein, so die Experten vom "Geldanlage-Report".

Nach Meinung der Experten vom "Geldanlage-Report" ist die Illumina-Aktie bei Rücksetzern kaufenswert. (Analyse vom 09.07.2008) (09.07.2008/ac/a/a)



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de